Blechexpo und Schweisstec lassen 2015 Rekorde erwarten

Autor Stéphane Itasse

Eine noch nie da gewesene Leistungsschau rund um die Bearbeitung von Blechen, Rohren und Profilen können die Besucher in Kürze auf dem Gelände der Landesmesse Stuttgart erwarten: Rund 1200 Aussteller aus 36 Ländern haben sich für die Blechexpo oder Schweisstec angemeldet.

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(Bild: Blechexpo/Benjamin Gaukler)

Damit präsentiert sich Stuttgart als praxisnahes Prozessketten-Kompetenzzentrum, weil es in kompakter Form die ganze Welt der Blech-, Rohr- und Profilbearbeitung inklusive der thermischen und mechanischen Füge- und Verbindungstechnik abbildet, wie der Messeveranstalter P. E. Schall mitteilt.

Mit mehr als 150 Neuausstellern und einem starken Zuwachs vor allem bei ausländischen Herstellern und Anbietern erreichten die Blechexpo und Schweisstec neue Dimensionen. Die Aussteller kommen nach Angaben des Veranstalters vor allem aus Deutschland, aus dem Ausland seien Italien oder die Schweiz stark vertreten, während sich Länder wie die Türkei und China Stück für Stück nach vorne arbeiteten. Ebenfalls etabliert seien die Niederlande, Frankreich, Österreich, Tschechien, Dänemark und Spanien.

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21 % mehr Ausstellungsfläche

Insgesamt belegen die Blechexpo und die Schweisstec des Jahres 2015 mehr als 90.000 m² Bruttoausstellungsfläche, was einem Zuwachs von 21 % entspricht, wie es heißt. Solche Wachstumsraten seien heute nur noch mit Fokussierung auf prozesskettenorientierte Konzepte zu erzielen; wobei die Automatisierung von Prozessen wie auch vom Materialhandling eine wesentliche Rolle spiele. Folglich seien auf der Blechexpo und der Schweisstec mehr Roboter und Handhabungssysteme denn je zu sehen und dasselbe gelte vor allem auch für die automatisierte thermische Trenn- und Füge- sowie die mechanische Verbindungstechnik.

Mit den komplementären Themen Blech-, Rohr- und Profilbearbeitung plus Fügen/Verbinden bewegt sich das Fachmessen-Duo nach eigenen Angaben immer an der Prozesskette der handwerklichen bis hoch industriellen Produktion entlang. Steigende Produkte- und Ausführungsvielfalt einerseits und kleinere Chargen-Stückzahlen sowie schnellstmögliche Umrüstungen andererseits erforderten Flexibilität bezüglich Ausrüstung, Nutzung, Anwendung und Umrüstung. Die Blechexpo und die Schweisstec präsentierten aus diesem Grund ab Komponenten und Baugruppen über Teilsysteme und Werkzeuge in Hard- und Software eine Fülle von praxisgerechten Detail- und Komplettsystemen.

Trumpf zeigt zwei Neuheiten

Unter den Ausstellern kündigt Trumpf gleich zwei grundlegende Neuheiten an: Zum einen sind die Biegemaschinen der neuen Trubend-Serie 8000 in Halle 1 am Stand 1408 zu sehen, zum anderen die neue 2D-Laserschneidanlage Trulaser 2030 fiber.

Die Biegemaschinen der Serie Trubend 8000 sind laut Hersteller für das Bearbeiten großformatiger und dicker Bauteile mit präzisen Ergebnissen gedacht. Mit großen Einbauhöhen und Abkantlängen sowie Presskräften von bis zu 1000 t deckten sie ein breites Anwendungsspektrum ab. Mit bis zu 8 m Länge und einer Schachteltiefe bis 500 mm seien sie prädestiniert für die Bearbeitung großer Teile. Neben der Anwendung an langen Profilen lasse sich die Presskraft auch auf kleinere Teile mit kurzem Biegeschenkel konzentrieren. Hochfeste und gleichzeitig sehr dicke Bleche ließen sich durch die hohen Presskräfte biegen. Die Biegelänge habe zusätzlich Vorteile beim Kanten kleinerer Werkstücke an mehreren Biegestationen.

Die 2D-Laserschneidanlage Trulaser 2030 fiber kombiniert laut Hersteller die Vorteile einer Kompaktmaschine mit der Leistungsfähigkeit höherer Maschinenserien. Eine intuitive Bedienung, geringer Platzbedarf sowie eine schnelle und einfache Installation zeichneten sie aus. Zudem schneide die Maschine mit dem Trudisk-Festkörperlaser vor allem dünnes Blech sehr schnell. Zur Produktivität trage auch die gesteigerte Dynamik der Maschine durch die doppelt geführte Bewegungseinheit bei. Für geringe Nebenzeiten sorgten Funktionen wie die Ein-Schneidkopf-Strategie und ein optionaler Düsenwechsler. Bei 3 kW Leistung schneide sie Baustahl bis 20 mm, Edelstahl bis 16 mm und Aluminium bis 12 mm. Bei 4 kW erhöhe sich die Grenze auf 20 mm Edelstahl und Baustahl sowie 16 mm Aluminium. Auch Buntmetalle seien im Programm. Je nach Laserleistung trennt die Anlage laut Hersteller Kupfer und Messing bis 6 oder 8 mm. Alle Materialien und Blechdicken ließen sich mit der gleichen Schneideinheit bearbeiten.

Neuheiten zur Biegetechnik und zum Lasern am Blechexpo-Stand von LVD

Konkurrent LVD zeigt in Halle 1 am Stand 1706 seine neuen Entwicklungen in der Biege- und Lasertechnik, gekoppelt mit fortgeschrittener Software. Die Cadman-Suite schaffe tiefere Prozessintegration und erhöhe den Durchsatz in der Fertigung. Ihre Programmiermodule umfassten die Interaktion mit ERP, Jobeinordnung und -gruppierung, Offline-Arbeitsvorbereitung, intuitive Touch-Steuerungen und Workshop-Visualisierung.

