Interview

Bei Amazon sollen Roboter die Arbeitsbedingungen verbessern

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Der E-Commerce zeichnet sich vor allem durch viele Bestellungen kleiner Mengen und eine besonders schnelle Auslieferung aus. Wird Automatisierung hier deshalb besonders wichtig?

Das ist schon heute der Fall. In unseren Fullfillment-Zentren, die mit Technik von Amazon Robotics ausgerüstet sind, dauert die Bearbeitung einer Bestellung nur noch wenige Minuten. Früher war das eine Frage von Stunden. Als Unternehmen sind wir von unseren Kunden und ihren Wünschen geradezu besessen. Deshalb nutzen wir alle Werkzeuge, die uns zur Verfügung stehen, um diesen Wünschen entgegenzukommen. Im Kern sehen wir hier drei Kundenwünsche, die sich auch in den nächsten Jahren nicht ändern werden. Das sind eine große Auswahl an Produkten, eine schnelle oder individuelle Lieferung und niedrige Preise. Automatisierung kann uns in allen drei Bereichen helfen, dem Kundenwunsch zu entsprechen. So gewinnen wir durch die Robotertechnik in unseren Logistikzentren Platz, wodurch wir mehr unterschiedliche Artikel einlagern können, und sie hilft uns, die Bestellungen schneller auszuliefern. Außerdem können wir niedrigere Preise bieten, wenn wir effizienter sind. Deshalb ein deutliches Ja, Automatisierung ist in unserer Branche sehr wichtig.

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Und es ist durchaus ein reizvolles Betätigungsfeld.

Absolut! Und das kann man hier in der Halle sehen. Sie hilft uns vor allem dabei, Innovationen zu inspirieren. Es ist ein äußerst spannendes Feld und macht uns als Arbeitgeber für talentierte Entwickler sehr interessant.

Im industriellen Bereich ist die Vernetzung der Produktion gerade das große Thema. Industrie 4.0 und das Internet der Dinge sind hier nur zwei von vielen Schlagworten. Sind das Konzepte, die auch im Handel Anwendung finden könnten?

Es gibt hier durchaus Berührungspunkte. Vor allem die Vorstellung vernetzter kollaborativer Roboter ist sehr verlockend. Das würde dazu führen, dass sich die beiden Partner – Mensch und Maschine – wirklich auf das konzentrieren können, was sie am besten können. Die Maschinen wären also für die schnelle Verarbeitung von Zahlen und das Heben schwerer Objekte zuständig, während das kreative Denken und der Aufbau von Erfahrungen die Aufgabe des Menschen wären. Diese Symphonie aus Mensch und Maschine zu erhalten, ist sowohl in der Produktion als auch im Handel eine Idealvorstellung.

Diese Symphonie bedingt natürlich auch, dass sich die Maschinen untereinander austauschen können ...

Ganz genau. Aus rein technischer Sicht ist der vernetzte Roboter deshalb äußerst interessant. Denn dadurch ist die Kommunikation nicht mehr wie bisher nur zwischen Mensch und Maschine, sondern auch zwischen Maschine und Maschine möglich. Gerade wenn wir uns dahin entwickeln, dass jedes Glied in der Kette seine spezifische Aufgabe erfüllt, ist eine umfassende Kommunikation wichtig und nötig. Deshalb sind wir in diesem Bereich auch sehr aktiv.

Amazon ist der Kategorisierung als Handelsunternehmen schon lange entwachsen und verkauft viele Produkte aus eigener Herstellung. Werden Unternehmen in Zukunft auch Roboter aus Amazon-Herstellung kaufen können?

Zu unseren Zukunftsplänen in diesem Bereich kann ich mich leider nicht äußern. Was ich allerdings sagen kann, ist, dass wir der Robotik eine große Zukunft prophezeien. Amazon Robotics hat mittlerweile mehr als 500 Mitarbeiter und wächst gegenwärtig noch weiter. Wir werden weiter daran arbeiten, die Effizienz unserer Fulfillment-Zentren zu verbessern und die Mitarbeiter durch unsere Technologie und Entwicklungen bei ihrer Arbeit zu unterstützen.

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