Unternehmens-Finanzierung Beteiligungsbranche bleibt an mittelständischen Maschinenbauern interessiert

Redakteur: Stéphane Itasse

München (si) - Die deutschen Beteiligungsgesellschaften erwarten eine weitere Belebung ihres Geschäfts im Vergleich dem Vorjahr. Die Umwelttechnik gilt dabei unter den Finanzinvestoren als attraktivste Branche, doch auch der Maschinenbau zählt zu den bevorzugten Sektoren. Dies ergab einer Befragung deutscher Private-Equity-Gesellschaften durch die Kanzlei Rödl & Partner.

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Im Rahmen der Untersuchung im Frühjahr 2007 wurden 303 Beteiligungsgesellschaften mit Schwerpunkt Mittelstand in Deutschland zu ihren Zukunftserwartungen und Investitionsschwerpunkten befragt. Über 1/3 der Gesellschaften (107) nahmen an der Studie teil, heißt es in einer Mitteilung der Kanzlei vom Donnerstag.

Finanzierungsvolumen steigt deutlich

Nach Informationen des Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) erhöhte sich das Volumen der Private Equity-Investitionen in Deutschland im ersten Halbjahr 2007 auf 1.845 Mio. Euro. Dies bedeutet fast eine Verdoppelung im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr mit 939 Mio. Euro.

Die Beteiligungsunternehmen richten ihre Investitionen wesentlich nach Branchen aus. Die Umwelttechnik gilt als attraktivste Branche, gefolgt von Medizintechnik/Gesundheit und Telekommunikation/IT. Unternehmen dieser Branchen haben große Chancen, Finanzierungsfragen durch den Einstieg externer Investoren zu lösen, heißt es.

Umweltsektor verdrängt Maschinen- und Anlagenbau in den Portfolios

„Der Umweltbereich ist der Aufsteiger des Jahres 2007 und wird langfristig den Maschinen- und Anlagenbau und den Automotive-Sektor ablösen, die ins Mittelfeld abrutschen“, erklärt Björn Stübiger, Leiter Corporate Finance bei Rödl & Partner in München, der die Befragung der Beteiligungsunternehmen betreut hat.

Der Blick auf die durchschnittliche Höhe des Transaktionsvolumens, welches sich aus der Summe von Eigen- und Fremdkapital zusammensetzt, ergibt eine breite Spreizung der Beteiligungsbranche. Die angestrebten Beteiligungsquoten reichen von einigen hunderttausend Euro bis zu 3-stelligen Millionenbeträgen.

Kleine mittelständische Firmen werden in der Regel von PE-Gesellschaften mit Förderaufgaben oder sparkassennahen Unternehmen bedient. Klassische, mittelstandsorientierte Private Equity-Gesellschaften streben dagegen einen Eigenkapitaleinsatz im mittleren einstelligen bis unteren zweistelligen Millionenbereich an. Etablierte mittelständische Unternehmen sind deshalb für klassische Private Equity-Investoren in der Regel erst ab einem Umsatz über 10 Mio. Euro interessant.

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