China Market Insider Additive Fertigung revolutioniert den chinesischen Formenbau

Autor / Redakteur: Henrik Bork / Stefanie Michel

Nachdem erste Unternehmen den 3D-Druck für den Formenbau eingesetzt haben, war der klassische Formenbau in China in Aufruhr. Doch die Formenbau-Unternehmen lernen jetzt, dass die additive Fertigung ihre Industrie nicht zerstört sondern modernisiert.

Unter dem Titel „China Market Insider“ berichtet der MM Maschinenmarkt ab jetzt regelmäßig aus dem chinesischen Markt.
Unter dem Titel „China Market Insider“ berichtet der MM Maschinenmarkt ab jetzt regelmäßig aus dem chinesischen Markt.
(Bild: ©vegefox.com - stock.adobe.co)

Die additive Fertigung („Additive Manufacturing“ = AM) wird in China zunehmend für Innovationen im Formenbau genutzt. Die Branche habe erkannt, dass AM keinesfalls den traditionellen Formenbau zerstören werde, sondern ihn vielmehr agiler und zukunftsfähiger machen kann, schreibt der chinesische Ingenieur Ye Jiyuan in einem Aufsatz für unser Tochtermagazin MM China.

Wie in anderen Ländern sei auch in China zuerst eine Schockwelle durch die Formenbau-Industrie gelaufen, als erste Unternehmen im Ausland den „schnellen Prototypenbau” einsetzten, so Ye, der 15 Jahre Erfahrung im chinesischen Formenbau hat und zur Zeit als Geschäftsführer der Firma „Tianjin Lim Laser Technology” arbeitet. Der Einsatz von Formen im fertigenden Gewerbe sei Geschichte, posaunten auch chinesische Medien. Inzwischen aber sei das Verständnis der neuen Technik gewachsen, und die apokalyptischen Prophezeiungen seien einem neuen Verständnis des Verhältnisses zwischen AM und Formenbau gewichen, so Ye. „Chinesische Formenbau-Unternehmen beginnen zu verstehen, dass die additive Fertigung nicht die Formenbau-Industrie ‚zerstört’, sondern dass sie AM als neue Prozess-Technologie einsetzen können”, schreibt der frühere EOS-Manager in China.