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KfW Alterung im Mittelstand bremst Investitionen

| Redakteur: Jürgen Schreier

Der demografische Wandel hinterlässt deutliche Spuren im deutschen Mittelstand: Die Inhaber von 1,3 Mio. kleinen und mittleren Unternehmen sind 55 Jahre oder älter - das entspricht rund einem Drittel aller Mittelständler in Deutschland. Die Folge ist eine spürbar nachlassende Investitionsneigung.

(Bild: CC0 Public Domain)

Der demografische Wandel hinterlässt deutliche Spuren im deutschen Mittelstand: Die Inhaber von 1,3 Mio. kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sind 55 Jahre oder älter - das entspricht rund einem Drittel aller Mittelständler in Deutschland.

Wie eine aktuelle repräsentative Analyse von KfW Research auf Basis des KfW-Mittelstandspanels zeigt, ist der Anteil dieser Altersgruppe unter den mittelständischen Unternehmern seit 2002 vier Mal so stark gestiegen wie in der Gesamtbevölkerung (+16 Prozentpunkte bzw. +4 Prozentpunkte). Gleichzeitig fehlt es trotz jüngst etwas anziehender Gründerzahlen (einschließlich der Nachfolger) an ausreichend Unternehmernachwuchs.

Mittelstand tappt in die Demografiefalle

Die beschleunigte Alterung im Mittelstand hat negative Folgen für die gesamte Volkswirtschaft: Die Investitionsbereitschaft von Inhabern sinkt mit zunehmendem Alter rasant. Von den Unternehmern über 60 Jahren investiert laut KfW-Analyse nur noch rund jeder Dritte. Die anderen ziehen sich aus der Weiterentwicklung ihres Unternehmens zurück. Das gefährdet den künftigen Geschäftserfolg, bremst Modernisierung und reduziert gesamtwirtschaftliches Wachstum. Sinkt die Wettbewerbsfähigkeit, sind häufig Arbeitsplätze gefährdet.

Das Durchschnittsalter eines Chefs im Mittelstand lag zuletzt bei 51 Jahren (2002: 45 Jahre). Betroffen von der schnell voranschreitenden Alterung sind nahezu alle Branchen. Besonders schnell in Richtung Demografiefalle bewegen sich die kleinen und mittleren Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes mit einem durchschnittlichen Inhaberalter von 54 Jahren. Unabhängig vom Wirtschaftszweig haben große Mittelständler tendenziell ältere Inhaber. Bei den großen Betrieben mit mehr als 50 Beschäftigten liegt das Durchschnittsalter des Inhabers bei 53 Jahren.

Wie die aktuelle KfW-Analyse der Unternehmensinvestitionen der Jahre 2004-2013 zeigt, ist der Zusammenhang zwischen Inhaberalter und Investitionsbereitschaft unverkennbar: 57% der Unternehmen mit Chefs unter 40 Jahren investieren. Mit steigendem Unternehmeralter sinkt der Investorenanteil deutlich. Bei den über 60-jährigen Unternehmensinhabern erreicht er nur noch 37%.

Ältere Chefs pflegen nur noch den Kapitalstock

Auch die Art der Investition verändert sich mit steigendem Alter. Stärker risikobehaftete und kapitalbindende Vorhaben werden seltener, die noch durchgeführten Investitionen dienen in erster Linie der Pflege des Kapitalstocks. Die geringere Investitionsneigung hat gravierende Folgen für die Unternehmenssubstanz. Bei acht von zehn Mittelständlern mit älteren Inhabern übersteigt der Wertverlust des Kapitalstocks das Volumen der Neuinvestitionen.

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