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Industrial Security

Bei der Smart Factory auf Nummer sicher gehen

| Redakteur: Jürgen Schreier

Mit zunehmender Vernetzung steigt die Gefahr, dass Computerwürmer, Viren und Trojaner in industrielle Netzwerke eindringen oder Hackerangriffe zum Ziel führen. IT-Fachleute und Sicherheitsexperten sind sich deshalb einig: ohne Security kein Industrie 4.0.

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Mit der Vernetzung nehmen die Risiken für die IT-Sicherheit zu.
Mit der Vernetzung nehmen die Risiken für die IT-Sicherheit zu.
(Bild: Bosch)

Ob Trojaner oder andere Schadsoftware: De facto könnten solche digitalen Plagegeister heute auf fast allen elektronischen Geräten ihr Unwesen treiben, warnen IT-Fachleute wie Nicolas Ehrschwendner. Datenträger wie Festplatten, SSD und USB-Sticks seien ebenso gefährdet wie Kopierer, Autos, Fernseher und – man mag es kaum glauben – Kaffeemaschinen, erzählt der Geschäftsführer der Attingo Datenrettung in Hamburg. Dass der gehackte Kaffeeautomat vielleicht nur fade Brühe liefert, mag man noch verschmerzen. Bei Industriesteuerungen sieht die Sache aber schon anders aus.

Jedes dritte Unternehmen verzeichnet sicherheitsrelevante Vorfälle

Vor diesem Hintergrund wirken die Umfragezahlen, die der ITK-Verband Bitkom vor wenigen Tagen vorlegte, alarmierend. Fast jedes dritte Unternehmen in Deutschland verzeichnete in den vergangenen zwei Jahren IT-Sicherheitsvorfälle. Damit lag der Anteil der betroffenen Unternehmen exakt auf dem gleichen Niveau wie bei der entsprechenden Umfrage im Vorjahr. „Deutsche Unternehmen sind zu einem attraktiven Ziel für Cybergangster und ausländische Geheimdienste geworden“, erklärt Bitkom-Präsident Prof. Dieter Kempf und hebt symbolisch den Zeigefinger: „Umso wichtiger ist es, die Sicherheitsvorkehrungen immer auf dem neuesten Stand zu halten und regelmäßig in den Schutz der eigenen IT-Systeme zu investieren.“

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Besonders beunruhigt aber die Tatsache, dass kleine und mittelständische Unternehmen stärker von IT-Sicherheitsvorfällen betroffen sind als große. Während bei Unternehmen mit 20 bis 499 Mitarbeitern fast jedes dritte betroffen ist, ist es bei Unternehmen ab 500 Mitarbeitern nahezu jedes fünfte, so die aktuelle Umfrage des ITK-Verbandes. „Große Unternehmen sind zwar häufiger Angriffsziel, können die Attacken aber aufgrund ihrer personellen, finanziellen und technischen Ressourcen besser abwehren“, weiß Bitkom-Präsident Kempf.

Innovativer Mittelstand im Fadenkreuz

Doch weckten auch und gerade innovative Mittelständler mit spezialisiertem Know-how in bestimmten Technologien bei kriminellen Hackern und Geheimdiensten Begehrlichkeiten. Doch wenn schon der Espressoautomat manipuliert werden kann, der dann bestenfalls schlechten oder gar keinen Kaffee mehr ausspuckt: Wie ungleich größer ist die Gefahr, wenn sich „digitales Ungeziefer“ in Industriesteuerungen, Netzwerken oder Leitwarten einnistet und via Web Attacken auf Maschinen, Anlagen oder komplette Fabriken gefahren werden?

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