Suchen

Glossar Amorphe Metalle oder metallische Gläser

Autor: Simone Käfer

Was sind amorphe Metalle, wie entstehen sie und welche Eigenschaften haben sie? Wie werden amorphe Metalle verarbeitet und in welchen Anwendungen kommen sie vor?

Firma zum Thema

Amorphe Metalle oder metallische Gläser können auch im Spritzguss und der Additiven Fertigung verarbeitet werden.
Amorphe Metalle oder metallische Gläser können auch im Spritzguss und der Additiven Fertigung verarbeitet werden.
(Bild: Heraeus)

Amorphe Metalle sind Legierungen, die in der Schmelze schnell abgekühlt wurden. Dadurch wird den Atomen ihre Beweglichkeit genommen und sie bilden keine kristalline Struktur, sondern eine ungeordnete, die der von Glas ähnelt. Daher spricht man auch von metallischen Gläsern. Die amorphe (ungeordnete) Struktur im Festzustand macht sie extrem hart und zugleich hochelastisch. Sie besitzen ein sehr gutes Rückstellverhalten, sind äußerst korrosionsbeständig und schockabsorbierend. Außerdem lassen sie sich nicht magnetisieren, besitzen aber eine hohe magnetische Durchlässigkeit.

Verarbeitung und Anwendungen von amorphen Metallen

Sie sind hauptsächlich als Bänder bekannt, die gewalzt und gestanzt oder per Laserschneiden weiter verarbeitet werden. Um sie in Spritzgussmaschinen zu verarbeiten, bietet Heraeus den Werkstoff in zylinderförmigen Plomben an. In Pulverform kann man die Legierungen auch im SLM-Verfahren in der Additiven Fertigung einsetzen. Anwendungsfelder sind bruchsichere und leichtere Gehäuse von Smartphones, schärfere und langlebige Skalpelle und minimalinvasive Instrumente, stabile Federungen und verschleißfeste Antriebsteile im Bereich Mobility, Schmuck und abriebfeste Uhrwerksbauteile oder auch Golfschläger, Skier und Snowboards. Nicht geeignet sind amorphe Metalle für Anwendungen über 350 °C, da sie ab 410 °C schmelzen.

Bildergalerie

Dieser Text entstand mit Unterstützung von Heraeus.

(ID:45815350)

Über den Autor

 Simone Käfer

Simone Käfer

Redakteurin für Additive Fertigung und Werkstoffe