Medizintechnik Angepasste Universal-Bearbeitungszentren für Qualität und Wirtschaftlichkeit der Medizintechnik

Autor / Redakteur: Josef Kraus / Josef-Martin Kraus

Zwei Anforderungen stehen bei Bearbeitungszentren in der Prozesskette für Implantate und medizinische Instrumente im Fokus. Die Qualität muss hoch, die Bearbeitung jedoch kostengünstig sein. Mit modifizierten Standardmaschinen soll dieser Spagat gelingen.

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Den Kauf des ersten der vier Dreh-Fräs-Zentren vom Typ XP4-42 hatte man beim Zulieferer JR-Medizintechnik im schwäbischen Kreenheinstetten noch als Test betrachtet. Schließlich sollte nicht die „Katze im Sack“ gekauft werden. Sprich: „Wir wollten die Maschine in der täglichen Produktion beurteilen können“, berichtet JR-Geschäftsführer und Inhaber Jörg Rettkowski. Bereits nach wenigen Monaten fiel die Entscheidung. Es wurde die zweite Maschine gekauft.

Effiziente Bearbeitungszentren gefordert

Inzwischen werden auf allen vier Maschinen täglich 12 bis 16 h lang Dreh-Fräs-Teile aus dem Edelstahl V2A für die Medizintechnikbranche produziert. Dass sich dazu Rettkowski vor einigen Jahren auf eine ausgiebige Maschinensuche begab, lag an den Anforderungen, die von Zulieferern dieser Branche an eine effiziente Produktion gestellt werden: „Es wird ein großer Wert auf hohe Universalität und einfache Bedienbarkeit gelegt“, bemerkt Helmut Müller, Geschäftsführer der Müga Werkzeugmaschinen GmbH, Villingen-Schwenningen.

Daraus leitet er konkrete Anforderungen wie schnelles und einfaches Umrüsten, aber auch wenig Platz für die Maschinenaufstellung ab. Die meisten Dreh- und Frästeilhersteller der Branche seien kleinere Betriebe, die Teile aus Edelstahl-, Kobalt- und Titanlegierungen in kleinen Losgrößen fertigen, sagt Müller.

Kostengünstige Standardmaschinen mit hoher Anpassungsfähigkeit

Diese Teile sind anspruchsvoll in der Fertigung. Das liegt nicht nur an der geforderten Maßgenauigkeit, sondern auch an den Anforderungen hinsichtlich der Oberflächengüte. Beides, erläutert Müller, setze eine „sehr hohe Steifigkeit und Anpassungsfähigkeit der Maschine“ voraus.

Diesen Anspruch erfülle die jüngste Müga-Maschinenreihe. Generell wird von den Herstellern dazu jedoch kein Sondermaschinenbau betrieben. Vielmehr handelt es sich um Standardmaschinen. So werden beim Maschinenhersteller Haas Automation das Preis-Leistungs-Verhältnis und die Maschinenfunktion an oberster Stelle in den Anforderungslisten der Zulieferer gesehen.

Maschinen werden für die Medizintechnik aufgerüstet

Für die Bearbeitung von Metallteilen erfolgt eine branchenspezifische Aufrüstung. „Wir können jede Drei-Achs-Maschine auf vier oder fünf Achsen aufrüsten, auch noch Jahre nach dem Kauf “, berichtet Katja Mader, Marketingdirektorin bei Haas Automation Europe in Brüssel.

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