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Wirtschaftsentwicklung 2016

Binnennachfrage sorgt für konjunkturellen Rückenwind

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Einen positiven konjunkturellen Ausblick auf 2016 bescheinigt das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) der deutschen Wirtschaft, ist dabei wegen internationaler Risiken aber deutlich vorsichtiger als andere Konjunkturexperten. „Insgesamt besteht die Hoffnung, dass sich in 2016 viele der vor allem politisch bedingten Risiken für die Weltwirtschaft reduzieren und die deutsche Wirtschaft ihren Wachstumskurs fortsetzen kann“, erklärte HWWI-Direktor Henning Vöpel.

Hohe Auslastung als Investitionsmotor?

Angesichts dieser Unsicherheiten wird vom HWWI für 2016 – wie schon für das Vorjahr – ein Wirtschaftswachstum von 1,7 % prognostiziert. Die Voraussetzungen für einen anhaltenden Aufschwung seien weiter gegeben, wobei der private und staatliche Konsum wichtigste Wachstumsstützen bleiben würden. Für ein Anziehen der Investitionstätigkeit sprächen die nach wie vor günstigen Finanzierungsbedingungen und der steigende gesamtwirtschaftliche Auslastungsgrad.

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Weiteren Aufschwung aufgrund kräftig wachsender Exporte sagt die Londoner Großbank HSBC der deutschen Wirtschaft voraus. Die anhaltende wirtschaftliche Erholung der USA und des Euroraums in den kommenden Monaten werde die nachlassende Nachfrage aus den volatileren Wachstumsmärkten der Schwellenländer kompensieren. „Hersteller energieintensiver Güter wie Industriemaschinen oder Transportmittel können vom schwächeren Euro und den nachlassenden Energiepreisen profitieren und so etwa ihr Geschäft mit den USA stärken“, bekräftigt Alexander Mutter von HSBC Deutschland. Auch die Chemieindustrie und der Pharmasektor würden in den kommenden Monaten das Handelswachstum Deutschlands treiben.

Commerzbank: Der Aufschwung ist ein Scheinaufschwung

Während auch das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung das Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts positiv sieht und bei seiner vor Monaten publizierten Prognose von 1,8 % bleibt, erwartet die Commerzbank für 2016 nur noch ein BIP-Wachstum von 1,3 % in Deutschland, das damit nur noch Durchschnitt im Euroraum wäre. Chefvolkswirt Jörg Krämer begründete dies so: „Deutschland erlebt einen konsumgetriebenen Scheinaufschwung. Unter der glänzenden Oberfläche kommt es aber zunehmend zu Fehlentwicklungen.“

Die nochmals ausgeweitete Negativzinspolitik der EZB fache das Wachstum künstlich an und überdecke damit, dass Deutschland als große Exportnation besonders stark unter der Konjunkturabkühlung in den Schwellenländern, für die mit der anstehenden Zinserhöhung der US-Notenbank eine Dekade des billigen Geldes endet, leiden werde.

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