Steuerungen Automatisierungssystem PSS 4000

Bereits 2009 hatte Pilz das Automatisierungssystem PSS 4000 als „System für alle Automatisierungsaufgaben“ auf den Markt gebracht. Wir fragten bei Renate Pilz, Vorsitzende der Geschäftsführung von Pilz, nach.

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Renate Pilz, Vorsitzende der Geschäftsführung der Pilz GmbH & Co. KG in Ostfildern
Renate Pilz, Vorsitzende der Geschäftsführung der Pilz GmbH & Co. KG in Ostfildern
(Bild: Pilz/Andy Ridder)

Warum sollten Anwender überhaupt auf ein gemeinsames Automatisierungssystem setzen?

Zentrale Idee von PSS 4000 ist die Verschmelzung von Sicherheit und Automation. Prozess- oder Steuerungsdaten, Fail-safe-Daten und Diagnoseinformationen werden über Ethernet ausgetauscht und synchronisiert. Statt einer zentralen Steuerung steht dem Anwender ein dezentrales Steuerungssystem mit zentralem Blick zur Verfügung. Über dieses Projekt werden alle Netzteilnehmer konfiguriert, programmiert und diagnostiziert. So ist ein einfaches, einheitliches Handling im Gesamtprojekt möglich. Diese Systemphilosophie war und ist bis heute zukunftsweisend in der Automatisierung.

Die Branche wird momentan stark durch die Diskussion um Industrie 4.0 getrieben. Ist es Zufall, dass Pilz die „4“ auch im Namen des Automatisierungssystems führt?

Auch wenn noch niemand an Industrie 4.0 dachte, als PSS 4000 auf den Markt kam, so war uns doch klar, dass Modularisierung und Dezentralisierung zwei wichtige Erfolgsfaktoren in der Automatisierung sein werden. PSS 4000 erlaubt es, Anlagen in übersichtliche, selbstständig arbeitende Einheiten zu zerlegen – in Hard- und Software. Früher musste der Anwender zwingend zuerst die Hardware konfigurieren und konnte erst dann mit dem Programmieren anfangen. Heute können wir sagen: Anwender, macht es wie ihr es wollt. Das System macht keine Vorgaben.

Durch diese Trennung – die Hardwarefunktion ist unabhängig von der Softwarefunktion zu betrachten – haben wir neue Freiheitsgrade im Engineeringprozess geschaffen und ermöglichen paralleles Engineering und somit signifikante Kosteneinsparungen.

Wo wird das Automatisierungssystem PSS 4000 denn verwendet?

Seit der Einführung des Automatisierungssystems PSS 4000 sind viele – vor allem sehr vielfältige – Applikationen realisiert worden. Außer dem klassischen Maschinen- und Anlagenbau zählen dazu beispielsweise auch Seilbahnen, Krananlagen, die Mining-Industrie, die Gebäudetechnik, Erlebnisparks sowie Großprojekte wie die Automatisierung von Brücken- und Schleusenanlagen.

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