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Additive Fertigung

Additive Fertigung erneut im Fokus der Euromold

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Schulbank für additive Fertigung drücken

Eine Neuheit in diesem Jahr ist die Euromold 3D-School. In der Halle 11 ist ein Klassenraum aufgebaut, der Schülern die Möglichkeiten des 3D-Drucks vorführen soll. Die Idee der 3D-Schule entstammt einer Kooperation der Unternehmen TCT Magazine + Personalize (TCT), 3D Systems und Black Country Atelier (BCA) und lehnt sich an das englische Modell des TCT Bright Minds-Programms an. Dieses läuft in England bereits erfolgreich und wird sein Debüt auf der Frankfurter Messe feiern. Dabei können rund 200 Schüler von Gymnasium bis Mittelschule in Deutschland, aber auch Studenten an Workshops über additive Fertigungsverfahren teilnehmen. Jeder Workshop dauert zwei bis vier Stunden und soll den Teilnehmern die technische Bandbreite in den Bereichen 3D-Scanning, haptisch basierte 3D-Maus und 3D-Drucker näher bringen.

Ergänzendes zum Thema
3D-Druck
Technologien zur additiven Fertigung im Überblick:

Bisher ist 3D-Druck für Metall und Kunststoff am weitesten verbreitet, additive Fertigungsverfahren mit weiteren Materialien werden erforscht. Die Arbeitsgemeinschaft AM des VDMA unterscheidet hierbei zwischen folgenden gängigen generativen Fertigungsverfahren:

  • Fused Deposition Modeling (FDM): Das Extrusionsverfahren bezeichnet eine Schmelzschichtung. Dabei wird ein Kunststoff- oder Wachsdraht durch Erwärmung verflüssigt und mit einer Heizdüse durch Extrudieren aufgetragen. Die einzelnen Schichten verbinden sich so zu einem komplexen Bauteil. Das Verfahren wird synonym auch als Fused Layer Modeling- (FLM-)Technologie bezeichnet.
  • Selektives Lasersintern: Bei diesen Verfahren handelt es sich um einen Pulverbett-Schmelzvorgang, bei dem eine Pulverschicht selektiv durch Wärme, oftmals durch einen Laser, verschweißt wird. Das lose Material wird anschließend abgetragen. Im Englischen wird dieses Verfahren als Selective Laser Melting (SLM) bezeichnet und bevorzugt für Metall eingesetzt.
  • Polyjet: Bei dem Materialspritzen wird nach dem Prinzip des Tintendruckers Material tröpfchenweise aufgebracht und ausgehärtet. Kunststoff wird so zum Beispiel durch UV-Strahlung polymerisiert.
  • Laminierverfahren: In einem Schichtaufbau werden zum Beispiel Papierbögen in der gewünschten Form aufeinander geklebt.
  • Stereolithografie: Hierbei wird ein Fotopolymer beispielsweise mithilfe gezielter UV-Strahlen in einem Flüssigkeitsbad ausgehärtet.
  • Hybrid-Anlagen: Die hybride Fertigung setzt sich aus der Kombination der zerspanenden Fertigung mit einem generativen Fertigungsverfahren zusammen. Metallpulver wird mit einem thermischen Spritzverfahren aufgebracht und ermöglicht die Herstellung großvolumiger Bauteile. Für den Materialauftrag werden Pulverpartikel über ein Trägergas stark beschleunigt und mittels einer Düse auf das Substrat gesprüht. Die Auftragseinheit ist in ein 5-Achsen-Bearbeitungszentrum integriert. Der Materialauftrag erfolgt dabei schichtweise so weit, wie die jeweiligen Bauteilkonturen zur Fräsbearbeitung zugänglich sind, danach werden die Konturen im Auftragsverfahren bearbeitet.

Duncan Wood, Chief Operating Officer Rapid Communications Group ist von dem Konzept überzeugt: „Wir denken, dass es wichtig ist, die nächste Generation zu inspirieren und finden die Erweiterung des Programms in Deutschland auf der Euromold als sehr erfreulich.“ Auch die beteiligten Firmen freuen sich auf die Zusammenarbeit mit den jungen Interessierten und sehen die 3D-Schule als eine mögliche Antwort auf den stets in Deutschland betonten Fachkräftemangel. So erklärt Projektleiter Frank Santo von Demat: „Als Gesellschaft stehen wir in der Verantwortung, unsere nächste Generation bewusst an neue technische Entwicklungen heranzuführen, damit sie ihre ersten und wichtigen Erfahrungen schon früh erleben können. Gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern werden unsere Schüler aus Deutschland die Chance bekommen, mit den neuesten Technologien dieser Branche professionell in Kontakt zu treten. Wir freuen uns sehr, diese Bildungsveranstaltung auf der Euromold 2014 das erste Mal zu präsentieren und wünschen uns, diese Workshops können Anlass sein, 3D-Drucktechnologien an deutschen Schulen zukünftig direkt zu unterrichten.“

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