Automatisierung optimiert Energieverbrauch

Anlagen verstehen und Strom sparen

Seite: 4/4

Firma zum Thema

Zur Überwachung des Stromverbrauchs der Wasseraufbereitungsanlage Sinni wurden des Weiteren 19 Stromzähler über die verschiedenen Teilbereiche des Werks hinweg verteilt. Sie liefern die quantitative Energieanalyse. Ein weiterer Stromzähler wurde für die qualitative Analyse installiert, darunter Auswertungen von Oberschwingungen, Oszillographie und Ausgleichsstrom. Die Stromzähler sind direkt mit einem großen PAC verbunden und werden mit der Energiemanagement-Software FactoryTalk EnergyMetrix verwaltet. Diese erfasst und analysiert alle von den Zählern übertragenen Elektrizitätsdaten.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 5 Bildern

Die Hardware- und Softwarelösungen der Plattform kommunizieren über ein einziges Ethernet/IP-Netzwerk, das auf einem Glasfaserring einschließlich 15 Managed Industrial Ethernet-Switches beruht. Alle logischen Steuerungs-, Aufsichts- und Überwachungslösungen der Plattform werden über zwei Entwicklungsumgebungen programmiert: Factory Talk View Studio SE und RS Logix5000.

Leistungswerte und KPIs ermitteln

Vincenzo Lanave, Geschäftsleiter von Intesis, erklärt: „Wir haben elektrische und hydraulische Parameter für die Plantpax-Lösung integriert und individuell angepasst. Wir wollten AQP eine Überwachungs- und Automatisierungslösung für die Anlage Sinni liefern, die unmittelbar mit der Energiemanagement-Software verbunden ist, einschließlich einer direkten Schnittstelle zu Sismap, dem unternehmensinternen, ferngesteuerten Informationssystem.“

Das Prozessautomatisierungssystem bietet nicht nur den Standardfunktionsumfang eines Scada-Systems – z.B. Diagnose, Informationsanzeige, Echtzeitanalyse von Trends und historischen Daten –, sondern ermöglicht auch die vollständige Integration der Energieüberwachung auf Grundlage der Messungen, die im Arbeitsbereich von den Stromzählern durchgeführt werden. Lanave fügt hinzu: „Da wir mit einer offenen Software wie Factory Talk Energy Metrix arbeiten, konnten wir insgesamt 100 Videoübersichtsseiten erstellen, die sehr detailliert waren.“ Diese zeigen die Leistung jeder einzelnen Maschine und Phase im Prozess mit Trends innerhalb eines bestimmten Zeitraums oder vorgegebenen Tarifbereichs. Damit lässt sich das System zur Leistungsfaktorkorrektur verwalten, wobei stets zwischen den beiden Kostenstellen für die Hebetätigkeit und Wasseraufbereitung unterschieden wird. So kann AQP Leistungswerte und KPIs ermitteln und damit den Verbrauch und die Kosten steuern. Es ist ebenfalls möglich, Betriebssimulationen zu unterstützen, um Budgets für Energiekosten und Prognosen für Jahresabschlüsse aufzustellen.

Durch die Zusammenarbeit mit Rockwell Automation und Intesis war AQP in der Lage, seine Effizienz zu maximieren – in einem Werk wie Sinni, in dem die Leistung aber auch der Energieverbrauch bereits hoch waren – und jährlich Energiekosten in Höhe von 1 % bis 2 % einzusparen.

Realistische Prognosen erstellen

„Für uns ist es wichtiger, Tendenzen zu analysieren, als absolute Werte zu bekommen. Damit können wir realistischere Prognosen erstellen, um die strategischen Entscheidungsphasen zu untermauern“, kommentiert Fiori. „Dank der Anpassungen durch Intesis sind die Daten für unsere Partner besser nutzbar. Für sie ist das Format ideal und die äußerst benutzerfreundlichen Darstellungen in der Factory Talk-Software machen die Daten einfach zu lesen. Ohne korrekte Messungen ist keine effektive Wasserbilanz möglich: Mit Plantpax verfügen wir über Echtzeit-Energiedaten, die wir für reale Einsparungen nutzen können.“

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem MM-Schwesterportal Process.

* Oliver Vogel ist Solution Architect Process & Information Software bei der Rockwell Automation GmbH in 40468 Düsseldorf, Tel. (02 11) 41 55 30

(ID:43059013)