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Technische Thermoplaste

BASF setzt auf Drei-Marken-Strategie bei Polyamid

| Redakteur: Josef-Martin Kraus

Ludwigshafen (jk) – Beim Kunststofferzeuger BASF wurde begonnen, die Polyamid-Kunststoffpalette neu zu strukturieren, um Kunden den Überblick über die Vielzahl der angebotenen Typen zu erleichtern. Das neue Angebotsspektrum ist dreigeteilt: in die Hochleistungs-Polyamide Ultramid, die Spezialitäten-Polyamide Miramid und in die für allgemeine Industrie-Anwendungen geeigneten Polyamide Capron.

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Unter dem Markennamen Miramid bietet BASF Polyamide in besonderen Farben und daher in kleinen Mengen an, zum Beispiel für Gehäuse elektrischer Hand-Arbeitsgeräte.
Unter dem Markennamen Miramid bietet BASF Polyamide in besonderen Farben und daher in kleinen Mengen an, zum Beispiel für Gehäuse elektrischer Hand-Arbeitsgeräte.
( Archiv: Vogel Business Media )

Diese Einteilung ist für BASF die Antwort auf die unterschiedlichen Anforderungen in den einzelnen Anwendungsmärkten für diese technischen Thermoplaste. Denn rund 70 Jahre nach der Entdeckung seien Polyamide (PA) immer noch für Neuheiten gut: Man denke an Produkte wie Ölwannen, Stoßfängerversteifungen und anspruchsvolle Elektronikteile.

An die Seite dieser viel beachteten Hochleistungs-Polyamide sind in den vergangenen Jahrzehnten laut dem Kunststofferzeuger aber auch Polyamidtypen getreten, die eher in einfacheren Anwendungen wie der Produktion von Möbelteilen oder Clips wichtige Aufgaben erfüllen – in einem von starkem Wettbewerb geprägten Umfeld.

Ultramid als Kernmarke für hohe Ansprüche

Bei Polyamid-Kunststoffen von BASF bleibt die strategische Kernmarke für technisch anspruchsvolle Anwendungen weltweit die Marke Ultramid. Dagegen bündelt der Kunststofferzeuger künftig „ausgesprochene Spezialitäten“ unter dem Namen Miramid– zum Beispiel Kleinmengen, die in bestimmten Farben oder Modifikationen benötigt werden und schnell verfügbar sein müssen. Hohe Flexibilität hinsichtlich Lieferzeit und Vermarktung sollen laut BASF die Marke Miramid besonders stärken.

Polyamide für bewährte, nicht zulassungspflichtige Anwendungen – „Industrial Grades“ mit reduziertem Serviceangebot – wurden unter dem Markennamen Capron zusammengefasst. Bei diesen Polyamiden handelt es sich – so der Kunststofferzeuger um „besonders wirtschaftliches Material für großvolumige Standardanwendungen, in denen keine engen Spezifikationen nötig sind“. BASF trennt dieses Polyamid-Sortiment von den Hochleistungskunststoffen und Spezialitäten ab. Das Ergebnis: Es werde in deutlich reduziertem Umfang weiterbestehen. Ein Großteil der unter der Marke Capron bislang zusammengefassten Typen wechselt ins Polyamidprogramm Ultramid oder Miramid.

Polyamid-Absatz bei BASF ist überdurchschnittlich hoch

In den vergangenen Jahren konnte BASF den Absatz bei Polyamid auf dem europäischen Markt erheblich steigern. Laut dem Kunststofferzeuger lag der Anstieg über dem des Gesamtvolumens in Europa. Auch für die nahe Zukunft sagt BASF erfreuliche Wachstumsraten von 5% im Jahr voraus.

Als Grund für die Steigerung des Marktanteils von Polyamid bei BASF werden einerseits die zunehmende Bedeutung und das organische Wachstum der Ultramid-Typen in anspruchsvollen Anwendungen angesehen, andererseits einigen Akquisitionen, mit denen der Kunststofferzeuger die Produktpalette abrunden konnte. So ergänzen die Capron-Polyamide (ehemals Honeywell) das BASF-Sortiment bereits seit 2003. Das Miramid-Angebot kam im November 2005 durch den Erwerb der Leuna Miramid GmbH (heute: BASF Leuna GmbH) hinzu.

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