Plattenbrennbohrmaschine Bearbeitungszentrum bringt 100% mehr Durchsatz

Autor / Redakteur: Jörg Tetling / Rüdiger Kroh

Mit dem Einsatz der Plattenbrennbohrmaschine KF 2512 von Kaltenbach verdoppelt die Dürener Stahlbaufirma Bruno Caspers den Materialdurchsatz. Durch den Einsatz von zwei Bearbeitungsköpfen ermöglicht das Bearbeitungszentrum des südbadischen Maschinenspezialisten die Fertigung von zwei Teilen in einem einzigen Bohr-Brenn-Vorgang.

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Bild 1: Das Bearbeitungszentrum KF 2512 eignet sich für das rationelle Bohren und Brennschneiden von Blechen und Blechstreifen.Bilder: Kaltenbach
Bild 1: Das Bearbeitungszentrum KF 2512 eignet sich für das rationelle Bohren und Brennschneiden von Blechen und Blechstreifen.Bilder: Kaltenbach
( Archiv: Vogel Business Media )

Das Stahlbauunternehmen Bruno Caspers e. K. besteht seit 25 Jahren. Als Einmannunternehmen vom heutigen Inhaber Bruno Caspers gegründet, beschäftigt das Unternehmen mittlerweile 25 Mitarbeiter. Das Dürener Unternehmen verarbeitet auf einer Fläche von über 3000 m² im Rahmen von Lohnarbeiten jährlich rund 2000 t Stahl. Etwa 95% der bearbeiteten Produkte werden exportiert, ausländische Kunden sind größtenteils amerikanische und chinesische Konzerne. Seine bundesdeutschen Kernkunden hat der Stahlbauer überwiegend in Nordrhein-Westfalen.

Neu zum Maschinenpark der Firma gehört das Bearbeitungszentrum KF 2512 (Bilder 1 und 2 – siehe Bildergalerie). Konzipiert hat Kaltenbach die Maschine für den Stahl-, Maschinen- und Anlagenbau. Sie eignet sich für das Bohren und Brennschneiden von Blechen und Blechstreifen. Außerdem zählen die Sägebohranlage KBS 620 DG/KD 615 von Kaltenbach sowie eine Strahlanlage und diverse Schweißmaschinen und Sägen zum Maschinenpark des Unternehmens.

Bildergalerie

Gekauft hat Geschäftsführer Caspers die KF 2512 im Jahre 2006. Das Blech wird automatisch auf die Maschine gelegt und ein komplett fertiges Teil erzeugt, wie er berichtet. Das war ein wichtiger Grund für die Investition. Ausschlaggebend für die Kaufentscheidung war auch gute die langjährige Zusammenarbeit mit Kaltenbach.

Die Integration der neuen Anlage sowie die Schulung der Mitarbeiter waren innerhalb von nur vier Wochen abgeschlossen. Zudem war Bruno Caspers e. K. das erste Unternehmen in Deutschland, das die Plattenbrennbohrmaschine einsetzte, europaweit sind insgesamt bisher rund 50 Maschinen im Einsatz.

Innerhalb von sechs Monaten amortisierte sich das Bearbeitungszentrum

Zurzeit wird bei der Firma Caspers noch im Eineinhalbschichtbetrieb gearbeitet. Entsprechend der verbesserten Auftragslage wird Caspers sein Geschäft jedoch auf einen Zweischichtbetrieb ausdehnen. Unter dieser Prämisse amortisiert sich die neue Plattenbrennbohrmaschine nach Aussage von Caspers innerhalb von 36 Monaten.

Den entscheidenden Vorteil des neuen Bearbeitungszentrums sieht Caspers in der Verdoppelung des Materialdurchsatzes. Im Normalfall verfügen solche Maschinen nur über eine Bearbeitungseinheit. Das Kaltenbach-Bearbeitungszentrum ist direkt mit zwei Bearbeitungsköpfen ausgestattet.

So kann Caspers parallel zwei Teile in der Zeit vollständig bearbeiten, die früher für ein Teil benötigt wurde. Dadurch realisiert der Stahlbauer eine schnelle Just-in-time-Belieferung seiner Kunden, was einen wesentlichen Wettbewerbsvorteil darstellt.

