Globalisierung Aufholen der China-Konkurrenz verschreckt deutsche Unternehmen

Autor: Stéphane Itasse

Vorsprung durch Qualität, Marke und Design: In diesen drei Punkten halten sich deutsche Unternehmen der Konkurrenz aus China für klar überlegen. Aber sie sind auch davon überzeugt, dass chinesische Wettbewerber aufholen werden. Die Unternehmensberatung PWC hat dagegen einige Tipps parat.

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Für deutsche Exporteure ist China immer noch interessant, aber kein paradiesischer Markt mehr.
Für deutsche Exporteure ist China immer noch interessant, aber kein paradiesischer Markt mehr.
(Bild: Siemens)

Laut PWC-Mitteilung fürchten 59 % der befragten Unternehmen, dass sie in den kommenden fünf Jahren ihren derzeitigen Vorsprung einbüßen könnten. Gleichzeitig gehe mehr als die Hälfte der deutschen Unternehmen davon aus, dass auch die Bedeutung Chinas als Absatzmarkt weiter steigen wird. Schon jetzt gäben 85 % der Unternehmen an, dass China ein wichtiger Absatzmarkt für sie ist. Sie erwirtschafteten dort mit durchschnittlich 8,6 % einen beachtlichen Teil ihrer Umsätze.

Stärkerer Wettbewerb verringert Profitabilität in China

Das sind laut Mitteilung Ergebnisse der Studie „Wirtschaftspartner China – Die Zusammenarbeit aus Sicht deutscher Unternehmen“ von PWC. Für die Analyse habe das Marktforschungsinstitut TNS Emnid 200 Entscheider deutscher Unternehmen, die in China tätig sind, zu ihrer Zufriedenheit mit Deutschlands drittwichtigster Handelsnation befragt. Rund 154 Mrd. Euro habe das Umsatzvolumen im Jahr 2014 betragen.

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Die Profitabilität des Geschäfts mit China bewerten die Unternehmen allerdings nur als mittelmäßig – das bestätige rund die Hälfte der Studienteilnehmer. „Da wir von einem schärferen Wettbewerb mit der chinesischen Konkurrenz und steigenden Preisen in China ausgehen müssen, dürfte die Profitabilität in den kommenden Jahren weiter sinken, wenn Unternehmen nicht gegensteuern“, sagt Thomas Heck, Leiter der China Business Group bei PWC. „Vor diesem Hintergrund sollten Unternehmen neue Wege der Umsatzsteigerung gehen und ihre Vertriebswege verbessern, wenn sie ihren Vorsprung halten wollen.“

Deutsche Unternehmen nutzen digitale Vertriebswege in China zu wenig

Vor allem digitale Vertriebswege würden bislang nur selten genutzt, obwohl soziale Medien in China eine noch bedeutendere Rolle spielten als in Deutschland. 42 % der Befragten könnten keine Angaben dazu machen. „Wir empfehlen Unternehmen deshalb dringend, stärker auf digitale Vertriebswege zu setzen“, sagt Heck. „Unternehmen sollten ihre Vertriebskanäle in China überdenken und modernisieren.“

Made in Germany gilt in China immer noch sehr viel

Trotz der nur mittelmäßigen Profitabilität schätzen drei Viertel der befragten Unternehmen ihre Marktchancen in China optimistisch ein, wie es heißt. Die Unternehmen stellten sich auf die Wünsche der chinesischen Kunden ein, daher böten sie im Schnitt nur 45,6 % ihrer Produktpalette in dem Land an. Wichtigstes Kaufkriterium bei chinesischen Verbrauchern sei die Marke eines Produktes – Chinesen mögen das Label „Made in Germany“, gefolgt vom Preis und der Kommunikation mit dem Kunden.

Da das Gespräch beim Kauf eine wichtige Bedeutung hat, bevorzugten die Unternehmen direkte Wege der Ansprache. 55 % unterhielten eine Vertriebs- und Produktionsgesellschaft in China, 45 % arbeiteten mit chinesischen Agenten oder Distributoren zusammen. Wichtige Vertriebswege seien Messen, Großhandel und Empfehlungen.

Gemischte Erfahrungen mit Lieferanten aus China

China ist laut Mitteilung auch ein geschätzter Lieferant, vor allem überzeugt der Preis gegenüber Lieferanten aus Deutschland – das bestätigten 79 % der Entscheider. Insgesamt falle die Einschätzung der Zusammenarbeit mit dem Handelspartner nicht einheitlich aus. Vereinzelt würden Qualitätsprobleme und Unpünktlichkeit bei der Lieferung bemängelt. „Hier zeigt sich, dass es nicht die eine ‚typische’ Beziehung zwischen deutschen Unternehmen und chinesischen Lieferanten gibt“, meint Heck.

Sorge bestehe auch in punkto Kopiermentalität der Chinesen: 43 % der Studienteilnehmer sehen eine „Gefährdung ihres geistigen Eigentums“ durch chinesische Lieferanten, wie es heißt. Ebenso falle beim Produktionsstandort China die Bewertung nicht eindeutig aus, dennoch bestätige jeder zweite Entscheider, dass der Produktionsstandort China sich noch immer lohnt. Auch hier sei der Preisvorteil der Chinesen das stärkste Argument – trotz allmählich steigender Kosten. Weitere Gründe seien die Nähe zum Kunden und den Zugang zu einem wachsenden Markt. Ein Abzug der Produktion aus China sei daher für acht von zehn Befragten nicht denkbar.

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