Beschichtungen Beschichtungsspezialist Oerlikon Balzers feiert 70-jähriges Jubiläum

Redakteur: Stéphane Itasse

Vor 70 Jahren wurde ein neues Unternehmen ins fürstlich-liechtensteinische Handelsregister eingetragen: die „Gerätebau-Anstalt“ in Balzers. Die Gründer, Prof. Max Auwärter, Fürst Franz Josef II. von und zu Liechtenstein und der Unternehmer Emil G. Bührle,hatten die revolutionäre Idee, auf dem Gebiet der dünnen Schichten Fertigungsprozesse zu entwickeln, und die für eine industrielle Durchführung notwendigen Apparaturen selbst zu bauen.

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Oerlikon Balzers entwickelt seit 70 Jahren Verschleißschutzschichten, die industrielle Prozesse effizienter machen und die Umwelt schonen – und die dazu gehörigen Maschinen.
Oerlikon Balzers entwickelt seit 70 Jahren Verschleißschutzschichten, die industrielle Prozesse effizienter machen und die Umwelt schonen – und die dazu gehörigen Maschinen.
(Bild: Oerlikon Balzers)

Dadurch wurden zum ersten Mal Prozess und Anlage zu einer Einheit, und diese auch zusammen verkauft – ein Geschäftsmodell, das sich über 70 Jahre als äußerst erfolgreich erwies. Heute heißt die ehemalige „Gerätebau-Anstalt“ Oerlikon Balzers, und sie ist Teil des Surface Solutions Segments der Oerlikon-Gruppe, das 2014 nach der Übernahme von Metco aus dem Sulzer-Konzern entstanden ist.

Für Dr. Roland Herb, CEO des Surface Solutions Segments, ist die Geschichte der Gründerväter ein Sinnbild für das Unternehmen. „Lösungen für Fragen zu finden, auf die die Industrie noch keine Antwort hat, das liegt im Balzers-Blut, ist sozusagen Teil unserer DNA. Und ebenso der Mut, diese Ideen in die Tat umzusetzen“, umspannt er 70 Jahre Firmengeschichte.

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PVD-Beschichtung erlebte 1978 ihren Durchbruch

Prof. Auwärter stellte noch Sonnenschutz- und Anti-Reflexionsbeschichtungen für Brillengläser und Kameraobjektive sowie Dünnfilme für elektronische Anwendungen her. Lange Zeit war die Vakuumtechnik der Schwerpunkt des Unternehmens. Auch heute noch ist das Hochvakuum wesentlich für die Dünnfilm-Beschichtung, allerdings wird dieser Teil nun zugekauft – die Kernkompetenz der heutigen Oerlikon Balzers sind Beschichtungsprozesse und die dafür notwendigen Anlagen.

1974 begann man mit der Entwicklung von PVD-Schichten (PVD = Physical Vapour Deposition, zu Deutsch: physikalische Dampfabscheidung). Der Durchbruch gelang im Jahr 1978 mit der Beschichtungsmarke Balinit, die bis heute ein wichtiges Standbein von Oerlikon Balzers ist. „Im Grunde geht es für uns immer darum, den Verschleiß zu reduzieren, und gleichzeitig die Effizienz zu steigern, egal ob es sich um Formel-1-Motoren, Flugzeugturbinen, Kolbenbolzen für die Automobilindustrie, um Präzisionsinstrumente oder Werkzeuge für die Plastik oder Metall verarbeitende Industrie handelt. Höhere Effizienz und weniger Verschleiß bedeuten schlussendlich geringeren Schadstoffverbrauch und Schonung der Ressourcen. Wir sind stolz darauf, dass unsere tägliche Arbeit auf Werten wie Nachhaltigkeit, Tradition und Innovationskraft beruht“, sagt Herb.

Über 1300 Patente für die Oberflächentechnik

Weltweit beschäftigt Oerlikon Balzers heute über 4800 Mitarbeitende, rund 550 davon am Hauptsitz in Balzers. Mehr als 100 von ihnen sind in der globalen Forschung und Entwicklung tätig. Herb spannt den Bogen über 70 Jahre Innovation: „Wir sind stolz auf unsere eigenständigen Forschungen, die zu vielen Schicht- und Anlagenentwicklungen und zu über 1300 Patenten im Bereich der Oberflächenlösungen geführt haben – und unser Unternehmen zum Technologieführer bei Dünnfilm-Beschichtungen gemacht haben.“

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