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Stanztechnik Bildverarbeitung sichert 100-Prozent-Kontrolle im Stanzprozess

| Redakteur: Annedore Munde

Bildverarbeitung mit dem Fokus auf Stanzen und Messtechnik sind die Kernkompetenzen der Otto Vision Technology GmbH, Jena. Dahinter stecken hochspezialisierte Systeme, die Zulieferer und Maschinenbauer rund um den Globus einsetzen – so wie die Anlagen der Gerätefamilie PSS-40, die durch 100-Prozent-Kontrolle die Qualität im Stanzprozess sichern.

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Die Wechselplatten bestehen aus einer modular aufgebauten Streifenführung und allen Komponenten der Bildverarbeitung. Durch die variable Streifenführung können Streifen und Bänder unterschiedlicher Breite und Art präzise geführt werden.
Die Wechselplatten bestehen aus einer modular aufgebauten Streifenführung und allen Komponenten der Bildverarbeitung. Durch die variable Streifenführung können Streifen und Bänder unterschiedlicher Breite und Art präzise geführt werden.
( Archiv: Vogel Business Media )

Begonnen hat alles 1992 – mit damals noch zwei Mitarbeitern im Tip, dem Jenaer Technologie- und Innovationspark. Mit dem Ziel, optische Messtechnik für die Industrie zu entwickeln, war das Unternehmen, welches damals noch unter dem Namen Otto GmbH Computer Vision Systems firmierte, angetreten. „Wir wollten keinen Bauchladen unter dem großen Begriff Bildverarbeitung anbieten. Unser Ziel war es, eine Null-Fehler-Produktion im Stanzbereich durch unsere Messtechnik zu unterstützen“, blickt Gründer und Geschäftsführer Reinhard Otto zurück.

Otto kam, wie sein Bruder Gunter und die ersten Mitarbeiter, aus Forschungseinrichtungen in Jena, dem traditionellen Zentrum der feinmechanisch-optischen Industrie. Was technisch möglich war und wo es noch Entwicklungsbedarf gab, wussten sie ganz genau. „30 Teile pro Sekunde zu prüfen, war 1993 durchaus ein Problem für die damalige Kameratechnik. Doch genau die mussten für eine 100-Prozent-Prüfung erfasst werden, denn gängige Stanzpressen liefen mit 1800 Hüben pro Minute.“

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Hier setzte das Unternehmen an. In anderthalb Jahren wurde eine Bildverarbeitungssystem entwickelt, das genau das mit einer Messgenauigkeit im Bereich von einem hundertstel Millimeter realisieren konnte. Ein Kernpunkt der Problemlösung lag im Einsatz amerikanischer Kameras, die nicht wie die deutschen mit 50 Hz sondern mit 60 Hz arbeiteten. Kombiniert wurde diese Kameratechnik mit einer schnellen Software zur Bildauswertung sowie telezentrischen Objektiven. Diese Objektive wurden auf Anregung von Otto bei der Carl-Zeiss-Jena GmbH entwickelt.

„Wir waren die ersten, die dieses alte Prinzip der Optik auch in der Bildverarbeitung angewandt haben“, so Otto. Ende 1994 brachte die Otto Vision dann das erste Bildverarbeitungssystem CVS-100 für Anwendungen in der Hochleistungsstanzindustrie auf den Markt. Dann ging alles ganz schnell. Bereits 1995 konnten die Jenaer das erste Großprojekt in der Automobilindustrie als Generalauftragnehmer realisieren – eine komplexe Prüf- und Sortieranlage für die Ford-Werke AG. Bis heute wurden über 1000 Bildverarbeitungssysteme rund um den Globus installiert.

Direkter Kundenkontakt ist unerlässlich für den Erfolg

Anfangs wurde der Vertrieb der Systeme vornehmlich über Fremdfirmen organisiert. Es lief. Irgendwie. „Doch wir haben uns immer gesagt, dass der Markt eigentlich mehr hergeben müsse“, so Reinhard Otto. Was oftmals fehlte, war der direkte Kundenkontakt. Der Bekanntheitsgrad änderte sich dann schlagartig, als das Unternehmen den Vertrieb selbst in die Hand nahm. Doch mit dem Bekanntheitsgrad nahmen auch die Anfragen nach komplexeren Lösungen zu. „Eigentlich wollten wir nie Geräte bauen. Da unsere Kunden jedoch zunehmend nach einer Komplettausstattung fragten, waren wir in der Verantwortung“, blickt der Geschäftsführer auf die Anfänge des Gerätebaus zurück.

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