Recycling Automation steigert Recycling-Produktivität

Redakteur: Peter Königsreuther

Der belgische Kunststoffrecycler Tivaco verwandelt saubere Produktionsausschüsse in hochwertige Granulate für anspruchsvolle Aufgaben. Zum Erreichen höchstmöglicher Rezyklatqualität bei Durchsätzen bis 1700 kg/h setzt er bei seiner modernsten, komplett automatisierten Anlage, auf österreichisch-deutsche Spitzentechnologie.

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Der Verbund aus Micromat Plus 2000 und Intarema 1714 TVE-plus im Einsatz bei Tivaco: Der dem Recycling-Extruder von Erema vorgeschaltete Shredder von Lindner bereitet die Ausgangsstoffe so auf, dass die Durchsatzleistung der nachfolgende Extrusion im Vergleich zur Direktverarbeitung um 15 % steigen kann.
Der Verbund aus Micromat Plus 2000 und Intarema 1714 TVE-plus im Einsatz bei Tivaco: Der dem Recycling-Extruder von Erema vorgeschaltete Shredder von Lindner bereitet die Ausgangsstoffe so auf, dass die Durchsatzleistung der nachfolgende Extrusion im Vergleich zur Direktverarbeitung um 15 % steigen kann.
(Bild: Lindner)

Maßgebliche Komponenten sind abei ein Schredder des Typs Micromat Plus 2000 des deutschen Unternehmens Lindner Resource und eine nachgeschaltete Recycling-Extrusionslinie des Typs Intarema 1714 TVE-plus von Erema aus Österreich. Der exakt auf die Leistung dieses Extruders abgestimmte Shredder zerkleinere Filamente, Bändchen (Raffia), Big-Bags oder Vliesstoffe aus Polyolefinen (PE, PP) soweit vor, dass sie optimal auf dem Extruder verarbeitet werden könnten. Dieser Vorzerkleinerungsprozess ermöglichte bei Tivaco eine Steigerung der Durchsatzleistung des Intarema-Systems um etwa 15 % im Vergleich zur direkten Verarbeitung der Rohware.

Schredder bereitet Material optimal vor

Dank seines großvolumigen Trichters, kann der Schredder diskontinuierlich per Gabelstapler-Kippmulde mit bis zu 2 t Material befüllt werden, sodass er quasi die Vorratshaltung für den Extruder übernimmt. Per feinfühlig regelbarer Steuerung und einer Vielzahl von Programmen für unterschiedlichste Materialien, lasse er sich so einstellen, dass er stets exakt die Menge Schreddergut an den Extruder liefert, die dieser abhängig von der Art der jeweiligen Ware verarbeiten kann. Dabei können eventuell freigelegte Metalle nach dem Zerkleinerungsprozess mittels Magnet und Metalldetektion erkannt respektive separiert werden. Somit sorge der Micromat Plus auch in puncto Reinheit und Abmessungen des Aufgabematerials für optimale Materialeigenschaften im Hinblick auf die nachfolgende Extrusion. Ferner entfalle eine kraftaufwändige sowie kostenintensive manuelle Beschickung der Recyclinglinie.

Ausgelegt für Problemwerkstoffe

Der Micromat Plus 2000 ist Teil des umfangreichen Schredder-Portfolios, das Lindner Resource für die Kunststoffindustrie anbietet. Die Modellserie Micromat zeichne sich durch ein breites Spektrum an frei kombinierbaren Antrieben, Rotoren und Messern aus. Daraus ergibt sich eine besonders variable und damit die Produktivität steigernde Adaptierbarkeit an das jeweilige Material. Die für Tivaco erstellte Konfiguration ist für Problemstoffe wie Big-Bags, Filamente oder Stretchfolien optimiert worden. Zur Ausstattung gehört ein 160-kW-Motor, der für hohen Durchsatz und kleine Korngrößen bei sauberem Ausgangsmaterial ausgelegt ist. Weitere Komponenten sind spezielle Siebe sowie ein Point-Blade-Rotor mit einer Länge von 2000 mm und einem Durchmesser von 563 mm, der für präzisen Schnitt und hohen Durchsatz mit vierseitig verwendbaren Messern der Größe 43 mm × 43 mm bestückt ist.

Seit fast einem Jahr störungsfrei in Betrieb

Thibaut Debode, Geschäftsführer Einkauf & Verkauf von Tivaco, merkt an: „Angesichts des starken Preisdrucks lassen sich auch hochwertige Rezyklate nur dann wirtschaftlich erzeugen, wenn der Ressourcenverbrauch niedrig ist und der Automatisierungsgrad sowie die unterbrechungsfreie Produktionszeit hoch sind.“ Mit dem Micromat Plus 2000 habe Lindner Resource dabei geholfen, das Ziel zu erreichen. Der Antrieb dieses Shreddertyps arbeitet laut Debode besonders energiesparend und die hohe Qualität aller Komponenten sorgt für lange Standzeiten. Wenn die sehr verschleißfesten Messer dennoch gedreht oder getauscht werden müssen, lassen sich diese Arbeiten dank des komfortablen Zugangs durch die großformatige hydraulische Wartungsklappe schnell erledigen, so Debode. „Zu unserer Entscheidung für dieses System, haben auch die erprobte Zusammenarbeit zwischen Lindner und Erema sowie der umfangreiche Support von Lindner in allen Projektphasen beigetragen,“ betont Debode. Seit ihrer Inbetriebnahme Mitte 2015 laufe die Anlage störungsfrei. MM

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