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Leasing Besser Erträge mit Leasing finanzieren als nur Kredite ersetzen

| Autor / Redakteur: Ken Fouhy und Peter Steinmüller / Peter Steinmüller

Trotz ihrer schwierigen Lage werden Fertigungsbetriebe im nächsten Jahr Leasingverträge zu attraktiven Konditionen erhalten. Dafür müssen die Unternehmen aber nachweisen, dass sie gesunde Erträge erwirtschaften können. Darin waren sich die Teilnehmer des MM-Roundtable einig.

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Von links: Wilhelm Lindemann (IKB Leasing), Helmut Fries (Commerz Real), Rüdiger Freiherr von Fölkersamb (Deutsche Leasing), Ken Fouhy (MM), Peter Steinmüller (MM), Peter Dieckmann (VR-Leasing) und Jörg Dethlefsen (Siemens Finance & Leasing).
Von links: Wilhelm Lindemann (IKB Leasing), Helmut Fries (Commerz Real), Rüdiger Freiherr von Fölkersamb (Deutsche Leasing), Ken Fouhy (MM), Peter Steinmüller (MM), Peter Dieckmann (VR-Leasing) und Jörg Dethlefsen (Siemens Finance & Leasing).
( Archiv: Vogel Business Media )

Meine Herren, laut Ifo-Institut brach das Neugeschäft der Leasinganbieter mit Produktionsmaschinen im ersten Halbjahr um rund 30% ein. Werden denn Ihre Angebote für die Maschinenbauer noch abgerufen?

Dieckmann: Bei Objektwerten bis zu 125000 Euro gibt es durchaus eine rege Nachfrage. Denn dies sind Anschaffungen, die ein lebendiges Unternehmen tätigen muss, um seine Leistungsfähigkeit aufrechtzuerhalten. So ziehen aktuell einige Unternehmen Leasing verstärkt in Betracht.

Anders stellt sich die Lage bei größeren Investitionsvolumen dar: Hier ist ein deutlicher Rückgang spürbar, der die Lage im Maschinenbau widerspiegelt. Zudem werden sich im Jahr 2010 die Banken und die Leasinggesellschaften mit deutlich höheren Risikokosten auseinandersetzen müssen.

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Fries: Bei der Mittelstandsfinanzierung stehen wir im Wettbewerb zu den Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken und deren Finanzdienstleistern. Die Margen entwickeln sich hier in einem engen Rahmen, aktuell zahlen die Kunden ein halbes oder ganzes Prozent mehr, bei besserer Konjunktur entwickeln sich die Zinsen wieder rückläufig.

Aber große Adressen, die noch vor zwei Jahren 0,5% Zinsen gezahlt haben, akzeptieren inzwischen Sätze von 3 bis 4%. Denn bei größeren Investitionsvolumina wären die Alternative Kreditzinsen von 6 bis 8%.

Lindemann: Wir sind wahrscheinlich von den hier vertretenen Gesellschaften diejenige mit der stärksten Konzentration auf den Maschinenbau. Maschinen machen fast 90% unseres Vermietvermögens aus. Unser Geschäft ist in ähnlicher Größenordnung betroffen wie der Maschinenleasing-Markt allgemein. Betriebswirtschaftlich trifft uns diese Situation nicht ganz so stark, weil es bei der Margenfindung eine leichte Erholung gibt.

Fölkersamb: Bei unseren Maschinenbau-Kunden beträgt der Objektwert typischerweise 350000 bis 400000 Euro. In dieser Größenordnung spielt das persönliche Gespräch mit dem Kunden eine ganz große Rolle, um die Bonität wirklich auszuloten.

Auf der anderen Seite erhalten Sie bei diesen Summen auch Qualitätsmaschinen, die auf Dauer einen gewissen Wert darstellen. Ich stimme Herrn Dieckmann zu, dass höhere Insolvenzzahlen auch die Preise nach oben treiben werden.

Dethlefsen: Die Leasingbranche ist aufs engste mit der Realwirtschaft verzahnt, denn wir finanzieren die Güter, die der Kunde für seine Produktion benötigt. Damit wirken sich die Auftragsrückgänge natürlich sehr schnell auch in unserer Branche aus.

Trotz immer noch sehr schwacher Kapazitätsauslastungen gehe ich aber davon aus, dass wir im nächsten Jahr insbesondere bei den Rationalisierungs- und Ersatzinvestitionen einen Zuwachs verzeichnen werden, ebenso bei Produkt- und Prozessinnovationen.

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