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Beschichtung von Kunststoffteilen

Automatische Produktionslinie mit integrierter Oberflächenveredelung

| Redakteur: Josef-Martin Kraus

Die Integration der Metallveredelung in automatische, kontinuierlich arbeitende Produktionslinien für Kunststoffteile ist möglich. So wird derzeit ein Automationskonzept umgesetzt, bei dem das Teilehandling von der Spritzgießmaschine zur Veredelungsanlage ohne manuellen Eingriff geschieht.

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Die Balda AG, Bad Oeynhausen, hat bekanntgegeben, dass die Testphasen der neu entwickelten Produktionslinie mit integrierter Beschichtung zur Herstellung veredelter Kunststoffteile erfolgreich abgeschlossen wurde. Diese Entwicklung basiert auf einer Zusammenarbeit mit dem Anlasgenspezialisten Singulus Technologies.

Aus der im Oktober vergangenen Jahres vereinbarten und gestarteten Entwicklungskooperation resultiert vor allem die Zusammenführung der Prozessschritte Kunststoff-Spritzgießen und Oberflächenveredelung zu einer voll automatisierten Linie. Das heißt: Die Entnahme der fertig gespritzten Kunststoffteile aus der Spritzgießmaschine und die Weitergabe in die Anlage zum Aufbringen einer metallischen Oberfläche in die Veredelungsanlage Singulus 3DS erfolgt ohne jeglichen manuellen Eingriff. Dieser komplett automatisierte Produktionsablauf ist laut Balda weltweit einmalig. Nun ließen sich Kunststoffteile mit dekorativen und funktionellen Schichten - bis hin zur Kratzschutz-Beschichtung mit noch höherer Effizienz herstellen – auch in kleinsten Losen.

Enorme Zeit- und Kosteneinsparung

Die Oberflächenveredelung geschieht im PVD-Verfahren durch Kathodenzerstäubung (Sputtering). Diese Verfahrensvariante ermöglicht bei dreidimensionalen Kunststoffteilen laut Balda eine kontrollierte und reproduzierbare Schichtabscheidung im Vakuum. Vergleichbare Veredelungsverfahren wie das Aufdampfen von Metallen oder das Lackieren seien dagegen üblicherweise nur im Batchbetrieb möglich, so der Kunststoffverarbeiter: durch sequentielles Abarbeiten von Einzeloperationen.

Im Gegensatz dazu habe man mit dem völlig automatisierten Ablauf – inklusive der Oberflächenvor- und Nachbehandlung – enorme Einsparungen an Zeit und Kosten erzielt. So entfielen im Vergleich zur Galvanik die hohen Betriebs- und Entsorgungskosten.

Auslieferung der Erst-Anlage im Frühling

Der Anlagenhersteller Singulus wird die integrierbare Beschichtungsanlage im Frühling dieses Jahres an Balda liefern. Momentan werden für den Anwendungsbereich Informations- und Kommunikationstechnik ausschließlich Anlagen an Balda verkauft. Allerdings kann die automatische Verknüpfung der Prozesse Spritzgießen und Oberflächenveredelung auch für Produkte wie Kosmetikverpackungen, Spielzeuge und Automobilteile zur Anwendung kommen.

Aufgrund der mit dieser Verknüpfung zu einer völlig automatischen Linie erwartet Balda weitere Aufträge zur Herstellung und Veredelung von Kunststoffteilen im Geschäftsjahr 2007.

Balda entwickelt, fertigt, veredelt und montiert Präzisionskomponenten aus Hochleistungs-kunststoffen. Der Konzern beliefert weltweit Unternehmen der Mobilfunkindustrie und artverwandter Märkte.

Weitere Informationen: Cersten Hellmich, Balda AG, 32549 Bad Oeynhausen, Tel. (05734) 922-2706, Fax (05734) 922-2691, chellmich@balda.de

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