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LZH auf der Lasys 2018 „Ausgebombt!“ Laser entschärft brisanten Kriegsschrott

| Redakteur: Peter Königsreuther

Auf der Lasys 2018 zeigt das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) vom 5. bis zum 7. Juni unter anderem die Lasermaterialbearbeitung von morgen in Halle 4 am Stand E75. Und an leeren Bombenhüllen demonstriere man erste Ergebnisse aus dem Projekt DEFLAG.

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Im Rahmen des Projekt DEFLAG soll eine Alternative geschaffen werden, mit der Blindgänger auf relativ ungefährliche Weise entschärft werden können, wie das LZH betont. Das, und noch weitere Laserhighlights zeigen die Forscher auf der Lasys 2018 in Halle 4 am Stand E75.
Im Rahmen des Projekt DEFLAG soll eine Alternative geschaffen werden, mit der Blindgänger auf relativ ungefährliche Weise entschärft werden können, wie das LZH betont. Das, und noch weitere Laserhighlights zeigen die Forscher auf der Lasys 2018 in Halle 4 am Stand E75.
(Bild: LZH)

Blindgänger sind und bleiben in vielen Teilen der Welt eine ernsthafte Bedrohung der zivilen Sicherheit, so das LZH. Um diese unfreiwilligen Zeitbomben zukünftig sicherer entschärfen zu können, arbeitet das LZH gemeinsam mit der Laser on Demand GmbH und dem Kampfmittelräumdienst Hamburg (KRD) an einer laserbasierten Deflagration der explosiven Überbleibsel aus dem Krieg.

Lasereinsatz rettet bald Leib und Leben

Die Herausforderungen und Gefahren bei herkömmlichen Entschärfungsmethoden seien enorm und noch immer hochaktuell. Denn die Menge der in Deutschland unter der Erde verborgenen Kampfmittel ließe sich zwar nur schwer vorhersagen, doch nach Schätzungen des KRD verbergen sich noch etwa 60.000 t davon m Boden. Beim Entschärfungsvorgang, heißt es, insbesondere bei komplexen Zündsystemen nehmen die mutigen Spezialisten ein sehr hohes Risiko einer ungewollten Detonation in Kauf, betont das LZH. Deshalb bleibe als letzte Möglichkeit oft nur die Sprengung des Kampfmittels.

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Gelaserte Kerben machen aus potenten Bomben echte „Schlaffis“

Im Projekt DEFLAG erarbeiten die Projektpartner nun eine Alternative, mit der die Bomben durch eine gezielte Deflagration entschärft werden sollen. Denn im Gegensatz zu einer Detonation,erklären die Spezialisten, entsteht bei der Deflagration eine geringere Druckwelle und der Sprengstoff wird nur zu einem geringen Teil umgesetzt. Der Clou dabei heißt Kerbwirkung! Dafür „ritzen" die Projektpartner die Bombenhülle gezielt per Laser ein und lösen in einem zweiten Schritt die Deflagration aus. Die Kerben wirken als Sollbruchstellen (man kennt das auch vom Airbagbereich in Kfz-Instrumententafeln) und der Sprengstoff kann bedeutend weniger Druck aufbauen, bevor die Hülle reißt. Die Explosivwirkung wird stark abgedämpft. In Zusammenarbeit mit dem KRD soll eine feldtaugliche und automatisierte Bearbeitungsplattform entstehen – um selbst gefährliche Blindgänger sicher zu entschärfen. Den Wissenschaftlern am LZH ist es bisher gelungen mit einem kombinierten Schmelz- und Brennabtragprozess bis zu 25 mm dicke Stahlbleche einzukerben. Dabei erreichen sie mit einer externen Gaszufuhr eine Abtragtiefe von bis zu 16 mm, heißt es. Erste Erfolge will das LZH jetzt im Rahmen seines Lasys-Auftritts präsentieren.

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