Wendeschneidplatten Beyond-Drive-Wendeschneidplatten sind bis zu 30 % produktiver

Redakteur: Mag. Victoria Sonnenberg

Wendeschneidplatten der Beyond-Drive-Serie von Kennametal weisen nicht nur deutlich längere Standzeiten sowie höhere Zerspanungsraten auf, sondern können je nach Anwendung bis zu 30 % mehr Teile pro Schneidkante fertigen.

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Bei schwarzen Schneidplatten ist der Verschleiß extrem schwer zu erkennen. Dies führt dazu, dass Maschinenbediener, um die Prozesssicherheit nicht zu gefährden, die Schneidplatten oft schon wechseln, bevor sie das Standzeitende erreicht haben.
Bei schwarzen Schneidplatten ist der Verschleiß extrem schwer zu erkennen. Dies führt dazu, dass Maschinenbediener, um die Prozesssicherheit nicht zu gefährden, die Schneidplatten oft schon wechseln, bevor sie das Standzeitende erreicht haben.
(Bild: Kennametal)

Bei der Entwicklung der neuen Sorten und Geometrien wurde besonderer Wert darauf gelegt, dass sich mit den Wendeschneidplatten der Beyond-Drive-Serie die unterschiedlichsten Werkstoffe bearbeiten und die unterschiedlichsten Drehbearbeitungen ausführen lassen. So eigne sich Beyond Drive für die Bearbeitung von Stahl, rostfreiem Stahl, Gusseisen und Hochtemperaturlegierungen.

Beyond Drive wird hohen Kundenanforderungen durch geringeren Kerb- und Kolkverschleiß gerecht und macht die Verschleißerkennung zum Kinderspiel.

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Deckschicht erhöht Verschleiß- und Abriebfestigkeit

Durch die neue Deckschicht aus Titanoxy-Carbonitrid (TiOCN) wird die Verschleiß- und Abriebfestigkeit erhöht. Außerdem gestattet die bronzefarbene Oberfläche eine Verschleißerkennung. Oft ist die Verschleißerkennung so unzureichend, dass Wendeschneidplatten sicherheitshalber schon vorzeitig ersetzt wurden.

Als ein weiteres Highlight ist die speziell für die Schruppbearbeitung entwickelte Beyond-Drive-MR-Geometrie zu nennen. Sie hat einen hoch positiven Spanwinkel und verringert dadurch die Schnittkräfte bei gleichzeitiger Standzeiterhöhung. Bei keiner anderen Wendeschneidplatte sei der Spänefluss so gut wie bei dieser, sagt Kennametals Drehexperte Lothar Unglaub.

Zweiseitige indexierbare Wendeschneidplatten müssen hohen Schnittkräften standhalten und gelten allgemein als weniger stabil. Das Schneidprofil der Beyond-MR-Geometrie ohne Kraftangriffspunkte führt trotz des hoch positiven Spanwinkels zu einem extrem stabilen Schneidplattenkörper. Selbst bei hohen Schnitttiefen wird die Drehbearbeitung sicherer und stabiler. Die Belastung der Werkzeugmaschine und des Werkstücks hingegen sinkt.

Erhöhte Produktivität des gesamten Systems

Wird die Beyond-Drive-Wendeschneidplatte in Verbindung mit einer KM4X-Spindelverbindung eingesetzt, lässt sich die Stabilität noch weiter erhöhen, weitere Leistungssteigerungen sind die Folge. Durch die Wahl der richtigen Werkzeugmaschine und eine genaue Abstimmung der Spindelverbindung auf diese Maschine lässt sich die Produktivität des gesamten Systems erhöhen. Die hohe Klemmkraft des KM4X-Systems sorgt bei entsprechenden Passungsmaßen für eine robuste Verbindung sowie eine extrem hohe Steifigkeit und macht sie unempfindlicher gegen hohe Biegemomente. So wird eine deutlich verbesserte Bearbeitungsleistung erreicht. Durch den Einsatz von KM4X spielen die bislang für andere Spindelverbindungen geltenden Beschränkungen der Biegefestigkeit keine Rolle mehr. Bei anspruchsvollen Bearbeitungen wie der Drehbearbeitung hochfester Werkstoffe können mit der KM4X die maximal verfügbare Spindelleistung genutzt und ein hohes Drehmoment eingesetzt werden.

Kosteneffizientere Drehbearbeitung

Mit der KM4X-Spindelverbindung lässt sich das gesamte Potenzial der Werkzeugmaschine voll ausschöpfen, die Schneidkanten können maximal belastet werden. Wird auch noch eine Wendeschneidplatte der neuen Beyond-Drive-Serie eingesetzt, wird die gesamte Drehbearbeitung deutlich produktiver und kosteneffizienter.

Auch in der Trockenbearbeitung erbringen die Wendeschneidplatten der Beyond-Drive-Serie sehr gute Leistungen, heißt es. Kühlmittel sind teuer und verursachen Bearbeitungs- und Entsorgungsprobleme. Selbst bei äußerst schwierigen Drehbedingungen wie hohen Schnitttiefen und unterbrochenen Schnitten führen die Wendeschneidplatten der Beyond-Drive-Serie gegenüber herkömmlichen Wendeschneidplatten zu deutlich besseren Ergebnissen.

Bei der Fertigung von gusseisernen Getriebebauteilen wurde Beyond Drive testweise eingesetzt. Ohne die Veränderung der Zustellung, der Spindeldrehzahl oder der Schnitttiefe wurden 325 Werkstücke pro Schneide erzeugt. Mit den bisher eingesetzten Wendeschneidplatten waren es gerade mal 200 Werkstücke. Dies bedeutete nicht nur eine außerordentliche Steigerung an Werkstücken pro Schneide. Vielmehr wurde die Anzahl der geplanten Maschinenstunden auch um 125 Stunden pro Jahr unterschritten. Gleichzeitig ging der Bedarf an Wendeschneidplatten von 813 auf 500 pro Jahr zurück.

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