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Arbeitsmarkt 2018

Aktuelle Trends am Jobmarkt

| Redakteur: Andrea Gillhuber

Viele Menschen nutzen den Jahreswechsel dazu, sich Gedanken über ihren weiteren beruflichen Weg zu machen. In welchen Bereichen Anwärter eine Anstellung suchen und welche Städte am beliebtesten sind, lesen Sie hier.

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Frankfurt am Main bietet vor allem für IT- und Finanzspezialisten ein interessantes Umfeld.
Frankfurt am Main bietet vor allem für IT- und Finanzspezialisten ein interessantes Umfeld.
(Bild: ©Mapics - stock.adobe.com)

Welcher Bewerber sucht wann welchen Job und in welcher Stadt möchte er oder sie gerne arbeiten? Eine recht sperrige Frage, doch die Antworten darauf lassen sich dank Jobplattformen wie Stepstone beantworten. Das Portal hat eine Liste der am häufigsten gesuchten Jobs veröffentlicht. Demnach standen im Jahr 2017 Jobs im Marketing an oberster Position, gefolgt von Controller sowie Außendienstmitarbeiter. Auf den Plätzen 4 und 5 folgten Ingenieur und IT.

Technologieunternehmen sind die beliebtesten Arbeitgeber

Als beliebteste Arbeitgeber in diesen Bereichen konnte die Jobplattform Bosch, BMW und Siemens identifizieren, gefolgt von Daimler, Porsche und Airbus. Die Technologieunternehmen suchen vor allem nach IT-Fachkräften und Ingenieuren, um die Digitalisierung weiter voranzutreiben. Diese sorgt auch für eine wachsende Vielfalt neuer und veränderter Jobprofile am Arbeitsmarkt. Die Spezialisierung von Berufsbildern lässt sich zudem an der Entwicklung der Suchanfragen ablesen: So wurde das Schlagwort „Data Sci­ence“ 137 % häufiger eingegeben als im Vorjahr. Auch Begriffe wie „Business Intelligence Analyst“ und „Scrum Master“ wurden deutlich häufiger gesucht. In diesem Zusammenhang interessant ist auch, dass die Fachkräfte verstärkt nach speziellen Kenntnissen filtern. So wurden besonders häufig Suchanfragen für Fremd- und Programmiersprachen sowie digitale Anwendungen im Konstruktionsbereich gestellt.

Die höchste Aktivität bei der Jobsuche zeigen Fachkräfte am Montag. Morgens, wenn die Menschen auf dem Weg zur Arbeit sind, erreicht der Zugriff mit mobilen Endgeräten einen Höhepunkt. Im Büro angekommen, scheinen zunächst die anstehenden Arbeiten erledigt zu werden, bevor der Desktoprechner dafür genutzt wird, weitere Angebote zu suchen und Jobbeschreibungen genauer zu prüfen. Am Abend steigt der Zugriff über mobile Geräte wieder an.

Frankfurt bietet die meisten Jobs für Finanz- und IT-Spezialisten

Stepstone hat auch untersucht, in welchen Städten Jobsuchenden die meisten freien Stellen zur Verfügung stehen. Spitzenreiter ist die fünftgrößte Stadt Deutschlands: Die Mainmetropole Frankfurt bietet als wichtiges Finanz- und Dienstleistungszentrum vor allem für Finanz- und IT-Spezialisten ein großes Job­angebot. Insgesamt kamen 1531 Stellenausschreibungen auf 100.000 Einwohner – so viele wie sonst nirgends in Deutschland.

Platz 2 belegte die Region Stuttgart. Hier locken vor allem internationale Großkonzerne wie Daimler und Bosch Fachkräfte mit IT- und technischem Hintergrund insbesondere aus den Bereichen Maschinen- und Fahrzeugbau sowie Energie- und Elektrotechnik an. Durchschnittlich kommen auf 100.000 Einwohner 1470 Stellenausschreibungen pro Monat.

In München treffen Unternehmen unterschiedlichster Größe und Branchen aufeinander. Hinzu kommen Hightechunternehmen wie BMW, Siemens oder MAN. Durch diesen Mix ist die Nachfrage nach IT-Spezialisten und Technikern besonders hoch. Mit 1397 Stellenanzeigen pro 100.000 Einwohnern belegt die bayerische Landeshauptstadt den dritten Platz im Ranking.

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Als bedeutender Messeplatz und Zentrum der Kommunikations-, Werbe- und Modebranche bietet Düsseldorf auf Platz 4 eine gute Perspektive für Vertriebs- und Marketingfachleute sowie für Personaler. 1142 offene Stellen verzeichnet die Stadt am Rhein pro 100.000 Einwohner.

Als wichtigste Anlaufstelle für den internationalen Handel in Deutschland, Sitz von zahlreichen Großkonzernen und aufgrund eines konsequenten Strukturwandels hat sich Hamburg zu einer der bedeutendsten Städte für die Dienstleistungswirtschaft gewandelt. Gesucht werden vor allem Finanzspezialisten sowie Vertriebsmitarbeiter. Mit 784 Stellen pro 100.000 Einwohner landet die Hansestadt auf Platz 5.

Gute Konjunktur beschert Fachkräften eine bessere Verhandlungsposition

Das Jahr 2017 war ein gutes Jahr für Jobsuchende: Die deutsche Wirtschaft befindet sich auf einem Hoch und viele Unternehmen suchen qualifiziertes Personal. Für Fachkräfte bedeutet die gute Lage am Arbeitsmarkt vor allem eins: eine bessere Verhandlungsposition, wenn es um Jobsuche und Karriere geht.

Laut dem Stepstone-Fachkräfteatlas 2017 stieg das Stellenangebot in allen Berufsgruppen an. Wie schon in den Jahren zuvor wurden vor allem IT-Fachkräfte sowie Mitarbeiter im Gesundheits- oder Personalwesen gesucht. Für Akademiker bedeutet die gute Konjunktur auch ein gutes Gehalt: Im Durchschnitt verdienten studierte Fach- und Führungskräfte rund 57.100 Euro und damit rund 17.000 Euro mehr als Berufstätige ohne abgeschlossene Ausbildung. Spitzenreiter waren auch in diesem Jahr Ärzte mit 82.700 Euro gefolgt von Ingenieuren mit 65.200 Euro sowie Juristen und IT-Experten mit je 62.400 Euro durchschnittlichem Jahresgehalt.

Die Befragung des Jobportals ergab weiterhin, dass acht von zehn Arbeitnehmern die Lage 2017 auf dem Arbeitsmarkt als gut bewerteten, mehr als ein Drittel sogar besser als in den vergangenen Jahren. Wird ein Jobwechsel angestrebt, geht es vor allem um ein höheres Gehalt sowie mehr Freiheit und Entscheidungskompetenz bei der Gestaltung des Arbeitstages und des Tätigkeitsprofils. Jobsicherheit spielt eine untergeordnete Rolle.

Unternehmenskultur wird zum Wettbewerbsfaktor

Interessant ist auch, dass der menschliche Faktor immer mehr zum Entscheidungskriterium wird. Sechs von zehn Personen achten bei der Jobsuche auf weiche Faktoren: Unternehmen mit einer attraktiven, transparent und ehrlich kommunizierten Unternehmenskultur sind im Wettbewerb um passende Fachkräfte klar im Vorteil. Immerhin würden 14 % jede Unternehmenskultur akzeptieren, solange die Bezahlung stimmt. Aber: Mehr als jeder Zweite (56 %) hat ein Unternehmen schon verlassen, weil die Kultur als unpassend empfunden wurde.

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