Industrietore Bei der Auswahl der Verladetechnik zählt die individuelle Beanspruchung

Autor / Redakteur: Thorsten Lemmer / Volker Unruh

Bei der Investition in Verladetechnik und Industrietore gilt es einige Kriterien hinsichtlich der Wartung und Instandhaltung zu beachten, wenn die Investition nachhaltig sein soll. Gerade im Verladebereich können früher oder später benötigte Ersatzteile für Hydraulik oder Mechanik teurer sein als ein Neuprodukt.

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Wer in puncto Verladestelle nachhaltig investieren und wirtschaften will, muss über den Tellerrand schauen und die Rampen über ihren gesamten Lebenszyklus betrachten. Bei einem Projekt wie dem Bau eines Logistikzentrums stehen über den Investitionszeitraum gesehen den etwa 20% Anfangskosten 80% Folgekosten gegenüber. Gerade im Bereich Industrietore und Verladetechnik können später einige Ersatzteile teurer sein als ein Neuprodukt.

Nachhaltigkeit wird in der Logistik noch nicht umgesetzt

In der Logistikbranche wird sehr viel über Nachhaltigkeit gesprochen, aber es fehlt in weiten Teilen noch an der Umsetzung. Bei einer Investition wie der in ein Logistikzentrum hängt die Freigabe der finanziellen Mittel stark von den Anfangskosten ab.

Zwar sind die Folgekosten für die Instandhaltung an der Verladestelle, insbesondere die Kosten für Ersatzteile, ein ganz heißes Thema bei den Betreibern, aber notwendige Veränderungen scheitern oft an den vorhandenen Strukturen. Die aber werden geprägt von unterschiedlichen Interessensgruppen und Anreizsystemen der Beteiligten, darunter natürlich Bauherr, Projektentwickler, Architekten und Generalunternehmer.

Auftragnehmer werden an den Anfangskosten gemessen

Die Architekten und Generalunternehmer möchten natürlich den Auftrag bekommen und werden an den Anfangskosten gemessen, genau wie die Einkäufer auf Seiten der Bauherren. Beispiel Generalunternehmer (GU): Ein Generalunternehmer muss einen vorher festgelegten Sollzustand zu einem bestimmten Preis herstellen. Möchte ein Kunde 20 Produkte mit den Merkmalen A, B und C, wird der GU das in den meisten Fällen 1:1 umsetzen.

Er würde sich ins eigene Fleisch schneiden, wenn er ein im Neuverkauf teureres Produkt auswählen würde, selbst wenn das Produkt den Bauherren über den Investitionszeitraum weniger Kosten verursachen würde. Es fehlt ein Anreizsystem.

Während der Projektentwicklungsphase wird immer wieder nach Einsparpotenzial gesucht. Häufig entscheiden sich die Beteiligten dann für Billiganbieter, die mit günstigen Einstandspreisen locken.

Anlagelebensdauer und Folgekosten berücksichtigen

Die Anlagenlebensdauer oder die Folgekosten für die Instandhaltung werden in dieser Phase meistens nicht mehr berücksichtigt. Wenn man sich die geplante Lebensdauer von etwa 20 Jahren für eine Logistikhalle vor Augen führt, ist das allerdings verwunderlich.

Im letzten Jahr hat beispielsweise ein großes Unternehmen nach nur wenigen Jahren in einem seiner Logistikzentren über 200 Torabdichtungen austauschen müssen. Die anfängliche Einsparung wurde also später um ein Vielfaches wieder ausgegeben.

Die Ursache für Vorkommnisse solcher Art liegt an dem daraus resultierenden Preisdruck – mit der Folge eines seit Jahren anhaltenden Trends zur Materialeinsparung, um Neuprodukte auf dem Markt günstig anbieten zu können. Und das geht oftmals nur auf Kosten einer kürzeren Lebensdauer der Anlagen.

Einsparung bei den Einstandspreisen können schnell sehr teuer werden

In einem großen Logistikzentrum, das erneut erweitert werden soll, wurde beispielsweise jüngst erst festgestellt, dass die etwa acht Jahre jungen Überladebrücken bereits einen ähnlichen Verschleißzustand erreicht hatten wie die rund 20 Jahre alten. Von daher ist es sinnvoll, bei der Wahl von Verladestationen auf Anbieter mit einem hohen Funktions- und Qualitätsanspruch wie die Promstahl GmbH in Gehrden zu achten.

