Suchen

Werkzeugmaschinenmesse

AMB 2014 rückt Industrie 4.0 und Effizienzsteigerung in den Fokus

Seite: 4/4

Firmen zum Thema

Hybridisierung: Von Allem das Beste kombinieren

Ein weiterer Trend ist laut AMB die Kombination und Überlagerung verschiedener Verfahren in einer Werkzeugmaschine. Ein aktuelles Beispiel hierfür liefere die Maschinenfabrik Berthold Hermle AG, Gosheim, mit der MT-(Mill/Turn)-Technologie. Die CNC-5-Achsen-Hochleistungs-Bearbeitungszentren C 42 U dynamic und C 50 U dynamic verfügten in der neuen MT-Version über einen voll integrierten Drehtisch, mit dessen Hilfe Dreh-/Fräsbearbeitungen in einer Aufspannung möglich würden. Marketingleiter Udo Hipp erläutert: „Der Clou des MT-Konzepts ist, dass in jeder beliebigen Position zwischen der 0°- und 90°-Stellung des NC-Schwenkrundtisches eine Drehbearbeitung durchgeführt werden kann, wodurch sehr kurze Drehwerkzeuge eingesetzt werden können.“

Man gehe bei Hermle noch einen Schritt weiter und integriere das generative MPA-Verfahren in ein 5-Achs-Bearbeitungszentrum. Das thermische Spritzverfahren für Metallpulver ermögliche die generative Fertigung großvolumiger Bauteile mit nahezu beliebiger Innengeometrie. Hipp: „Materialauftrag und Zerspanung finden so in einer Aufspannung und Maschine statt.“

Bildergalerie
Bildergalerie mit 136 Bildern

Simulation immer wichtiger

Doch mit der zunehmenden Hybridisierung stiegen auch die Ansprüche an den Werker. Deshalb müsse zunächst eine Antwort gefunden werden, „wie die Anwender solcher Maschinenkonzepte in die Lage versetzt werden können, dieses Mehr an Funktionalität so zu beherrschen, dass es wirtschaftlich und gewinnbringend eingesetzt werden kann“, warnt Eberhard Beck, Leiter Steuerungstechnik der Index-Werke GmbH & Co. KG in Esslingen. Konventionelle Planungsmethoden und Auftragsabläufe genügten nicht mehr den sprunghaft ansteigenden Anforderungen der neuen Maschinenkonzepte, denn die Planung und Realisierung multitechnischer Zerspanprozesse umfasse neben der Bearbeitungsfolge und Werkzeugplanung vor allem umfangreiche und erfahrungsintensive Programmierarbeiten. Manuell lasse sich das kaum noch konkurrenzfähig leisten.

Beck rät zu einer „in Darstellung und zeitlichem Ablaufverhalten absolut wirklichkeitsgetreuen 3D-Bearbeitungssimulation, mit der sämtliche programmbedingten Maschinenaktionen und Auftragsabläufe vor Auftragsstart am PC geprüft und abgesichert werden können.“ Das Unternehmen hat deshalb als einer der ersten Werkzeugmaschinenhersteller ein 1:1-Abbild seiner Maschinen auf dem Rechner geschaffen, wie die AMB berichtet. Beck kündigt an: „Wir werden den Weg der Virtuellen Maschine und einer eigenen CAD-CAM-CNC-Prozesskette auch zur AMB 2014 konsequent weiter verfolgen.“

Zur AMB 2014 erwartet die Landesmesse Stuttgart vom 16. bis 20. September mehr als 90.000 Fachbesucher und rund 1.300 Aussteller. Auf über 105.000 Bruttoquadratmetern seien Neuheiten und Weiterentwicklungen aus der Zerspantechnik und der Präzisionswerkzeugindustrie, aber auch Spannzeuge, CAD, CAM, CAE, Software, Schleifmaschinen, Werkstück- und Werkzeughandhabung sowie Messtechnik zu sehen. Unterstützt werde die AMB 2014 von den ideellen Trägerverbänden VDMA-Fachverband Präzisionswerkzeuge, VDMA Fachverband Software sowie VDW-Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken e.V.

(ID:42744537)