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Automatisierung optimiert Energieverbrauch

Anlagen verstehen und Strom sparen

| Autor/ Redakteur: Oliver Vogel / Stéphane Itasse

In großen Anlagen zur Wasserverorgung und -verteilung geht der Überblick welche Stellen wie viel Energie verbrauchen schnell verloren. Eine Automatisierungslösung, die detaillierte Energiedaten liefert kann Abhilfe schaffen.

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Besonders große Anlagen zur Wasserversorgung und -verteilung erfordern ein gutes Prozessautomatisierungssystem, um Abläufe kosteneffizient und stromsparend zu steuern.
Besonders große Anlagen zur Wasserversorgung und -verteilung erfordern ein gutes Prozessautomatisierungssystem, um Abläufe kosteneffizient und stromsparend zu steuern.
(Bild: PROCESS; Quellen: Rockwell Automation, © Style Media & Design - Fotolia)

Acquedotto Pugliese (AQP) betreibt eine der größten Infrastrukturen für die Trinkwasserversorgung in Europa, die ein Netzwerk von 21.000 km abdeckt sowie 330 Wohngebiete und insgesamt mehr als 4 Millionen Bewohner versorgt. Von der Zentrale in der süditalienischen Stadt Bari steuert das öffentliche Versorgungsunternehmen ein komplexes und kompliziertes Wasserversorgungssystem, das aus einem Netz von Aquädukten besteht, die miteinander verbunden sind. Je nach Bedarf leiten diese das Wasser in verschiedene Gebiete.

Die Wasseraufbereitungsanlage Sinni im apulischen Agro di Laterza ist Teil dieses Netzwerks. Sie verfügt über eine Wasseraufbereitungskapazität von 4 m3/s und eine durchschnittliche Durchflussrate von 4000 l/s. Vom Reservoir Lucano in Monte Cotugno fließt Rohwasser in die Anlage. Es wird dann in einen Reservetank geleitet, aufbereitet und schrittweise in die Pumpstation der Hebeanlage Parco del Marchese hinaufbefördert. Von dort aus kann es teilweise in die Region Salento und teilweise in die Provinz Bari verteilt werden. Dadurch wird ein Großteil des Wasserbedarfs im mittleren und südlichen Apulien gedeckt.

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Pumpen verbrauchen viel Energie

Das Klärwerk Sinni ist mit sechs 1-MW-Hebepumpen ausgestattet, von denen vier im Dauerbetrieb mit einer durchschnittlichen Durchflussrate von 800l/s laufen. Der Energieverbrauch der Anlage ist recht hoch, was vor allem am Dauerbetrieb der Pumpen liegt. Sie stellen sicher, dass das Wasser auf mechanische Weise zum hydraulischen Verteilerknoten hinauf befördert werden kann. Ein weiterer Grund sind die großen Entfernungen, die das Wasser aufgrund starker Höhenunterschiede zurücklegt – im Fall von Parco del Marchese insgesamt 84 m.

Angesichts der besonderen Merkmale und Versorgung der Infrastruktur entfallen die Hauptkosten des AQP auf die elektrische Energie für die Beförderung des Wassers durch das Netz: Allein beim Werk Parco del Marchese belaufen sich diese auf 1,8 Mio. Euro monatlich, während die Anlage Sinni Kosten in Höhe von 900.000 Euro pro Monat aufweist.

Energieeffizienz hilft bei der Kostensenkung

Das wichtigste Ziel von AQP besteht darin, die Ausgaben für elektrische Energie zu optimieren. Helfen sollen dabei Initiativen zur Energieeinsparung bei den Hebe-, Transport- und Aufbereitungsvorgängen. Der Versorger möchte die Effizienz seiner Maschinen – Motoren, Pumpen, Kompressoren – verbessern und dabei mit denjenigen in den Anlagen beginnen, die den höchsten Energieverbrauch aufweisen, beispielsweise der Wasseraufbereitungsanlage Sinni.

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