Liquiditätsmanagement Betriebliche Altersvorsorge stärkt Innenfinanzierung

Redakteur: Claudia Otto

Bei der Betriebsrente setzen vor allem Mittelständler meist auf externe Versicherungen. Der Nutzen für das Unternehmen ist dabei jedoch gering. Mit einer firmeneigenen betrieblichen Altersvorsorge können deutsche Familienunternehmen ihr verfügbares Finanzvolumen deutlich vergrößern.

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Deutsche Familienunternehmen verzichten jedes Jahr auf bis zu 6,9 Mrd. Euro zusätzliches Eigenkapital. Das haben Berechnungen des Beratungsunternehmens Auxilion zur Stärkung der Innenfinanzierung von Unternehmen per betrieblicher Altersvorsorge (BAV) ergeben. Nach Erfahrung des Beratungshauses können Unternehmen 1 Mio. Euro zusätzliche Liquidität je 100 Mitarbeiter in fünf Jahren erzeugen, wenn sie für ihre Mitarbeiter eine firmeneigene Betriebsrente einrichten.

Beschäftigte finanzieren Unternehmen mit

Dabei stellt jeder Beschäftigte freiwillig einen Teil seines Brutto-Gehalts dem Unternehmen zur Verfügung und erhält im Gegenzug eine Versorgungszusage. Beziehe man diesen Wert auf alle 3474210 Beschäftigten in den 2688 deutschen Familienunternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 50 Mio. Euro, ergebe sich daraus ein Gesamtkapital von 6,9 Mrd. Euro. Selbst bei einer Beteiligungsquote von 70% der Mitarbeiter, die nach Erfahrungen des Beratungsunternehmens im Durchschnitt bei firmeneigenen Betriebsrenten üblich ist, liege das zusätzlich zur Verfügung stehende Finanzvolumen immer noch bei 4,8. Mrd. Euro.

Nach Angaben von Auxilion ist vielen Unternehmen die betriebliche Altersvorsorge als Instrument zur Stärkung der Innenfinanzierung immer noch unbekannt. Nur die wenigsten erkennen demnach das finanzielle Potenzial, das in der Umwandlung von Personalkosten in Liquidität liegt.

Mittelstand profitiert bisher wenig von Betriebsrenten

Vor allem im Mittelstand setzen Unternehmen bei der Betriebsrente nahezu ausschließlich auf kollektivrechtliche Versorgungsträger, also externe Versicherungen. Der Nutzen für das Unternehmen ist dabei jedoch gering, da nur die anteiligen Sozialversicherungsbeiträge eingespart werden. Darüber hinaus beteiligt sich erfahrungsgemäß nur jeder fünfte Mitarbeiter an einer solchen Lösung, heißt es weiter.

Wandeln Unternehmen und Beschäftigte hingegen innerbetrieblich ohne fremde Dritte den Barlohn in ein Rentenversprechen um, steht dem Unternehmen die gesamte Entgeltumwandlungssumme bis zum Ende der Laufzeit als Liquidität zur Verfügung. Damit können sie Fremdverbindlichkeiten ablösen, Rechnungen bar mit Skontoabzug bezahlen, ihre Kreditwürdigkeit erhöhen oder bankenunabhängig in weiteres Wachstum investieren.

Firmeneigene Betriebsrente verschafft den Unternehmen Liquidität

Zudem erhöhen sie mit der finanziellen Absicherung ihrer Beschäftigten deren Motivation, binden sie an das Unternehmen und stärken die Unternehmensgemeinschaft – und das ohne Pensionsrückstellungen, die die Bilanzen belasten. Den Mitarbeitern bietet die firmeneigene Betriebsrente im Gegenzug eine insolvenzgeschützte, renditenstarke und steuerlich geförderte Altersvorsorge ohne Abzug von Provisionen und Gebühren. Zudem liegt deren garantierte Verzinsung von üblicherweise 5% deutlich über den Garantiezusagen der Versicherungswirtschaft, wie das Beratungshaus mitteilt.

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