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Leichtbau mit Polymeren Autos verlieren Pfunde mit faseriger Spezialdiät

| Redakteur: Peter Königsreuther

Leichtbau ist einer der wichtigsten Trends in der Autoindustrie. Weniger Gewicht bedeutet schließlich weniger Spritverbrauch und wenigerUmweltbelastungen. In Schkopau arbeiten Fraunhofer-Forscher an den passenden Technologien dafür. Dabei spielen winzige Fasern in Kunststoffen eine große Rolle – und riesige Maschinen.

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Besonders leichte und robuste Materialien aus Kunststoff gewinnen im Automobil- und Flugzeugbau rasant Marktanteile, denn sie reduzieren das Gewicht und damit Treibstoffverbrauch und Schadstoffausstoß. Einen entsprechend leichten Pkw-Frontendträger aus langfaserverstärkter Thermoplaste zeigten Fraunhofer-Forscher bereits auf der Composites Europe 2015 in Stuttgart.
Besonders leichte und robuste Materialien aus Kunststoff gewinnen im Automobil- und Flugzeugbau rasant Marktanteile, denn sie reduzieren das Gewicht und damit Treibstoffverbrauch und Schadstoffausstoß. Einen entsprechend leichten Pkw-Frontendträger aus langfaserverstärkter Thermoplaste zeigten Fraunhofer-Forscher bereits auf der Composites Europe 2015 in Stuttgart.
(Bild: Fraunhofer IWM)

Die Anlage, um die es im Folgenden gehen wird, ist größer als das Büro eines Vorstandsvorsitzenden. Sie ist auch größer als alle Autoteile, die sie herstellt. Jedoch ist sie dafür da, Prozesse zu vereinfachen, Bauteile leichter zu machen. Ihr Name ist KM 3200 – 24500 MX IMC. Und für den Automobilbau ist sie eine Revolution. Doch davon später mehr. Stellen wir uns das Auto der Zukunft vor: Es soll uns immer den richtigen Weg weisen, vielleicht fährt es sogar von selbst. Durch den Elektromotor rollt es höchst geräuscharm und sparsam über unsere Straßen. Ach ja, höchsten Komfort soll es auch noch bieten: Entertainmentsysteme, Massagesessel, Klimaanlage.

Doch diese Vorstellung enthält mehrere Widersprüche: Zusätzliche Bauteile für Komfort und Sicherheit verbrauchen Strom und machen das Auto schwerer, E-Autos benötigen momentan noch ziemlich schwergewichtige Akkus. Um mit wenig Energie auszukommen, sollten Autos jedoch leicht sein.

Damit diese physikalischen Gegensätze aufgelöst werden können, sind die Forscher am Fraunhofer-Pilotanlagenzentrum PAZ in Schkopau bei Leipzig dabei, die Bauteile eines Autos immer leichter zu machen. Dabei setzen sie auf den Einsatz von speziellen Kunststoff-Verbindungen, sogenannte Faserverbundwerkstoffe. Experten nennen diese Teile UD-Tapes, also faserverstärkte Hybridstoffe aus zwei oder mehreren Materialien, vor allem aus Kohlenstofffaser, Glasfaser oder naturfaserverstärkten Kunststoffen.

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