KPMG-Umfrage Autobranche steht vor Insolvenz-, Fusions und Übernahme-Welle

Redakteur: Jürgen Schreier

Finsteren Zeiten gehen die Autoherstellern und ihre Zulieferer entgegen. Für die kommenden fünf Jahre malen die von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG anlässlich der Detroit Motor Show befragten Auto-Bosse ein düsteres Zukunftsbild ihrer Branche.

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Für die Big Three der US-Autobranche dürfte die aktuelle Krise kein gutes Ende nehmen.
Für die Big Three der US-Autobranche dürfte die aktuelle Krise kein gutes Ende nehmen.
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Automanager erwarten für den Zeitraum 2009 bis 2013 geringere Umsätze und Gewinne, mehr Insolvenzen sowie eine daraus resultierende Zunahme von Fusionen und Übernahmen. Dennoch wird sich das Problem der Überkapazitäten auf den weltweiten Kfz-Märkten nach Überzeugung der Branchenexperten weiter verschärfen. Hoffnung setzen die Unternehmen in das Wachstumspotenzial der Schwellenländer und in die weitere Entwicklung alternativer Antriebe.

Uwe Achterholt, Leiter des Segments Automotive bei KPMG: „Knapp die Hälfte der Befragten geht für die kommenden fünf Jahre von stark schwankenden Erträgen aus oder sieht sich schlicht außer Stande, die Rentabilität ihres Unternehmens einzuschätzen. Das ist ein ungewöhnlich hoher Wert und kein gutes Zeichen für eine Branche, die in hohem Maße von langfristigen Planungen abhängig ist.“

Jeder Vierte (25%) meint, dass die Ertragskraft der Unternehmen sinken wird und nur noch einer von sechs Automanagern (15%) geht für die Periode 2009 bis 2013 von steigenden Renditen aus.

Insolvenzrisiko bei Tier-1-Zulieferern dramatisch gestiegen

Mehr als doppelt so viele Manager wie im Vorjahr sehen die Gefahr von Insolvenzen in der Branche, nämlich 77% (Vorjahr: 36%). Dabei äußern sich „Tier 1“-Zulieferer am pessimistischsten. In diesem Segment gehen 87% von einer steigenden Zahl an Firmenpleiten aus. Unter den Herstellern sind es drei von vier Befragten. Als Hauptursache für ihre Befürchtungen geben neun von zehn Managern Umsatzverluste an. Als weitere wichtige Gründe genannt werden eine nicht wettbewerbsfähige Kostenstruktur, Schulden und Pensionsverpflichtungen der Unternehmen.

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