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E-Bike-Antrieb Abnehmbarer Elektroantrieb gewinnt Red Dot Award

| Redakteur: Katharina Juschkat

Das Nürnberger Start-up Relo hat für seinen abnehmbaren Elektroantrieb für Fahrräder jetzt den Red Dot Award für die Verbindung aus Design und Technik bekommen. Der unauffällige Antrieb kann durch zwei frei schwenkbare Kettenstufen flexibel an unterschiedlichste Fahrradrahmen montiert werden.

Ob Up- oder Down-Hill: Relo beschleunigt bis zu einer Maximalgeschwindigkeit von 25 km/h, solange der Fahrer in die Pedale tritt.
Ob Up- oder Down-Hill: Relo beschleunigt bis zu einer Maximalgeschwindigkeit von 25 km/h, solange der Fahrer in die Pedale tritt.
(Bild: Relo)

Seit 1955 kürt das Design-Zentrum Nordrhein-Westfalen neue Produkte mit herausragendem Design mit dem Red Dot Award. 2016 gehört Relo mit seinem Elektroantrieb, der an gewöhnliche Fahrräder montiert werden kann, zu den Gewinnern. Der Steckantrieb macht aus dem eigenen Lieblingsfahrrad ein E-Bike, das jederzeit mit oder ohne Antriebsunterstützung fährt. Von einer 51-köpfigen Jury haben die Hersteller für den Antrieb jetzt den Award für seine „formale Qualität, Funktionalität und ökologische Verträglichkeit“ erhalten.

Antrieb im Sinne des Nutzers entwickelt

Wie zeichnet sich gutes Design aus? Gerade im Produktdesign geht es um mehr als nur um schönes Aussehen. Design muss überzeugen und praktisch sein, denn ein fertiges Produkt ist immer zuerst ein Gebrauchsgegenstand. „Wir haben uns bei unserem Steckantrieb von Anfang an Gedanken darüber gemacht, wie der spätere Besitzer einmal damit umgehen wird und was ihm am meisten nutzt“, erklärt Max Bauer, einer der über 20 Entwickler des Antriebs.

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Das fängt schon bei der Grundform des Antriebs an, dem Reuleaux-Dreieck, von dem sich auch der Name Relo ableitet. „Die Form lässt sich zum einen gut wiedererkennen. Vor allem hat sie aber den Vorteil, dass sich durch die höhere Griffigkeit der Motor besser auf- und abstecken lässt als bei einer kreisrunden Form“, so Philipp Nagler, Gründer von Relo. Außerdem konnten die Entwickler so beim Akku mehr Akkuzellen integrieren.

Bajonettverschluss ermöglicht einhändiges Anstecken

Die Entwickler haben auf Kabelverbindungen verzichtet. Möglich macht das ein Bajonettverschluss, über den sich Akku, Motor und Getriebe miteinander verbinden lassen. Per Bluetooth LE beziehungsweise über Federkontakte werden Daten zwischen dem Akku und Motor ausgetauscht und der Strom übertragen. Zudem soll der zum Patent angemeldete Bajonettverschluss den Vorteil haben, dass er verschlossen starken Halt bietet, aber trotzdem einhändig mit einer leichten Drehbewegung zu öffnen ist. Der Fahrer kann den Antrieb anstecken und durch den integrierten Freilauf im Getriebe das Fahrrad wahlweise mit und ohne Antrieb fahren.

Für die Entwickler stand aber vor allem die technische Seite im Vordergrund. „Wer eine gute Federung an seinem Rad hat, versteckt sie ja auch nicht. Es ist ein technischer Look und gerade das sehen wir als besondere Stärke an“, so Nagler. Deshalb verwenden die Hersteller Materialien wie Magnesium und Aluminium, die wenig Gewicht haben und robust sind – der Antrieb wiegt 3,7 kg inklusive Akku.

Mit dem Pionierprogramm den Antrieb testen

Im März gewann Relo den zweiten Platz bei den Green Tec Awards, bei denen neue, grüne Technik-Erfindungen ausgezeichnet werden. Mit dem Red Dot Award honorierte jetzt eine Jury die Verbindung von Technik und Design.

Auf der Homepage des Anbieters können sich Interessierte kostenlos als Pioniere anmelden und damit mehr Informationen zum Projekt erhalten und Angebote sichern. Pünktlich zur Fahrradsaison hat Relo auch mit der hausinternen Produktion in Nürnberg begonnen. Das Unternehmen stattet erste Fahrradhändler mit Antrieben aus, die die Möglichkeit zum Testen anbieten. Melden sich Interessierte als Pionier, können sie damit die Wahl der Testmöglichkeiten örtlich beeinflussen.

App kann Antrieb steuern und Daten tracken

Über eine App soll der Fahrer sowohl den Antrieb steuern als auch seine Fahrdaten tracken können. Auf Wunsch zeichnet die App die Fahrdaten mit, die anschließend ausgelesen werden können, inklusive Streckenverlauf, Distanz, Trittfrequenz, Zeiten und Geschwindigkeiten. Zudem kann der Nutzer auf seinen persönlichen Login-Bereich zugreifen. Hier kann er beispielsweise manuell Bilder hochladen oder sich direkt an Relo wenden.

„Damit ist man zweifach vernetzt: Einerseits am Rad, bei dem über die App der Antrieb gesteuert werden kann. Andererseits hat man immer einen direkten Draht zum Hersteller und kann sich an den Support wenden, wenn man Fragen hat oder Feedback geben möchte“, so Hannes Wolf, verantwortlich fürs Marketing. „Wenn man gleich Bilder vom eigenen Rad mit hochlädt, haben wir außerdem die Möglichkeit, konkret und individuell auf das jeweilige Anliegen einzugehen.“

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