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Vision 2018 Bildverarbeitungsmesse mit 25 % neuen Ausstellern

Redakteur: Rebecca Vogt

Die Vision 2018 steht unter dem Motto „Be visionary“. Von den Ausstellern werden dabei Ansätze und Lösungen zu den Themen Deep Learning und Embedded Vision präsentiert. Auch Standardanwendungen verliert die Messe nicht aus den Augen.

Die Vision findet im Zweijahresrhythmus statt und wächst dabei beständig.
Die Vision findet im Zweijahresrhythmus statt und wächst dabei beständig.
(Bild: Messe Stuttgart)

Im vergangenen Jahr konnte die deutsche Bildverarbeitungsindustrie einen Rekordumsatz erzielen. Dieser lag mit 2,6 Mrd. Euro volle 17 % über dem Wert aus dem Vorjahr. Nach Angaben des VDMA Industrielle Bildverarbeitung hat sich der Umsatz der Branche damit innerhalb von zehn Jahren verdoppelt. Für das aktuelle Jahr erwartet die Fachabteilung einen Zuwachs von 7 %. Die Zahlen der Bildverarbeitungsbranche spiegeln sich auch in der Entwicklung der zugehörigen Weltleitmesse Vision wider. Seit Jahren wachsen die Ausstellerzahlen sowie die Ausstellungsfläche auf dem Gelände der Messe Stuttgart kontinuierlich an. In diesem Jahr findet die Vision dort vom 6. bis 8. November statt. Wie der Veranstalter mitteilt, sind dabei rund 25 % der Aussteller erstmalig auf der Messe vertreten, was der dynamischen Entwicklung der Branche entspreche.

Trendthema Deep Learning steht im Blickpunkt der Messe

Eine immer schneller werdende Rechenleistung und methodische Durchbrüche haben das Thema Deep Learning in den vergangenen Jahren zu einem Megatrend der Bildverarbeitungsbranche werden lassen, der auch auf der Vision 2018 im Fokus steht. „Es wird extrem aufregend sein, zu sehen, wie die Aussteller das Trendthema Deep Learning bespielen und mit etablierter Bildverarbeitung sowie Embedded Vision verknüpfen.

Wir erwarten eine Vielzahl an neuen Produkten und Lösungen, von denen viele auf der letzten Vision vor zwei Jahren noch nicht einmal angedacht waren“, sagt Florian Niethammer von der Messe Stuttgart, Projektleiter der Vision.

Neuronale Netze ermöglichen eigenständiges Handeln

Deep-Learning-Systeme sind im Bereich Machine Learning und Künstliche Intelligenz anzusiedeln. Sie basieren auf einem grundlegend anderen technologischen Ansatz als die aktuell etablierte Bildverarbeitungstechnik. „Deep-Learning-Systeme setzen neuronale Netze ein. Ihr Name bezieht sich auf die meist hohe Anzahl verborgener Schichten im neuronalen Netzwerk“, erklärt Vassilis Tsagaris, CEO von Irida Labs und Aussteller auf der diesjährigen Vision. Als Basis dienen beim Deep Learning große Datenmengen, aus denen Muster abgeleitet werden, die dem System eine eigenständige Entscheidung ermöglichen. Vorbild ist das menschliche Gehirn.

„Deep Learning punktet immer dann, wenn Prüfobjekte große Variationen aufweisen und schwer mathematisch modellierbar sind“, erklärt Dr. Klaus-Henning Noffz, Geschäftsführer bei Silicon Software. Wo konventionelle Bildverarbeitungssysteme an ihre Grenzen stoßen, bietet der Deep-Learning-Ansatz eine Alternative. Erste Anwendungen gibt es bereits. So findet die Methode zum Beispiel Verwendung, wenn es in der Bildverarbeitung darum geht, ein untersuchtes Objekt zu klassifizieren. Im Automobilbau etwa erkennen selbstlernende Algorithmen mithilfe von Deep Learning winzige Fehler im Lack, wie Noffz berichtet.

Im Blickpunkt der Messe steht außerdem das Thema Embedded Vision. „Diese Systeme haben sich in rasantem Tempo weiterentwickelt und sind mittlerweile aus dem Kanon der Bildverarbeitungsindustrie nicht mehr wegzudenken“, sagt Vision-Projektleiter Niethammer. Die Einsatzmöglichkeiten sind nach Ansicht der Aussteller vielfältig. „Gerade in den beiden Vertikalmärkten Fabrikautomation und intelligente Verkehrssysteme sehen wir einen Wandel in Richtung Embedded Vision, zum einen weil der Preisdruck auf die Hersteller dieser Systeme größer wird, zum anderen weil die Kunden immer kompaktere Systeme erwarten“, berichtet etwa Paul Maria Zalewski von Allied Vision.

Matchmaking-Initiative hilft beim Knüpfen von Geschäftskontakten

Auf der Vision 2018 geht es darüber hinaus um aktuelle Entwicklungen im Bereich der Bildverarbeitungsbeleuchtungen. Hier hat das Hyperspectral Imaging, mit dem es möglich ist, die chemische Zusammensetzung von Objekten zu erkennen, laut Veranstalter einen Innovationsschub ausgelöst. Auch die Objektiv­hersteller sind auf der Messe vertreten. In diesem Bereich spielt aktuell zum Beispiel die Integration von Flüssiglinsen eine Rolle. Durch diese können sich die Objektive schneller auf wechselnde Arbeitsabstände fokussieren.

Das Networking auf der Vision wird in diesem Jahr indes durch ein spezielles Matchmaking-Programm unterstützt. Die von der Europäischen Kommission geförderte Initiative „Business Beyond Borders“ soll Besuchern wie Ausstellern bei der Anbahnung grenz­überschreitender Geschäftskontakte helfen. Hierfür kann man sich bereits im Vorfeld der Messe auf einer Online-Plattform anmelden und ein Profil mit seinen Interessen hinterlegen. Auf Basis dieser Informationen werden den Teilnehmern dann passende Gesprächspartner vermittelt.

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