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Blasfolienherstellung Blasfolienfertigung mit bioabbaubarem Thermoplast in Benin

| Autor/ Redakteur: Karin Fleuchhaus / Peter Königsreuther

Der Blasfolienhersteller Asahel Benin Sarl. stellt das Material um, und nutzt jetzt Coperion-Doppelschneckenextruder zur Herstellung umweltschonender Folien auf Polyethylenbasis.

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Ein in Kraft getretenes Verbot für erdölbasierte Kunststoffe in Benin bahnte den Weg für eine Coperion-Komplettlösung mit Doppelschneckenextruder zur Herstellung von bioabbaubaren Folien mit Stärkeanteil. Dazu war einiges Know-how erforderlich sagt Coperion.
Ein in Kraft getretenes Verbot für erdölbasierte Kunststoffe in Benin bahnte den Weg für eine Coperion-Komplettlösung mit Doppelschneckenextruder zur Herstellung von bioabbaubaren Folien mit Stärkeanteil. Dazu war einiges Know-how erforderlich sagt Coperion.
(Bild: Coperion)

Coperion hat dem Blasfolienhersteller Asahel Benin Sarl. durch Lieferung einer kompletten Compoundieranlage und Vermittlung von entsprechendem verfahrenstechnischem Know-how ermöglicht, künftig nachhaltige, biobasierte Kunststofffolien in Benin zu produzieren. Bis zum Verbot von Plastiktüten und -verpackungen in Benin im Juli 2018 hatte der Hersteller aus dem westafrikanischen Land seine Kunststofffolien auf Basis von Polyethylen (PE) gefertigt.

Erdölbasierte Kunststoffe in Benin verboten

Die neue Gesetzgebung zwang ihn dazu, seine Produktion komplett umzustellen. Nach einer erfolgreichen Test- und Trainingsphase im Technikum von Coperion in Stuttgart, wird Asahel Benin Sarl. in seiner Heimat nun mithilfe des ZSK-Doppelschneckenextruders Compounds auf Basis bioabbaubarer Materialien produzieren und diese auf seinen Blasfolienanlagen zu bioabbaubaren Tüten und Verpackungen weiterverarbeiten. Seit letztem Jahr untersagt es das Plastikverbot in Benin, Plastiktüten und

-verpackungen aus erdölbasierten Rohstoffen zu importieren, zu produzieren, zu verkaufen oder zu besitzen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Asahel Benin Sarl. für die Herstellung seiner Folien, die vorrangig in Haushaltsprodukten und in Einkaufstüten für Supermärkte ihren Einsatz fanden, sowohl neuwertige PE-Granulate als auch Rezyklat verwendet.

Von links: Peter von Hoffmann, General Manager Business Unit Engineering Plastics & Special Applications, Levin Batschauer, Sales Manager Special Applications, Markus Fiedler, Senior Process Engineer (alle Coperion) und David Romaric Tinkou von Asahel Benin Sarl. vor der ZSK-Anlage im Technikum von Coperion in Stuttgart.
Von links: Peter von Hoffmann, General Manager Business Unit Engineering Plastics & Special Applications, Levin Batschauer, Sales Manager Special Applications, Markus Fiedler, Senior Process Engineer (alle Coperion) und David Romaric Tinkou von Asahel Benin Sarl. vor der ZSK-Anlage im Technikum von Coperion in Stuttgart.
(Bild: Coperion)

Intensive Anlagentests in Stuttgart

Durch die Einführung des Gesetzes musste der Blasfolienhersteller seine Produktion radikal umstellen und wandte sich an die Compoundierexperten von Coperion. Schnell entstanden aus diesem Erstkontakt eine partnerschaftliche Zusammenarbeit sowie in der Folge eine neue Unternehmensstrategie. Zunächst erwarb Asahel Benin Sarl. eine Compoundieranlage im Labormaßstab, um eine biologisch abbaubare Compoundrezeptur auf Basis von nachwachsenden Rohstoffen zu entwickeln, die für die vorhandenen Blasfolienanlagen verwendet werden kann. Die Testanlage umfasst einen Doppelschneckenextruder ZSK 26 Mc18, vier hochgenau arbeitende Pulver-, Granulat- und Flüssigdosierer sowie ein Wasserbad, eine Strangabblasung und eine Stranggranulierung des Typs SP 50. Bevor die komplette Anlage nach Benin geliefert und in Betrieb genommen werden konnte, wurde sie bei Coperion am Standort Stuttgart im Technikum aufgebaut und intensiv getestet.

Besondere Doppelschneckenextruder-Konfiguration

Asahel Benin Sarl. profitierte natürlich auch vom verfahrenstechnischen Know-how von Coperion. Dies bezieht sich sowohl auf die Beherrschung der Komplexität der Gesamtanlage als auch auf das reibungslose Zusammenspiel der Aggregate sowie insbesondere auf die Konfiguration des Doppelschneckenextruders. So stellen etwa Rezepturen mit Stärkeanteil für eine Konfiguration mit zwei Schnecken eine besondere Herausforderung dar, weil der Aufschmelzbereich im Extrusionsprozess die Polymere aufschmelzen, und auch die nicht schmelzbare Stärke unter Flüssigkeitszugabe plastifizieren muss. Im Rahmen des Testbetriebs erhielt David Romaric Tinkou, Entwicklungsleiter von Asahel Benin Sarl., auch gleich eine umfangreiche Schulung zum Betrieb der Compoundieranlage. Auch wurde damit begonnen, eine Rezeptur für das Biopolymer zu entwickeln.

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