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Wärmerückgewinnung Absauganlagen heizen auch Fertigungshallen

| Redakteur: Stéphane Itasse

Eine zentrale Maschinenabsaugung ist in der Zerspanung oder an Schweißarbeitsplätzen ein Muss. In Kombination mit einem Be- und Entlüftungssystem hilft sie aber, die Energiebilanz positiv zu beeinflussen. Der Absauganlagenhersteller Büchel GmbH in Niederstotzingen nutzt dafür eine Wärmerückgewinnung.

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Eine zentrale Absauganlage zusammen mit einer Be- und Entlüftungsanlage inklusive Wärmetauscher reduziert den Energiebedarf und senkt so die Betriebskosten. (Bild: Büchel)
Eine zentrale Absauganlage zusammen mit einer Be- und Entlüftungsanlage inklusive Wärmetauscher reduziert den Energiebedarf und senkt so die Betriebskosten. (Bild: Büchel)

Die zentralen Absauganlagen arbeiten alle nach demselben Prinzip, wie Dipl.-Ing. Thomas Mieth, zuständig für die Anlagenkonstruktion bei Büchel erläutert: „Die schadstoffhaltige Luft wird an der Entstehungsstelle, also der Werkzeugmaschine, erfasst und gelangt durch ein Rohrsystem in die Filteranlage. Elektrostatische Filter reinigen die belastete Luft von Öl- und Emulsionsnebel. Über die nachfolgende Be- und Entlüftungsanlage wird die gefilterte Luft nach außen geleitet. Gleichzeitig verteilt ein Kanalsystem frische Luft von außen gleichmäßig in der Halle. Um dabei langsame Strömungsgeschwindigkeit zu erreichen, wird oft eine Quellbelüftung mit bodennahen Luftauslässen eingesetzt.“

Kontinuierliche Frischluftzufuhr verbessert Luftqualität

Für eine ausgeglichene Luftbilanz müssen die Luftmengen für die abgesaugte beziehungsweise zugeführte Luft gleich groß sein. „Als Erfahrungswert geht man von einem drei bis sechsfachen Luftwechsel aus. Das bedeutet, dass das gesamte Raumluftvolumen der Werkhalle drei bis sechs Mal pro Stunde ausgetauscht werden sollte“, ergänzt Mieth.

Gerüche und gasförmige Stoffe lassen sich wirtschaftlich nur durch den Luftaustausch entfernen. Auch für die Einhaltung der AGW (Arbeitsplatzgrenzwerte) ist Frischluftzufuhr von entscheidender Bedeutung: Durch eine kontinuierliche Frischluftzufuhr in die Werkhalle verbessert sich die Luftqualität spürbar.

Absauganlage führt auch Maschinenwärme der Außenluft zum Heizen zu

Im Sommer ist der Luftaustausch unproblematisch, in den kühleren Monaten kann die wesentlich kühlere Luft von außen allerdings nicht einfach ins Werksinnere geleitet werden. Denn durch das Temperaturgefälle entsteht ein Zug, der nicht nur schlecht für das Raumklima ist, sondern sich auch fatal auf die Produktion zum Beispiel von Präzisionswerkzeugen auswirken kann. So sollte die Frischluft die Temperaturgrenze von 16 bis 17°C nicht unterschreiten.

An dieser Stelle kommt das Plus der zentralen Absauganlage ins Spiel: Sie filtert nicht nur Verunreinigungen, sondern auch Wärme der Maschinen heraus. Mit diesen hohen Ablufttemperaturen aus der Werkzeugmaschine kann die Außenluft bei Bedarf durch einen Wärmetauscher im Be- und Entlüftungsgerät geheizt werden. So wird die bereits vorhandene Energie genutzt.

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