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3D-Kunststoffdruck Automatisiertes System für Losgröße 1

Redakteur: Simone Käfer

Arburg zeigt auf der Hannover Messe 2019, wie man Kleinserien automatisiert additiv Fertigen kann. Dazu dient seine AM-Factory mit dem Freeformer 300-3X.

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Als Praxisbeispiel auf der Hannover Messe 2019 produziert und prüft die Turnkey-Anlage von Arburg individualisierte Greifer für Schachfiguren.
Als Praxisbeispiel auf der Hannover Messe 2019 produziert und prüft die Turnkey-Anlage von Arburg individualisierte Greifer für Schachfiguren.
(Bild: © Arburg)

Die Idee der AM-Factory von Arburg ist, Kleinserien oder Bauteile in Losgröße 1 vollautomatisiert additiv zu fertigen oder zu veredeln. Auf seinem Messestand J10 in Halle 6 zeigt das Unternehmen als Beispiel die Fertigung von Vakuumgreifern für Schachfiguren. Für jede Figur – Dame, König, Läufer, Springer, Turm oder Bauer – gibt es eine eigene Greifer-Variante mit passender Geometrie. Die zentralen Elemente der Turnkey-Anlage sind ein Freeformer 300-3X, ein Sechs-Achs-Roboter und das Scada-System Arburg Turnkey Control Module (ATCM). Darüber hinaus kommt bei der AM-Factory eine modulare und skalierbare Sicherheitssteuerung zum Einsatz, die Arburg speziell für komplexe Turnkey-Anlagen entwickelt hat, um den kontinuierlich steigenden Sicherheitsanforderungen Rechnung zu tragen.

Die AM Factory von Arburg zeigt, dass sie Kleinserien additiv fertigen kann.
Die AM Factory von Arburg zeigt, dass sie Kleinserien additiv fertigen kann.
(Bild: © Arburg)

Greifer-Variante nach Kundenwunsch

Der Auftrag der gewünschten Greifer-Variante wird zunächst an einem Terminal gestartet. Jedes Bauteil erhält im ATCM automatisch eine eigene Nummer (ID). Die komplette Handhabung übernimmt ein Kuka Sechs-Achs-Roboter. Er entnimmt eine Greifer-Grundplatte aus dem Schachtmagazin und führt sie der Station „Laserbeschriftung“ zu. Dort wird sie mit einem DM-Code gekennzeichnet und ist eindeutig rückverfolgbar. Das Einlegeteil wird auf einem Werkstückträger platziert, in der nächsten Station plasmabehandelt und vor dem Einlegen in den Freeformer-Bauraum gescannt. Daraufhin ergänzt der Freeformer 300-3X entsprechend des hinterlegten 3D-Druck-Auftrags in rund drei Minuten Bauzeit die gewünschte funktionale Kontur aus dem Elastomer TPU (Desmopan 9370). Der fertige Vakuumgreifer wird entnommen, erneut gescannt und noch in der Fertigungszelle einer taktilen Funktionsprüfung unterzogen. Dazu wird die gewünschte Schachfigur angesaugt und auf dem Schachbrett umgesetzt.

Das Erfassen und Zusammenführen der Prozess- und Qualitätsdaten übernimmt das ATCM. Über ein HMI-Terminal mit Touch-Panel visualisiert es zudem die wichtigen Funktionen der kompletten Fertigungszelle. Der Datentransfer erfolgt über die Kommunikationsplattform OPC UA. Über seinen DM-Code ist jeder Vakuumgreifer zu 100 % rückverfolgbar. Auf einer individuellen Website werden nach Scannen des Codes relevante Fertigungsdaten wie Bauzeit, Material, Tropfenanzahl und Bauraumtemperatur dargestellt.

Freeformer für den Leichtbau

Im Zusammenhang mit dem AKF-Verfahren sieht Arburg auch die Themen Funktionsintegration und Leichtbau. Beispielsweise lassen sich bionisch optimierte Bauteile konstruieren und additiv fertigen, ohne fertigungstechnische Zwänge wie beim Spritzgießen berücksichtigen zu müssen. Das Unternehmen zeigt dazu auf der Hannover Messe in der Sonderausstellung „Integrated Lightweight Plaza“ in Halle 5 einen Freeformer 200-3X. Zudem wird Manuel Wöhrle, Senior Sales Manager Lightweight bei Arburg, am 2. April 2019 im Rahmen des „Forum Industrial Supply“ (Halle 4) einen Vortrag halten zu innovativen Leichtbau-Verfahren in der additiven Fertigung und im Spritzgießen.

(ID:45720237)