Suchen

Außenhandel

BDI wettert gegen China-Dumping

| Redakteur: Stéphane Itasse

Im drohenden Handelskonflikt zwischen Europa und China schaltet sich der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) mit einem neuen Strategiepapier zum Marktwirtschaftstatus von China in die öffentliche Diskussion ein. „Der BDI setzt auf ein klares Zeichen für einen regelbasierten und fairen Welthandel“, sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Markus Kerber am Mittwoch in Berlin anlässlich der zweiten Orientierungsdebatte der EU-Kommission zum Thema Marktwirtschaftsstatus Chinas, wie der Verband mitteilt.

Firmen zum Thema

Der BDI fordert, dass die europäischen Industrie auch in Zukunft der Schutz vor gedumpten Waren aus China garantiert wird.
Der BDI fordert, dass die europäischen Industrie auch in Zukunft der Schutz vor gedumpten Waren aus China garantiert wird.
(Bild: Schiff der China Shipping Line auf der Elbe / Wikimedia/Hummelhummel / BY-SA 3.0)

„Wir Europäer müssen uns weiterhin das Recht vorbehalten, unsere Industrie wirksam zu schützen, wenn China seinen Unternehmen durch vielfältigen staatlichen Einfluss einen unfairen Vorteil verschafft. Zugleich müssen wir den Anspruch, den das Land aus seiner Mitgliedschaft in der Welthandelsorganisation WTO ableitet, ernst nehmen“, meinte Kerber.

BDI will Schutzzölle gegen China weiterhin WTO-konform anwenden

„Diese gegenseitige Fairness muss sich in der anstehenden Entscheidung der EU-Kommission über die zukünftige Behandlung chinesischer Unternehmen in Antidumping-Verfahren widerspiegeln“, sagte Kerber. Der BDI dringe auf weitere Gespräche mit China und baue seine eigenen Chinaaktivitäten aus. „Wir begrüßen die chinesische Bereitschaft zu Gesprächen, um eine Lösung bis Dezember zu finden und einen drohenden Konflikt zu vermeiden.“

In dem Strategiepapier fordert der BDI, dass die EU auch nach Auslaufen der im WTO-Beitrittsprotokoll Chinas festgehaltenen Übergangsfrist am 11. Dezember 2016 die handelspolitischen Schutzinstrumente gegen chinesische Unternehmen WTO-konform anwendet – und der europäischen Industrie auch in Zukunft den notwendigen Schutz vor gedumpten Waren aus China garantiert.

Kritik aus dem BDI an Handels- und Investitionshemmnissen für deutsche Unternehmen

Der BDI-Hauptgeschäftsführer prangerte die weiterhin bestehende Asymmetrie in den wirtschaftlichen Beziehungen zu China an: Während der EU-Markt für Hersteller aus China weitgehend offen sei, gebe es für Ausfuhren dorthin etliche Handelshemmnisse. „Deutschland ist offen für ausländische Investoren, sogar für chinesische Staatsunternehmen und -fonds. Dagegen können deutsche Unternehmen in einigen Branchen vor Ort gar nicht oder nur mit hohen Auflagen investieren. Diese Unterschiede muss China unbedingt abbauen“, forderte Kerber.

Vor allem sollte das Land den Strukturwandel seiner Volkswirtschaft konsequenter als bisher vorantreiben. Kerber: „Es kann nicht sein, dass China das Problem industrieller Überkapazitäten, für die zu wenig heimische Nachfrage besteht, durch Dumping auf ausländische Märkte verschiebt. Dieses Handeln bringt das globale Preisgefüge ins Wanken und ist unfair.“

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 44180089)