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Personalbeschaffung

Arbeitskräfte im ländlichen Raum gewinnen

| Autor / Redakteur: Ulrich W. Schamari / Claudia Otto

Unternhehmen sollten mehr in die betriebliche Ausbildung investieren, um der Abwanderung junger Arbeitskräfte entgegenzuwirken.
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Unternhehmen sollten mehr in die betriebliche Ausbildung investieren, um der Abwanderung junger Arbeitskräfte entgegenzuwirken. (Bild: EBM-Papst)

Die Beschaffung von Fachkräften für kleine und mittlere Betriebe in ländlichen Regionen können die Unternehmen nicht allein bewältigen. Dafür bedarf es umfassender Unterstützung in der Region. Dies ist das Fazit eines Treffens von 120 Wissenschaftlern und Experten aus 20 europäischen Regionen.

Arbeitskräfte auf dem Land zu gewinnen, ist nicht leicht. „Denn die Menschen, die man für die Region gewinnen will, arbeiten nicht nur dort, sondern sie leben dort, und das heißt: sie brauchen auch eine entsprechende Umgebung“, erläuterte Christa Larsen, Koordinatorin des European Network on Regional Labour Market Monitoring, beim Jahrestreffen des Netzwerks Ende September in Frankfurt. Der Arbeitsplatz könne noch so attraktiv sein – die Wohnumgebung müsse auch zufrieden stellen. Es zählten die Betreuungsinfrastruktur, die Schulen, der öffentliche Nahverkehr und vieles mehr.

Gefragt ist also der Schulterschluss mehrerer Akteure, um Strategien zur Arbeitskräftegewinnung in der Region zu entwickeln. Die Unternehmen sollten sich aktiv einbringen. „Dabei müssen sie gar keinen Druck ausüben, denn oft reicht es wirklich, das Problem anzusprechen und den Bedarf anzumelden“, sagte Larsen. Das Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur sei in vielen Regionen gemeinsam mit Vertretern von Sozial- und Wirtschaftsministerien unterwegs und versuche, ortsansässige Unternehmen und die Wirtschaftsförderung sowie weitere regionale Entscheider zusammen zu bringen. Man bespreche die Problematik des Fachkräftemangels und überlege konkrete Maßnahmen zu seiner Überwindung. Hier ergäben sich praktische Ansätze für das Ergreifen von Initiativen zur Arbeitskräftegewinnung.

Mit der Arbeitsmarktsituation der Region realitätsgerecht umgehen

Zur Deckung des Fachkräftebedarfs auf dem Land ist es neben einem positiven Lebensumfeld laut Rolf Keil, Leiter des Referats „Grundsatzfragen der Arbeitsmarktpolitik“ im hessischen Sozialministerium, auch nötig, dass die Entscheider in den Unternehmen ihre Haltung gegenüber älteren Arbeitsuchenden überdenken: „Wenn man ein schwindendes Fachkräftereservoir hat, dann muss man sich darauf konzentrieren, wer zur Verfügung steht.“ Leider stelle das Alter immer noch eine große Hürde bei der Einstellung darstelle. Dagegen stehen die Beispiele ländlicher Unternehmen, die mit der Arbeitsmarktsituation ihrer Region realitätsgerecht umgehen und ihre Personalprobleme erfolgreich gelöst haben, indem sie ihren Betrieb auf altersgerechte Arbeitsplätze umgestellt haben. „Wenn der Arbeitsmarkt ist, wie er ist, muss man möglicherweise seine Ansprüche etwas zurückschrauben“, meinte Keil dazu. Ähnliches gelte bei Jugendlichen, denen nicht selten die Ausbildungsreife fehle. Hier seien die Unternehmen aufgerufen, mehr in die betriebliche Ausbildung zu investieren, um der Abwanderung junger Arbeitskräfte entgegenzuwirken.

Den Unternehmen in ländlichen Gebieten empfiehlt sich, aktiv insbesondere auf die Menschen zuzugehen, die in der Region durch familiäre Bindungen verwurzelt sind. Was ihnen das Bleiben vor Ort als Fachkräfte schmackhaft machen kann, ist der Vorschlag, der von Prof. Birgit Blättel-Mink so formuliert wurde: „Das ist das duale Studium. Man bildet im Unternehmen bedarfsgerecht aus und kooperiert dabei mit einer Fachhochschule.“ MM

* Ulrich W. Schamari ist freier Journalist in Frankfurt am Main.

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