Gezeigt werden soll auch die Abkantpresse Toolcell mit automatisiertem Werkzeugwechsel. Die Abkantpresse hat LVD nach eigenen Angaben entwickelt, um die unproduktiven Zeiträume zu reduzieren, den Durchlauf zu maximieren und Genauigkeit vom ersten bis zum letzten Teil dank der Easy-Form-Lasertechnik zu gewährleisten. Zum Faserlaserschneiden stellt der Hersteller auf der Blechexpo die Highspeed-Laseranlage Electra FL-3015 mit 4-kW-Laserquelle und integriertem Düsenwechsler vor, entwickelt für erhöhte Produktivität und Autonomie.

Der Sägenhersteller Meba zeigt in Halle 4, Stand 4103 den Doppelgehrungsautomaten Mebaeco 335 DGA-600. Die Sägemaschine stehe ganz im Zeichen von Industrie 4.0. Das Ausstellungsmodell verfüge über eine ergonomische Touchscreen-Steuerung. Diese könne vernetzt werden und biete diverse Optionspakete, wie den Teleservice zur Fernwartung, die Einstellung von Sägeprogrammen in der AV oder den Import von Sägeprogrammen aus CAD mit DSTV-Schnittstelle und Datenexport.

Ätzen auch in Serie wirtschaftlich

Wie das Ätzen von Serienteilen effizient und wirtschaftlich sein kann, zeigt Herz Ätztechnik in Halle 7, Stand 7302. Vor allem bei Kleinserien und Musterteilen sei die Ätztechnik bereits bekannt und werde gerne genutzt. Doch bei Serienfertigungen rücke die Ätztechnik oftmals aus dem Fokus, obwohl sie so manchen Vorteil mit sich bringe: Reel-to-Reel heißt das Verfahren, das laut Anbieter die Vorteile der Ätztechnik mit der Wirtschaftlichkeit einer Bandproduktion vereint. Mit Reel-to-Reel-Technik könnten große Serienmengen in Bändern bis 200 m Länge geätzt werden und die Vorteile der Gratfreiheit, Sauberkeit, geringen Werkzeugkosten sowie der Möglichkeit einer 100-%-Prüfung per optischer Prüfmaschine blieben erhalten. Durch dieses Reel-to-Reel-Verfahren biete sich auch die Möglichkeit der automatisierten Weiterverarbeitung der Teile.

Die Technotrans AG stellt auf der Blechexpo 2015 ihre neue Sprühbeölung Spray Xact Easy am Messestand 8407 in Halle 8 der Öffentlichkeit vor. Das laut Hersteller sehr kostengünstige System eignet sich besonders für kleinere Anwendungen. Weil es ohne Druckluft auskommt, sei es besonders wirtschaftlich. Dadurch sei die verschleiß- und wartungsarme Anlage nahezu nebelfrei, denn Absaugung entfalle. Die Platzierung der bis zu vier Sprühdüsen in der Presse könne sehr flexibel gehandhabt werden. Der Ölauftrag lasse sich präzise und komfortabel steuern.

Zu sehen seien verschiedene Varianten der Sprühbeölung. Zwei Modelle Spray Xact C können vor Ort betrachtet werden: zunächst mit einer Sprühkammer mit 32 Ventilen zur Beölung von Platinen oder Coilbändern mit einer Breite von 1600 mm. Ebenso eine Sprühkammer zur Beölung von Coilbändern bis 250 mm. Letztere komme insbesondere an Feinschneidanlagen zum Einsatz. An einem offenen Sprühsystem Spray Xact B für die Platinen- und Coilbeölung demonstriere das Unternehmen während der Messe den Sprühvorgang mit den schnell taktenden Ventilen live. Dazu würden die Messeneuheiten Spray Xact Easy und Spray Xact Reflection zu sehen sein.

Alles zum Schmieren bei Raziol auf der Blechexpo 2015

„Alles zum Schmieren“ laute die Devise bei Raziol am Stand 8415 in Halle 8. Im Zentrum stehen laut Ankündigung des Ausstellers Präzisionsdosiereinheiten in unterschiedlichen Ausführungen.

Entwickelt zur hochpräzisen Dosierung von Umformölen, würden die Raziol-Präzisionsdosiereinheiten in Verbindung mit Rollenbandölern, Sektorbefettungsanlagen, Werkzeugschmiersystemen, Minimalschmierdüsen oder Sprühanlagen des Herstellers eingesetzt. Die Varianten eigneten sich nicht nur für den Einsatz an Schnellstanzautomaten, sondern jetzt auch an herkömmlichen Pressen. Anwendung fänden die Präzisionsdosiereinheiten in allen Bereichen der Umformung, in denen hohe Präzision und geringe Auftragsmengen gefordert werden. Über die separate Einstellung von Auftragsmengen je Schmierstelle sowie die exakte Erfassung der Verbrauchsmengen werde mit den Dosiereinheiten ein präziser und reproduzierbarer Schmierstoffauftrag gewährleistet und dokumentiert. Schmierstoffeinsparungen über 50 % seien keine Ausnahmen.

Darüber ist laut Raziol auf der Blechexpo unter anderem eine Platinenbefettungsanlage zu sehen, mit der Hotmelt (Trockenschmierstoff) aufgesprüht werden kann. Abgerundet werde das Programm mit Neuheiten der mineralölfreien Schmierstoffreihe Raziol Fluid und den nicht wassermischbaren Spezialölen der neuen CEP-Reihe zum Feinschneiden, Stanzen und Umformen.

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