Personal Betriebe bilden häufiger aus als vermutet

Redakteur: Peter Steinmüller

Fast 80% der ausbildungsberechtigten Betriebe haben sich im Zeitraum 2001 bis 2007 an der Ausbildung von Jugendlichen beteiligt, berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Dieser Anteil ist weitaus höher, als aus einer jährlichen Betrachtungsweise hervorgeht.

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Im Jahr 2007 bildete zum Beispiel nur jeder zweite Betrieb mit Ausbildungsberechtigung auch aus. „Bei der Mehrheit der ausbildungsberechtigten Betriebe geht es somit nicht darum, sie überhaupt zur Ausbildung zu motivieren, sondern vielmehr um eine Verstetigung der Ausbildungsaktivitäten“, sagt der Arbeitsmarktforscher Florian Janik. Derzeit erfüllen nahezu 60% der deutschen Betriebe die Voraussetzungen, um überhaupt ausbilden zu dürfen. Unter ihnen bildet etwa die Hälfte derzeit auch wirklich aus.

Betrachtet man jedoch einen längeren Zeitraum, stellt sich heraus, dass die Zahl der dauerhaft nicht ausbildenden Betriebe nur bei rund 20% der ausbildungsberechtigten Betriebe liegt. Viele kleinere Betriebe bilden zwar immer wieder, aber eben nicht jedes Jahr aus. „Für Klein- und Kleinstbetriebe ist es schwieriger, die personellen, technischen und finanziellen Lasten für ein ständiges Engagement in der Berufsausbildung zu tragen. Gleichzeitig tritt bei vielen kleineren Betrieben nur in größeren Abständen ein Bedarf an Nachwuchskräften auf“, erklärt der IAB-Forscher Janik die Ergebnisse der IAB-Studie. Er rät daher, verstärkt bei mittleren und großen Betrieben dafür zu werben, mehr Ausbildungsplätze anzubieten. Der Anteil der Auszubildenden an den Beschäftigten sei bei diesen bislang geringer als bei den Klein- und Kleinstbetrieben.

Zum Ende des Berufsberatungsjahres 2007/2008 waren am 30. September bei der Bundesagentur für Arbeit noch 14 500 unversorgte Bewerber registriert. Ihnen standen zwar 19 500 unbesetzte Ausbildungsplätze gegenüber, diese passten jedoch hinsichtlich des Berufsziels, der geforderten Qualifikationen oder der räumlichen Lage nicht zu den Bewerbern.

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