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Bestellungen deutscher Werkzeugmaschinen ziehen kräftig an

| Redakteur: Stéphane Itasse

Im ersten Quartal 2010 ist der Auftragseingang in der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie kräftig angezogen. Insgesamt stiegen die Bestellungen von Januar bis März im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 43%, wie der Verein Deutscher Werkzeugmaschinen (VDW) am Dienstag in Frankfurt am Main mitteilt. Die Inlandsnachfrage stieg um 25%, die Auslandsorders legten um 54% zu.

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Die deutsche Werkzeugmaschinenbranche hat im ersten Quartal 2010 deutlich mehr Bestellungen bekommen, ist aber noch nicht über den Berg. Bild: Gildemeister
Die deutsche Werkzeugmaschinenbranche hat im ersten Quartal 2010 deutlich mehr Bestellungen bekommen, ist aber noch nicht über den Berg. Bild: Gildemeister
( Archiv: Vogel Business Media )

„Nach dem guten Jahresauftakt bleibt abzuwarten, inwieweit diese erfreulichen Zuwächse auf den weiteren Jahresverlauf übertragbar sind“, kommentiert VDW-Geschäftsführer Dr. Wilfried Schäfer das Ergebnis. Sehr positiv werte der Verband, dass Service- und Ersatzteilgeschäft stark zugenommen haben. Die Kunden arbeiteten wieder mit ihren Maschinen. Das werde über kurz oder lang auch Neuanschaffungen nach sich ziehen.

Werkzeugmaschinenbau ist optimistischer

Im Werkzeugmaschinenbau macht sich etwas mehr Optimismus breit, heißt es weiter. Die Kapazitätsauslastung sei im April auf 71,6% gestiegen nach 67,6% im Januar 2010. Der Auftragsbestand habe sich auf 6,6 Monate im Februar 2010 ebenfalls erhöht nach 5,6 Monaten im Oktober des vergangenen Jahres.

Die Zahl der Beschäftigten habe sich zu Beginn des Jahres bei rund 64300 Mitarbeitern gefestigt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sei das ein Minus von circa 11%.

Keinesfalls ist die Branche jetzt schon über den Berg, wie der VDW berichtet. Das Ordervolumen bewege sich im Vergleich zum Spitzenjahr 2008 nach wie vor auf niedrigem Niveau. „Ganz große Sorge macht den Unternehmen die Liquidität, sowohl bei ihren Kunden als auch bei sich selbst“, sagt Dr. Schäfer. Es fehle einfach an genügend Geld zu marktüblichen Konditionen, mit dem die Aufträge vorfinanziert werden können.

Werkzeugmaschinenbau beklagt fehlende Liquidität

Hinzu kämen deutlich gestiegene Gebühren bei den Kreditausfallversicherungen. Fehlende Liquidität könne im Extremfall dazu führen, dass im beginnenden Aufschwung nochmals Personal abgebaut werden müsse, obwohl es eigentlich benötigt werde.

Bis der Auftragseingang jedoch zu Umsatz wird, würden aufgrund der technischen Durchlaufzeiten zwischen drei Monaten im Standardmaschinenbau und zwei Jahren im Sondermaschinengeschäft vergehen. Deshalb werde 2010 ein Übergangsjahr bleiben.

Selbst wenn die Werkzeugmaschinennachfrage weiter so gut laufe wie zu Jahresbeginn, werde das nicht für einen Zuwachs in der Produktion reichen. „Deshalb erwarten wir auch im laufenden Jahr nochmals einen Rückgang von 12% in der Produktion“, erläutert Dr. Schäfer.

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