Google+ Facebook Twitter XING LinkedIn GoogleCurrents YouTube

Disruptionen der Arbeitswelt

Ausbruch aus dem Datenkäfig

| Autor / Redakteur: Linda Becker / Melanie Krauß

Industrieroboter verlassen nicht nur den physischen, sondern mittlerweile auch den Datenkäfig und geben Informationen weiter.
Industrieroboter verlassen nicht nur den physischen, sondern mittlerweile auch den Datenkäfig und geben Informationen weiter. (Bild: ©Eagle - stock.adobe.com)

Sie heben Nutzlasten, tragen Klebstoffe auf oder erledigen Pick-&-place-Aufgaben: kollaborative Roboter, kurz Cobots, etablieren sich vor allem in der Fertigung als begehrte neue Mitarbeiter.

Einen spontanen Kurztrip in die Arbeitswelt der Zukunft ermöglichte im April der Rundgang über die Hannover Messe. Besonders beeindruckend: die Fülle von Cobot-Innovationen. An einem „Bionic Workplace“ sorgt etwa ein KI-System dafür, dass ein pneumatischer Leichtbauroboter die Handgriffe seines menschlichen Kollegen bestmöglich unterstützt. Das volle Potenzial der Anwendung ergibt sich aber aus der Vernetzung des Arbeitsplatzes mit anderen Assistenzsystemen und Peripheriegeräten oder sogar mit Kunden und Partnern über eigene Web-Plattformen.

Genau diese Vernetzung von Werkbankarbeit und Datenaustausch ist ein Meilenstein der Cobot-Evolution: Nach dem physischen Käfig verlassen Industrie­roboter nun auch den „Datenkäfig“. Natürlich kommt es weiter darauf an, wie viele Kilogramm ein Leichtbauroboter heben kann oder wie schnell ein FTS (fahrerloses Transportsystem) an eine geänderte Linienführung adaptierbar ist. Genauso wichtig wird in naher Zukunft aber der optimale Informationsfluss zwischen Cobots, Maschinen, Interfaces und Menschen sein. Denn der (Daten-)Horizont des bestmöglichen Arbeitsprozesses an einer Station ist begrenzt; wesentlich spannender sind die Effizienzeffekte, die geschickt verknüpfte, smarte Technologien in Summe beim Wertstrommanagement erzielen.

Maschinen-Tinder für das Management

Disruptionen der Arbeitswelt

Maschinen-Tinder für das Management

14.06.18 - Sinkende Produktionskosten, effizientere Prozesse im Wertstrom und neue Geschäftsmodelle – die Erwartungen an das Industrial Internet of Things (IIoT) sind groß. Um das Beste aus der komplett vernetzten Wertschöpfung herauszuholen, ist gutes Management entscheidend. lesen

Zeit für den CCOO?

Um diese Effekte zu erzielen, sollten Führungskräfte bereits heute Teamkonstellationen neu betrachten und die Fähigkeiten von Cobots explizit einbeziehen. Bislang pausieren zum Beispiel viele Leichtbauroboter je nach Auftragseingang, obwohl sie vielleicht bereits nach einfacher Modifikation und Umprogrammierung in dieser Zeit einen anderen Job übernehmen könnten. Dies gezielt zu koordinieren, ist eine zentrale Aufgabe bei der Anleitung von Mensch-Maschine-Teams. Ebenso wichtig ist das Matching zwischen den Leistungsfähigkeiten der Technologien und den Qualifikationen der Mitarbeiter. Cobot-Programmierung wird zum Beispiel in naher Zukunft zum typischen Jobprofil von Facharbeitern zählen.

Das ideale Management-Multitalent für diese Aufgabe gibt es noch nicht. Es gilt, die passenden Berufe beziehungsweise Positionen neu zu entwickeln. Das Leitmotiv kann dabei nur der Blick über die interdisziplinären Grenzen sein: Aspekte der Arbeitssicherheit sind etwa für IT-Profis ebenso relevant wie für den Betriebsrat und die Rechtsabteilung. Der konkrete Outcome einer vollautomatisierten Fertigungslinie interessiert den COO und den CFO, aber nicht unbedingt den CIO. Vielleicht ist es ja an der Zeit, mit einem CCOO (Chief Cobot Officer) diese Schnittstellen zu verknüpfen?

Hier finden Sie den zugehörigen Artikel von Nicole Gaiziunas aus der Serie Disruptionen der Arbeitswelt zum Thema Cobots:

Teamwork mit Cobots

Disruptionen der Arbeitswelt

Teamwork mit Cobots

20.08.18 - Während autonome Arbeitsroboter noch häufig ihre Probleme haben, ist der Einsatz von Cobots bereits weitaus vielversprechender. Doch auch dabei gilt es einiges zu beachten. lesen

* Linda Becker ist Managing Partner bei LAB & Company in 80539 München, Tel. (0 89) 4 57 09 78-0, webmaster@labcompany.net, www.labcompany.net

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45306801 / Management & IT)

Themen-Newsletter Management & IT abonnieren.
* Ich bin mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung einverstanden.
Spamschutz:
Bitte geben Sie das Ergebnis der Rechenaufgabe (Addition) ein.

Meistgelesene Artikel

Harmonische Verbindungen halten deutlich länger

Manz AG

Harmonische Verbindungen halten deutlich länger

14.09.18 - Lithium-Ionen-Batterien treiben E-Mobile und Akku-Werkzeuge an. Die sichere Verbindung hochleitfähiger Metalle ist dabei der Schlüssel für schnelle Ladezeiten und mehr Leistung. Automatisiertes Laserschweißen optimiert nun die Batteriefertigung. lesen

Laserschneiden mit der neusten Technik: energieeffizient und produktiv

Brosius / Bystronic

Laserschneiden mit der neusten Technik: energieeffizient und produktiv

13.09.18 - „Vernünftig mit vernünftigen Menschen zusammen arbeiten“ – das möchte Thomas Brosius. Und das scheint zu funktionieren. Bei dem Auftragsfertiger aus der Nähe von Trier jagt seit dem Gründungsjahr 2005 eine Produktionsauslastung die nächste. Beim Laserschneiden wird man diesem Umstand seit Anfang des Jahres mit einem Faserlaser Bystar Fiber mit 8 kW von Bystronic Herr. lesen

Mit Industrie 4.0 zur individuellen Schokolade

Digitalisierung

Mit Industrie 4.0 zur individuellen Schokolade

12.09.18 - Um das Konzept „Industrie 4.0“ greifbarer zu machen, haben der Schokoladenhersteller Chocolat Frey, der Automatisierer Autexis und die Hochschule für Technik Nordwestschweiz (FHNW) ein Projekt ins Leben gerufen: Ein Kommissionierungssystem, das mit Siemens-Lösungen individuelle Schokoladenmischungen auf Zuruf zusammenstellt. lesen