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Preform-Applikation

Binderapplikation für biegeweiche Materialien

| Autor / Redakteur: Jan Franke, Klaus-Dieter Thoben, Martin Rolbiecki, Tim Schmohl, Jan-Hendrik Ohlendorf, Lars Ischtschuk / Peter Königsreuther

Die in die Bindereinheit eingelegte Materialrolle wird durch Umspulen von der Deckfolie getrennt, bevor das Trägerpapier über die Applizierrolle geführt und schließlich wieder auf eine Speicherrolle aufgewickelt wird. Die zuvor abgezogene Deckfolie wird zeitgleich auf eine zweite Speicherrolle aufgespult. Durch einfaches Andrücken der Applizierrolle an die textile Oberfläche wird im Kontaktbereich der Binder vom Trägerpapier auf das Textil übertragen.

Es kann ein entscheidender Beitrag zur Energiewende geleistet werden

Für die Applikation über eine längere Strecke ist die Anpassung der Applizierrollendrehzahl an die Bewegungsgeschwindigkeit des Roboters relativ zur Textiloberfläche unabdingbar, um eine Verschiebung der einzelnen Rovings oder gar ganzer Textillagen zu vermeiden. Dies wird durch einen integrierten Inkrementaldrehgeber erreicht, der die Umfangsgeschwindigkeit der Applizierrolle erkennt und über eine Regelung die Anpassung der Rollendrehzahl an die Verfahrgeschwindigkeit des Roboters ermöglicht. Das verhindert eine Applikation unter Schubbeanspruchung und somit mögliche Materialfehler.

Um während des Binderauftrags einen durchgehenden Kontakt zur textilen Oberfläche zu gewährleisten, ist die Applizierrolle in Linearführungen federnd gelagert. Die Material- sowie die Speicherrollen sind jeweils beidseitig mit Leitscheiben ausgestattet, damit Bandlauffehler während der Umspulvorgänge vermieden werden. Aufgrund der offensichtlich recht vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten einer solchen Bindereinheit ist ihr Einsatz auch in der fertigenden Rotorblattindustrie sinnvoll. Die neu entwickelte Bindereinheit kann in diesem Zusammenhang einen entscheidenden Beitrag zur erfolgreichen Umsetzung der Energiewende durch fortschrittliche Fertigungsbedingungen für die Herstellung von Windenergieanlagen leisten.

Wir danken dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, das aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages das Verbundprojekt mapretec fördert. Außerdem gilt unser Dank dem Projektträger Jülich für die Koordinierung des Vorhabens. ■

Literatur:

[1] Rolbiecki, M.; Ohlendorf, J.-H.; Thoben, K.-D.; Müller, D. H.: Challenges in the automated handling of textiles for large scaled composites, German Wind Energy Conference (DEWEK), Bremen, 7. - 8. November 2012 [2] Ohlendorf, J.-H.; Rolbiecki, M.; Schmohl, T.; Franke, J.; Thoben, K.-D.; Ischtschuk, L.: Innovationen in der Handhabungs- und Textiltechnik zur Rotorblattfertigung. In: Lightweight Design (2013), Nr. 6, S. 50-57. http://dx.doi.org/10.1365/s35725-013-0281-x.[3] Ischtschuk, L.: Selbsthaftende Gelege für höhere Produktionseffizienz und Qualität. In: Lightweight Design (2011), Nr. 1, S. 57-61. http://dx.doi.org/10.1365/s35725-011-0010-2.

* Prof. Dr.-Ing. habil. Klaus-Dieter Thoben ist Leiter des Instituts für integrierte Produktentwicklung (BIK) der Universität Bremen.

* Dr.-Ing. Jan-Hendrik Ohlendorf ist Abteilungsleiter und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für integrierte Produktentwicklung (BIK) der Universität Bremen.

* Dipl.-Ing. Jan Franke ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für integrierte Produktentwicklung (BIK) der Universität Bremen.

* Dipl.-Wi.-Ing. Martin Rolbiecki ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für integrierte Produktentwicklung (BIK) der Universität Bremen.

* Dipl.-Ing. Tim Schmohl ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für integrierte Produktentwicklung (BIK) der Universität Bremen.

* Dipl.-Ing. (FH) Lars Ischtschuk arbeitet in der R+D Werkstoffprozesstechnik bei der Saertex GmbH & Co. KG in Saerbeck.

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