Werkzeugmaschinenbau

Automobilindustrie
treibt die Konjunktur an

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Kann man trotz Eurokrise relativ gelassen ins Jahr 2012 gehen?

Kapp: Ja, das können wir tun. Andererseits müssen wir vor dem Hintergrund der Eurokrise einfach abwarten, was auf uns zukommt. Ich hoffe allerdings, dass in dieser Hinsicht jetzt eine gewisse Beruhigung eintritt und sich dann wieder ein stabiles Wachstum über die nächsten Jahre etablieren wird.

Von der Eurokrise ist im Werkzeugmaschinenbau also wenig zu verspüren?

Kapp: Sicher gibt es den einen oder anderen Kunden, der erst mal zuckt, bevor er eine Maschine bestellt. Aber eine durchschlagende Wirkung haben wir bis jetzt nicht gesehen.

Der VDMA hat das Herumtaktieren der Politik in Sachen Eurorettung scharf kritisiert. Wie ist dazu die Position des VDW? Was wäre zu tun?

Kapp: Gut, ich glaube, dass wir als Außenstehende nicht in der Lage sind, irgendwelche klugen Ratschläge zu geben, was man zur Eurorettung tun sollte. Es wäre einfach wichtig, dass eine Beruhigung eintritt und dass eine klare politische Linie in Europa erkennbar wird.

Nehmen wir trotzdem einmal an, dass die Eurozone schrumpft. Hätte das Konsequenzen für die Werkzeugmaschinenindustrie?

Kapp: Sicher hätte das Konsequenzen, aber diese wären aus heutiger Sicht beherrschbar. Wir haben uns in den letzten Krisen gut aufgestellt, noch besser aufgestellt und ich denke, mit dem Glättungseffekt, den wir über den längeren Auftragsbestand haben, sollten wir da relativ ungeschoren davonkommen.

Kürzlich konnte man lesen, dass Großunternehmen Worst-Case-Szenarien für den Fall entwickeln, dass die Eurorettung misslingt. Haben die Werkzeugmaschinenunternehmen ebenfalls solche Szenarien in der Schublade?

Kapp: Nicht aktuell. Natürlich hat jeder gute Unternehmenslenker ein Worst-Case-Szenario im Hinterkopf, aber wir Werkzeugmaschinenbauer haben nach wie vor die Hoffnung, dass der Worst Case nicht eintritt.

Herr Kapp, vom 28. Februar bis 3. März 2012 findet die Metav statt. Wie ist aktuell das Ausstellerinteresse?

Kapp: Wir haben zur Metav 2012 bis jetzt über 500 Aussteller aus 22 Ländern auf rund 33.000 m². Das ist mehr als zur Metav 2010.

Auf der EMO 2011 hat die Werkzeugmaschinenindustrie ein regelrechtes Innovationsfeuerwerk abgebrannt. Kann die Metav da mithalten?

Kapp: Ich bin überzeugt, dass wir auf der Metav 2012 wieder Neuvorstellungen erleben werden. Zudem haben wir das Technologieforum „Zukunftsfähige Zerspanprozesse“ und die Sonderschauen „Metal meets Medical“ sowie „Faserverbundwerkstoffe für den Leichtbau“. Und dann ist es natürlich ganz wichtig für uns, dass wir auf der Metav Werbung für den Nachwuchs betreiben können über Jugendsonderschauen.

Welche Metav-Sonderschau sollte man auf keinen Fall verpassen?

Kapp: Im Prinzip keine. Dies gilt besonders für die Nachwuchsschauen. Man kann von dort viel für die eigene Nachwuchsgewinnung mitnehmen, indem man sieht, was ein Unternehmen dafür in der Region tun kann und was die jungen Leute anzieht.

* Das Interview führte Jürgen Schreier, MM-Redakteur

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