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Recruiting Bei der Personalsuche ist noch Luft nach oben

| Autor / Redakteur: Agnes Koller / Robert Horn

Unternehmen im Maschinenbau stehen auch am Arbeitsmarkt in einem starken Wettbewerb. Um potenzielle Bewerber anzulocken, braucht es eine zielgruppengerechte Strategie. Eine Studie zeigt, wie es um die Recruiting-Qualität in der Industrie bestellt ist.

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In den Bereichen Website, Social Media und Präsenz auf Online-Stellenmärkten erreicht der Maschinen- und Anlagenbau überdurchschnittliche Werte.
In den Bereichen Website, Social Media und Präsenz auf Online-Stellenmärkten erreicht der Maschinen- und Anlagenbau überdurchschnittliche Werte.
(Quelle: BEST RECRUITERS )

Wie es objektiv um die Recruiting-Perfor­mance der Toparbeitgeber Deutschlands bestellt ist, untersucht Best Recruiters auf wissenschaftlich fundierter Basis. Anhand von 133 Kriterien misst die Studie jährlich in acht Erhebungskategorien die Qualität der 500 umsatz- und mitarbeiterstärksten Unternehmen. Die Kategorien umfassen die wichtigsten Berührungspunkte eines Kandidaten mit dem potenziellen Arbeitgeber: von der Karriere-Website, den Social-Media- und Mobile-Recruiting-Aktivitäten über die Online-Stellenausschreibungen und die Präsenz in Online-Stellenbörsen bis zur Reaktion auf Bewerbungen, zur Usability im Bewerbungsprozess und dem Umgang mit Interessenanfragen seitens eines Bewerbers. Für die Erfüllung jedes Einzelkriteriums werden Punkte vergeben, maximal sind 100 Punkte möglich.

Recruiting-Qualität steigt weiter

Alles in allem ist die Professionalität der Unternehmen in Deutschland gestiegen; in diesem Jahr erreichten die 507 getesteten Arbeitgeber durchschnittlich 59 % der maximal möglichen Punkte. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es 54 %.

Die Studie untersuchte insgesamt 27 Branchen; besonders vorbildlich schneiden in diesem Jahr Personaldienstleister ab, die im aktuellen Branchenvergleich den ersten Platz belegen. Der Anlagen- und Maschinenbau bewegt sich hingegen im Mittelfeld: Die getesteten Unternehmen erreichten durchschnittlich 59 % der Maximalpunkte und haben sich damit gegenüber dem Vorjahr um drei Prozentpunkte verbessert. Dass sie im Branchenranking dennoch weitere drei Plätze verloren haben, ist darauf zurückzuführen, dass andere Branchen ihr Recruiting-Niveau überproportional gesteigert haben und am Maschinenbau vorbeigezogen sind, beispielsweise Personaldienstleister und die Medienbranche.

Recruiter im Maschinenbau befinden sich grundsätzlich auf einem guten Weg: In den vergangenen zwölf Monaten haben sie sich offensichtlich mit ihren Karriere-Websites, Social-Web-Auftritten und dem Thema Mobile Recruiting beschäftigt. Mit Erfolg, wie die Analyse zeigt. In den Kategorien Karriere-Website sowie Social Web befindet sich die Branche sogar über dem Gesamtdurchschnitt. Allerdings gibt es im Bereich der mobilen Services für Bewerber und bei den Online-Stellenanzeigen noch Verbesserungspotenzial – hier hat sich bei anderen Wirtschaftszweigen im vergangenen Jahr deutlich mehr getan.

Für Bewerber ist die Stellenanzeige oft der erste Kontakt mit einem Unternehmen. Sie sollte konsistent sein und neben den „Hard Facts“ auch die Kernbotschaften der Arbeitgeberpositionierung und vor allem die Informationen enthalten, die Bewerber interessieren. Gerade Benefits, die den Kandidaten im Unternehmen erwarten, sowie explizite Entwicklungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten erwähnen Recrui­ter im Anlagen- und Maschinenbau verhältnismäßig selten (siehe Abbildung). Damit vergeben sie Chancen, bei Bewerbern zu punkten. Vorbildlich sind die Arbeitgeber der Branche, was den persönlichen Kontakt anbelangt: Fast vier von fünf nennen in den Stellenanzeigen die Kontaktdaten einer konkreten Ansprechperson (Gesamt: 60 %), ein oft geäußerter Wunsch von Bewerbern. Außerdem setzen überdurchschnittlich viele Recruiter auf die Netzwerke der Kandidaten und versehen ihre Ausschreibungen mit einer Weiterleitungsfunktion sowie Share-Buttons, mit denen diese das Jobangebot in ihren sozialen Netzwerken teilen können.

Deutsche Personalabteilungen haben den Ruf nach mobilen Anwendungen gehört: Die Zahl mobil optimierter Karriere-Websites und Stellenanzeigen ist erneut kräftig gestiegen. Zwei Drittel der 507 analysierten Organisationen haben ihre Karriereseiten entsprechend angepasst. Im Anlagen- und Maschinenbau ist der Trend noch nicht ganz so ausgeprägt; 57 % bieten Bewerbern den Service, bequem über ihr mobiles Endgerät auf die Informationen zuzugreifen. Zum Vergleich: In der Automobilbranche, einem Wettbewerber am Fachkräftemarkt, ist dies bereits bei 70 % der Arbeitgeber der Fall. Bei mobil optimierten Stellenanzeigen ist die Differenz sogar noch größer.

Die Studie zeigt: Recruiter im Anlagen- und Maschinenbau wissen um die Bedeutung einer professionellen Bewerberansprache und Arbeitgeberkommunikation. In einigen Bereichen schneiden sie bereits besser ab als im Vorjahr, bei anderen Kriterien können sie hingegen noch von Kollegen anderer Branchen lernen. Es wird deutlich, dass es noch die eine oder andere Stellschraube gibt, an denen Personalverantwortliche drehen können, um ihre Recruiting-Performance zu optimieren. MM

* Agnes Koller ist Studienleiterin bei Best Recruiters in 1040 Wien, Tel. (00 43 1) 5 85 69 69-0, agnes.koller@bestrecruiters.eu

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