Stahl wird mit integrierter Plasma-Schneidanlage oder Autogen-Schneidanlage bearbeitet

Das Unternehmen setzt S235JRGZ- und S355J2G2-Stahl ein, die Bleche haben eine Stärke von 6 bis 60 mm. Auf der Plattenbrennbohranlage KF 2512 bearbeitet die Firma Tafelgrößen von 2500 mm × 6000 mm. Der Stahl wird mit der integrierten Plasma-Schneidanlage (bis 50 mm) oder mit der Autogen-Schneidanlage für größere Bleche bearbeitet.

Entscheidend auch: Durch das neue Bearbeitungszentrum spart Caspers viele unterschiedliche Bearbeitungsschritte und damit auch Personalkapazitäten ein, die der Unternehmer bislang mit kostenintensiven Zeit- und Leiharbeitern überbrückte. Das Brennen, Anreißen, Körnen und Bohren des Materials sowie der Transport von Maschine zu Maschine fallen weg oder werden von der KF 2512 in einem einzigen Arbeitsschritt bewältigt.

Bearbeitungszentrum fertigt zwei Teile innerhalb von 10 min

Innerhalb von zehn Minuten entstehen zwei fertige Teile. Die Fertigung von Hand würde mindestens zwei bis zweieinhalb Stunden in Anspruch nehmen, wie Caspers erklärt. Bestehende Mitarbeiter, die vor der Integration des Bearbeitungszentrums mit der Ausführung dieser einzelnen Arbeitsschritte beschäftigt waren, setzt der Stahlbauer jetzt für andere Tätigkeiten ein.

Zeitgleich dazu nützt Caspers die frei gewordenen Kapazitäten der vorhandenen Maschinen wie beispielsweise die Sägebohranlage KBS 620 DG/KD 615 zur Bearbeitung anderer Aufträge. Auf der Sägebohranlage werden Profile bearbeitet, das Bearbeitungszentrum wird für Bleche und Platten genutzt.

Außerdem ist die Anlage so in die vorhandene Hallenstruktur integriert, dass ein Mitarbeiter parallel zu der Plattenbrennbohrmaschine auch die benachbarte Sägebohranlage bedienen kann. Die geschickte Einbindung der neuen Anlage spart damit zusätzliche Personalkapazitäten ein. Die Programmierung der Maschine kann sowohl im Büro als auch online erfolgen.

Bearbeitungszentrum arbeitet softwareunabhängig

Ein weiterer Vorteil: Das Bearbeitungszentrum arbeitet softwareunabhängig. Dabei ist für Caspers selbstverständlich entscheidend, wie gut die Software das Material verschachtelt, damit der Ausschuss möglichst gering bleibt. Nachdem im Büro die verschnittoptimierte Tafelbelegung erarbeitet wurde, gehen die Daten zum Lagerleitstand, in dem die Aufträge zur Bearbeitung bereitstehen. Dort kann der Produktionsleiter das anstehende und realisierte Arbeitsvolumen überprüfen und die Produktionsreihenfolge planen und umsetzen.

Durch die Einbindung der Plattenbrennbohrmaschine erzielte das Unternehmen Bruno Caspers e. K. folgende Ergebnisse:

  • Der Materialdurchsatz hat sich verdoppelt. Zwei leistungsstarke Bearbeitungsköpfe sorgen dafür, dass zwei Teile parallel gefertigt werden können. Für Caspers sind Just-in-time-Lieferungen, auch in extrem hoher Stückzahl, so problemlos möglich.
  • Einzelne Bearbeitungsschritte sind entfallen. Zusätzliche Personalkapazitäten werden eingespart, Bearbeitungszeiträume verkürzt. Die Maschine bearbeitet das Material in einem einzigen Schritt.
  • Das System ist softwareseitig offen, Schnittstellenprobleme und Abhängigkeiten von Herstellern werden so vermieden.
  • Der Aufwand bei der Implementierung in den vorhandenen Maschinenpark war gering. Das Kalten-bach-Serviceteam nahm die gesamte Anlage nach nur vier Wochen in Betrieb.

Jörg Tetling ist Vertriebsleiter Stahlbau/Stahlhandel bei der Kaltenbach GmbH + Co. KG, 79539 Lörrach.

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