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ERP-Software

Alles auf Knopfdruck

| Autor: Robert Horn

(Bild: © aaabbc - Fotolia.com)

Im Zentrum der digitalen Unternehmenssteuerung finden sich häufig Enterprise-Resource-Planning-Systeme, die von der Materialbedarfsplanung bis hin zum Verkauf und Marketing alle digitalen Fäden in der Hand halten. Eine Studie gibt Auskunft darüber, welche Lösungen im Bereich Maschinenbau Bestnoten erhalten, wo die meisten Probleme liegen – und wo die Anbieter Nachholbedarf haben.

Ein kurzer Druck auf einen kleinen Knopf – das Smartphone ist an. Ein, zwei Wischer mit dem Zeigefinger, schon stehen die gewünschten Daten zur Verfügung, vom Wetter für die nächsten Tage über Aktienkurse, Mails, das tägliche Fernsehprogramm ... Alles anwenderfreundlich aufbereitet, auf den schnellen Konsum getrimmt. Im Alltag haben wir uns an die schnelle und unmittelbare Verfügbarkeit von Informationen längst gewöhnt, der Anteil der Smartphonebesitzer in Deutschland liegt nach Informationen des Digitalverbands Bitkom bei 76 % in diesem Jahr, 27,9 Mio. Smartphones sollen 2016 verkauft werden. Willkommen im digitalen Zeitalter.

Auf Unternehmensebene ist der digitale Wandel ebenfalls angekommen, doch schreitet er hier weit langsamer voran als in den Wohnzimmern Deutschlands. Dabei lebt die Industrie im Kern schon lange digital, ERP-Systeme etwa wurden bereits in den 1960er-Jahren (damals unter dem Namen MRP) eingesetzt und seitdem kontinuierlich in Umfang und Funktionalität verbessert. Im Durchschnitt sind ERP-Systeme seit gut zehn Jahren im Einsatz, tief in der digitalen Unternehmensstruktur verzweigt und entsprechend schwer an die rasant gewachsenen Ansprüche der Kunden anpassbar.

Mangelnde Mobilität ärgert Anwender

Deshalb ist es kaum verwunderlich, dass in der aktuellen Trovarit-Studie „ERP in der Praxis“, bei der deutschlandweit knapp 2600 Anwender (knapp 500 davon aus dem Maschinen- und Anlagenbau) ihre Erfahrungen mit ERP-Systemen weitergeben, vor allem Punkte wie mobile Einsetzbarkeit, Ergonomie und Usability auffällig schlechte Noten bekommen.

Rainer Sontow, Senior Analyst bei der Trovarit AG und Leiter der Studie, erklärt: „Anwender erleben mobile Einsetzbarkeit von Software im Privatbereich in Form von Apps auf dem Smartphone oder Tablet und erwarten ähnlichen Komfort und Leistungsfähigkeit von ERP-Lösungen. Browser-Fähigkeit oder Remotezugänge per Laptop werden heute eher als Notlösung, denn als ‚Mobile Computing’ verstanden.“

Der technologische Kern vieler Systeme, führt Sontow weiter aus, sei außerdem deutlich über zehn Jahre alt. Zwar würden die Hersteller derzeit ihre Software auf neueste Standards umstellen, das sei aber mit entsprechend hohem Aufwand verbunden und geschehe schrittweise, teilweise über mehrere Jahre. „Offensichtlich scheuen die Unternehmen die Kosten und Aufwände, die mit einer umfassenden Modernisierung ihrer ERP-Lösung verbunden sind“, so Sontow. Dass dieses Zögern jedoch ein zweischneidiges Schwert ist, sollte klar sein. Denn je höher das Re­lease-Alter, desto höher der Aufwand zur Aktualisierung und damit die Kosten.

Außerdem würden technische Neuerungen so gar nicht erst beim Anwender ankommen, so Sontow. Für Maschinenbauer mit im industriellen Vergleich besonders individuellen und komplexen Installationen ist diese Problematik in Anbetracht von immer kürzeren Entwicklungszyklen und Innovationsdruck nicht unbedenklich.

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