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DIHK-Konjunkturumfrage Abschwungphase noch nicht beendet

| Redakteur: Jürgen Schreier

Nicht viel Erfreuliches verheißt die Frühjahrs-Konjunkturumfrage des DIHK. Alles in allem bleibe die Konjunktur in den nächsten Monaten abwärts gerichtet. Eine akute Kreditklemme gebe es aber nicht.

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DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben geht davon aus, „dass im Laufe dieses Jahres die Zahl der Arbeitslosen um fast 700000 ansteigt. Das heißt: Für 2009 rechnen wir mit einem Jahresendwert von 3,9 Mio.“
DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben geht davon aus, „dass im Laufe dieses Jahres die Zahl der Arbeitslosen um fast 700000 ansteigt. Das heißt: Für 2009 rechnen wir mit einem Jahresendwert von 3,9 Mio.“
( Archiv: Vogel Business Media )

Insgesamt meldet ein Viertel aller Unternehmen zu Jahresbeginn 2009 eine schlechte Geschäftslage. Knapp die Hälfte der Unternehmen erwartet für die nächsten Monate eine weitere Eintrübung. Die Daten zeigen aber auch: Knapp 75% der Unternehmen vermelden nach wie vor eine befriedigende oder sogar noch eine gute Geschäftslage. 50% der Unternehmen, dei an der DIHK-Umfrage teilnahmen, erwarten in den nächsten Monaten gleich bleibende oder gar bessere Geschäfte.

Positive Effekte gehen laut Umfrage von den stark gesunkenen Rohstoffpreise aus. Dasselbe gilt für die Konjunkturpakete sowie die niedrigen Notenbankzinsen. Außerdem zeigen die Unternehmensantworten, dass sich Befürchtungen einer flächendeckenden Kreditklemme nach wie vor nicht bestätigen.

„Trotz solcher positiver Zeichen können wir für 2009 einen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes in einer Größenordnung von bis zu 3% nicht mehr ausschließen“, meint DIHK-Hauptgeschäftsführer Wansleben. Damit läge die Wirtschaftsleistung aber immerhin noch so hoch wie im damaligen Boomjahr 2006. Zu Buche schlage, dass der konjunkturelle Absturz im vierten Quartal 2008 entgegen aller Prognosen und Hoffnungen mit 2,1% beispiellos gewesen sei, was eine zu hohe Vorbelastung für die wirtschaftliche Entwicklung in diesem Jahr dar darstelle (statistischer Unterhang von 2%). Zudem werde der Start ins neue Jahr durch die nachfragebedingten Produktionsausfälle erschwert.

Exportindustrie ist schwer getroffen

Dabei hat die exportstärkste Unternehmensgruppe, die großen Industrieunternehmen (mehr als 1000 Beschäftigte), die vergleichsweise schlechtesten Geschäftserwartungen: Der Anteil der „schlechter“-Meldungen liegt in diesem Bereich bei 61%; nur 6% erwarten eine sich in nächster Zeit verbessernde Situation (Erwartungssaldo: minus 55 Punkte). Außerdem haben sich insgesamt die Exporterwartungen so stark verschlechtert wie nie zuvor. Der Saldo aus „besser“- und „schlechter“-Antworten ist gegenüber der Vorumfrage um 48 Punkte auf aktuell minus 28 Punkte abgerutscht. Zuvor hatte es noch nie eine Verschlechterung um mehr als 20 Punkte innerhalb weniger Monate gegeben.

Angesichts des plötzlichen Nachfrageeinbruchs sehen sich 40 Prozent der Unternehmen gezwungen, bereits geplante Investitionen auf Eis zu legen, so DIHK-Chefvolkswirt Volker Treier: „Die noch vor wenigen Monaten relativ robusten Investitionsplanungen haben sich rapide verschlechtert.“ Nur noch 15% der Unternehmen wollten ihre Investitionsbudgets aufstocken. Treier: „Immerhin hat der Investitionssaldo seinen Tiefpunkt des Rezessionsjahres 2003 (minus 30 Punkte) noch nicht erreicht (aktuell: minus 25 Punkte).“

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