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Künstliche Intelligenz DFKI „expandiert“ anwendungsorientierte KI-Forschung nach Trier

| Redakteur: Stefanie Michel

Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und die Universität Trier bauen ihre Zusammenarbeit in der anwendungsorientierten KI-Forschung aus. Am 16. März wurde deshalb ein Vertrag zur Einrichtung einer Außenstelle des DFKI in Trier unterzeichnet.

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Die neue DFKI-Außenstelle wird auf Campus II der Universität Trier eingerichtet.
Die neue DFKI-Außenstelle wird auf Campus II der Universität Trier eingerichtet.
(Bild: Universität Trier)

Am 16. März unterzeichneten DFKI-CEO Prof. Dr. Antonio Krüger und Universitätspräsident Prof. Dr. Michael Jäckel ein Vertrag zur Einrichtung einer Außenstelle des DFKI in Trier. Die Schwerpunkte der künftigen gemeinsamen Forschung liegen in der Schnittmenge von Künstlicher Intelligenz (KI) und Wirtschaftsinformatik, in den Bereichen erfahrungsbasierter lernender Systeme (Experience-Based Learning Systems) und kognitiver Sozialsimulation (Cognitive Social Simulation). Die neuen Themenfelder entstehen in den universitären Arbeitsgruppen von Prof. Dr. Ralph Bergmann sowie Prof. Dr. Ingo Timm und werden an den DFKI-Forschungsbereich Smarte Daten & Wissensdienste in Kaiserslautern angegliedert.

Potenzial für intelligentes Prozessmanagement

Auf Basis der vereinten Kompetenzen soll unter anderem daran geforscht werden, wie KI, basierend auf Erfahrung, als lernendes System zur Bewältigung von Problemstellungen eingesetzt werden kann. „Die Kombination von Ansätzen aus dem fallbasierenden Schließen (Case-Based Reasoning) mit Machine-Learning- und Deep-Learning-Verfahren birgt enormes Potenzial für intelligentes Prozessmanagement“, so Bergmann. Anwendungsbeispiele sind flexible Arbeits- und Produktionsprozesse in Handwerk und Industrie, aber auch die Entscheidungsunterstützung im Datenschutzrecht.

Im Bereich kognitiver sozialer Systeme stehen Prozesse für die Pflege, Produktion und Logistik aber auch für die öffentliche Sicherheit im Zentrum der Forschung. Diese sollen so gestaltet werden, dass der Mensch als Kunde oder Leistungserbringer in die Planung und später auch in die Ausführung aktiv einbezogen wird. Prof. Timm betont darüber hinaus die neuen Perspektiven für den wissenschaftlichen Nachwuchs: „Unseren Studierenden eröffnet die Kooperation die Chance, beispielsweise durch Abschlussarbeiten an praxisnahen Projekten der KI-Forschung mitzuarbeiten und dadurch wertvolle Erfahrungen auch für die eigene berufliche Laufbahn zu sammeln“.

Stärkung von KI-Netzwerk und Transfer

Ministerpräsidentin Malu Dreyer freut sich für ihr Bundesland: „Das DFKI ist führend in der Forschung zur Künstlichen Intelligenz. Eine Außenstelle in Trier ist ein Meilenstein für Rheinland-Pfalz und die Region. Wir weiten die KI-Forschung aus und schaffen ein schlagkräftiges Netzwerk. Rheinland-Pfalz setzt sich sowohl in der Erforschung als auch in der Anwendung von Künstlicher Intelligenz besonders dafür ein, dass hierbei immer das Wohl von Mensch, Gesellschaft und Umwelt im Vordergrund steht.“ Sie sieht in der KI eine Unterstützung bei der Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen.

Prof. Dr. Konrad Wolf, Minister für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz ist überzeugt, dass die Kooperation für alle Parteien große Vorteile mit sich bringt: „Gemeinsam können die beiden Partner ihre aktuellen Kompetenzen gewinnbringend weiter ausbauen und sich im Wettbewerb noch besser positionieren. Nutznießer werden auch rheinland-pfälzische mittelständische Unternehmen sein, indem sie vom Wissenstransfer, beispielsweise von den Forschungen im Bereich ‚Arbeit 4.0‘ oder ‚KI in der Pflege‘ profitieren.“

„Für die Informatikwissenschaften in Trier ist das ein weiterer zentraler Kooperationsbaustein mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen“, freut sich Prof. Dr. Michael Jäckel, Präsident der Universität Trier. Damit stärken wir im wichtigen Zukunftsthema Künstliche Intelligenz die Überführung von Forschungsergebnissen in praktische Anwendungen.“ Prof. Dr. Andreas Dengel, Standortleiter des DFKI in Kaiserslautern und Wissenschaftlicher Direktor des Forschungsbereichs Smarte Daten & Wissensdienste, betonte dass man mit der Einrichtung der DFKI-Außenstelle die langjährigen Kontakte zur Universität Trier und den Arbeitsgruppen der Kollegen Bergmann und Timm vertiefen und das Forschungsspektrum um zwei relevante KI-Themenfelder erweitern will.

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