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Additive Fertigung Additive Fertigung erneut im Fokus der Euromold

| Redakteur: Nora Nuissl

Das Interesse an additiven Fertigungsverfahren ist groß. Daher greift die diesjährige Eurmold das Thema erneut in großem Maße auf: Zahlreiche Unternehmen zeigen ihre Bandbreite an additiven Fertigungslösungen und auf dem Fachkongress zu Additive Manufacturing diskutiert Branchenexperte Terry Wohlers die Zukunft der Technik.

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„Für Anwendungen mit Kunststoff gibt es eine größere Vielfalt an Verfahren, in der Metallverarbeitung werden das Pulverbettverfahren oder das Laserauftragsschweißen in der Industrie eingesetzt“, erklärt Rainer Gebhardt vom VDMA.
„Für Anwendungen mit Kunststoff gibt es eine größere Vielfalt an Verfahren, in der Metallverarbeitung werden das Pulverbettverfahren oder das Laserauftragsschweißen in der Industrie eingesetzt“, erklärt Rainer Gebhardt vom VDMA.
(Bild: Stefanie Michel)

Die Frau steht im Raum und wird innerhalb weniger Sekunden gescannt. Der Scanner erfasst dabei ihre Form und mit einem speziellen Weißlicht sogar die Farbschattierungen ihrer Haut und Kleidung. Die gescannten Daten werden am Computer in ein CAD-Modell umgewandelt, das wiederum in Lagen aufgeteilt wird. Schicht für Schicht entsteht aus den Lagen im Drucker ein dreidimensionales Abbild. Dafür spritzt der Drucker mit einer Düse Bindemittel in loses Kunststoffpulver. Das feine Pulver verklebt an den vom Computer berechneten Stellen. Schichtweise wächst so ein lebensnahes Abbild der Frau heran.

Was heute im Alltag in bezahlbarem Rahmen möglich ist, erfreut sich auch in der Industrie größerer Beliebtheit. So können bereits Zahnräder, filigrane Details in Bauteilen oder sogar eine bisher aus 40 einzelnen Bauteilen bestehende Turbine eines Windrads in einem Stück gedruckt werden.

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„Das Interesse an 3D-Druck ist sehr groß“

Die Möglichkeiten additiver Verfahren scheinen groß – auch in der Industrie. „Das Interesse im Maschinen- und Anlagenbau für 3D-Druck ist sehr groß“, betont Rainer Gebhardt, Experte bei der Arbeitsgemeinschaft „Additive Manufacturing“ (AM) des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA).

Klare Vorteile bei additiver Fertigung

Die Vorteile lägen auf der Hand: Man benötige keine Werkzeuge mehr für die Herstellung von Prototypen und die Performance von Maschinen ließe sich durch die Verwendung von generativ hergestellten Bauteilen in vielen Fällen steigern, erklärt Gebhardt. Zudem erhoffen sich Unternehmen vorwiegend Kostenersparnis. Zum einen fällt durch den direkten Druck eines CAD-Modells die Herstellung von Werkzeugen zum einmaligen Gebrauch bei der Entwicklung von Prototypen weg. Zum anderen erschließen sich auch neue Möglichkeiten für die Lagerhaltung. „Künftig muss kein breites Sortiment an Ersatzteilen im Unternehmen vorrätig sein. Man braucht nur noch die Daten eines Bauteils und kann die benötigten Teile nach dem Prinzip ‚Print-on-Demand‘, also Stückgenau auf Bedarf, drucken“, ist der Projektleiter der VDMA-Arbeitsgemeinschaft überzeugt.

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