Bei der Auswahl und Leistungsbeschreibung von Verladetechnik und Industrietoren sollte also der Preis für die Anschaffung und Inbetriebnahme immer in Relation zur konzipierten Lebensdauer und zu den potenziellen Instandhaltungskosten betrachtet werden. Mit dem Beispiel eines Industrietores verhält es sich ähnlich wie bei einem Auto: Es muss die individuelle Beanspruchung berücksichtigt werden.

Zahl der Lastspiele bestimmt Industrietor-Lebensdauer

Was bei einem Auto die Kilometer sind, ist bei einem Tor das Lastspiel, also die Häufigkeit der Toröffnungen und -schließungen. Je nach vorausberechneter Beanspruchung sollte die Wahl des Tores ausfallen: So ist es durchaus sinnvoll darauf zu achten, ob Hersteller standardmäßig etwa 15000 Lastspiele, also Toröffnungen und -schließungen, oder 30000 gewährleisten. 15 Toröffnungen pro Tag summieren sich bei 220 Arbeitstagen pro Jahr auf jährlich 3300 Lastspiele.

In Bezug auf die genannten Werte ergibt das eine Lebensdauer von fünf oder von zehn Jahren. Eine Einsparung bei den Einstandspreisen von 300 bis 400 Euro pro Einheit kann also gerade auch bei größeren Verladeanlagen sehr teuer werden, wenn bereits nach fünf Jahren – je nach Anbieter – das Mehrfache für die Instandhaltung investiert werden muss.

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Instandhaltungsmaßnahmen werden oft von den Herstellern vorgegeben

Der zweite Punkt sind die potenziellen Instandhaltungskosten, wozu auch Ersatzteilpreise oder die jährliche Prüfung zählen. Daher sollte man sich grundsätzlich fragen, welche Instandhaltungsmaßnahmen seitens des Herstellers vorgegeben werden und was die entsprechenden Maßnahmen kosten. Bei einer Überladebrücke müssen beispielsweise die Hydraulikschläuche nach sechs Jahren getauscht werden.

Welche Kosten fallen also bei den unterschiedlichen Lieferanten an? Die Preisspannen bei Ersatzteilen sind enorm. Erfreulicherweise können einige Hersteller, wie zum Beispiel Promstahl, Ersatzteile für Mitbewerber in Erstausrüsterqualität liefern – und das sogar zu deutlich besseren Konditionen. So ist man in keiner Weise gezwungen, Originalteile vom Hersteller zu beziehen.

Ein genauer Leistungsvergleich der Wartungsanbieter lohnt sich immer

Da sich die Instandhaltung der Anlagen unter anderem aus der gesetzlichen Landesbauordnung oder Betriebssicherheitsverordnung ableitet, sollte unbedingt die erforderliche Sachkunde des Wartungsanbieters hinterfragt werden. Bei den großen Herstellerfirmen ist das meistens unbedenklich, während immer häufiger kleine Handwerksbetriebe die jährliche Prüfung nebenbei anbieten. Dabei fehlen oft die erforderlichen Vorschriftenkenntnisse oder die dafür notwendige Praxiserfahrung.

Neben der Sachkunde spielt selbstverständlich die Leistungsfähigkeit eine zentrale Rolle. Bei kleinen Betrieben gibt es in vielen Fällen keine Krankheits- oder Urlaubsvertretung. Außerdem sind Reaktionszeit, 24-h-Hotline, Lieferzeiten und Kosten für Ersatzteile wichtige Punkte, auf die man beim Abschluss eines Wartungsvertrages achten sollte.

TCO für neue Verladeanlagen berücksichtigen

Wer die Investition in eine Verladeanlage plant, sollte sich auf jeden Fall mit seinem beauftragten Generalunternehmer oder Architekten über die Total Cost of Ownership (TCO), also über die zu erwartenden Gesamtbetriebskosten über den Lebenszyklus der Anlage hinweg, unterhalten, eventuell sogar bestimmte Vorgaben oder Anreizsysteme mit ins Spiel bringen. Langfristiges Denken und Handeln sollten stärker honoriert werden – es zahlt sich aus. MM

Thorsten Lemmer ist Geschäftsführer der Docking Montage und Service GmbH in 30989 Gehrden

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