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Wirtschaftsentwicklung 2016

Binnennachfrage sorgt für konjunkturellen Rückenwind

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VDMA mäßig optimistisch

Skeptisch betrachten auch führende Industrieverbände die Konjunkturaussichten ihrer Branchen für 2016. So rechnen die Maschinen- und Anlagenbauer mit einem Nullwachstum, was VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers so begründet: „Die globale Nachfrage nach Maschinen und Anlagen läuft weiterhin recht schleppend. Die teils zaghaften Zuwächse aus der EU, den USA und einigen wenigen anderen Ländern konnten 2015 die Rückgänge im Maschinenhandel mit vielen Schwellenländern nicht ganz kompensieren, und für dieses Jahr sieht es kaum besser aus.“ Der Verband rechne damit, dass 2016 das Produktionsniveau von 2015 gehalten werden könne. Wenn das gelänge, habe der Maschinenbau schon eine ordentliche Leistung erbracht.

Für die Elektroindustrie unkt ZVEI-Chefvolkswirt Andreas Gontermann: „Der globale Aufschwung dürfte auch 2016 weiter auf sich warten lassen.“ Einer Konjunkturumfrage seines Verbandes zufolge erwarte mehr als die Hälfte der Elektrounternehmen in diesem Jahr ein Erlöswachstum von null bis zwei Prozent, knapp zwei Fünftel hätten höhere Erwartungen und rund ein Zehntel geringere. Nunmehr sechs Jahre nach der globalen Finanzkrise sei die Weltwirtschaft immer noch nicht zu robustem Wachstum zurückgekehrt. ZVEI-Präsident Michael Ziesemer sieht jedoch einen Hoffnungsschimmer für seine Branche darin, dass sich die Automobil-Elektronik weiter auf Wachstumskurs befindet: Für 2016 rechne man damit, dass 80 % der Neuwagen mit Datenknoten außerhalb des Fahrzeugs vernetzt sein werden.

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Automobilindustrie: Der Weg wird steiniger

Etwas optimistischer sieht die Automobilindustrie in die Zukunft. Zwar gibt VDA-Sprecher Peter Mair zu bedenken: „Die Weltkonjunktur hat viele Unwägbarkeiten. Daher sind alle Prognosen für 2016 unter der Annahme getroffen, dass die Rahmenbedingungen sich nicht verschlechtern.“ Nur dann könne der Pkw-Weltmarkt nach der Erwartung seines Verbandes um 2 % auf 78,1 Mio. Einheiten zulegen. Und die drei großen Automobilmärkte – Westeuropa, USA und China – würden auch in diesem Jahr wachsen.

Doch der Weg werde steiniger: Der US-Markt werde 2016 aller Voraussicht nach um 1 % auf 17,4 Mio. Light Vehicles steigen, in China erwarte der Verband ein Plus von 2 % auf 19,5 Mio. Pkw, und für Westeuropa rechne man 2016 mit einem Zuwachs von 1 % auf knapp 13,1 Mio. Einheiten. Für den deutschen Export könne man von einem einprozentigen Zuwachs auf knapp 4,5 Mio. Pkw ausgehen.

* Ulrich W. Schamari ist freier Journalist in Frankfurt am Main

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