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Blechteile schneller und sicherer entwickeln

| Autor/ Redakteur: Michael Wendenburg / Dietmar Kuhn

Je enger Entwicklung und Fertigung verzahnt sind, desto schwieriger wird es, später Konstruktionsänderungen durch den Prozess zu schleusen. Um solche Änderungen besser beherrschbar zu machen, hat der Blechverarbeiter und Hersteller von Maschinenverkleidungen Mez Frintrop die Datenverwaltung Cocreate Model Manager von PTC eingeführt und mit der PPS-Software Pro-Alpha gekoppelt. Das senkt die Fehlerquote in der Fertigung um 50%.

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Mit Blech weiß man bei Mez Frintrop umzugehen. Durch eine neue PDM-Software konnte jetzt die Fehlerquote deutlich gesenkt werden. Bild: Mez Frintrop
Mit Blech weiß man bei Mez Frintrop umzugehen. Durch eine neue PDM-Software konnte jetzt die Fehlerquote deutlich gesenkt werden. Bild: Mez Frintrop
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Mez Frintrop AG ist ein junges Unternehmen mit sehr alten Wurzeln: Es ging 2002 aus dem Zusammenschluss des Ingenieurbüros Frintrop mit dem Lohnfertiger Mez hervor, dessen Anfänge bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen. Ziel der Firmenhochzeit war es, die Kompetenzen in Engineering und Metallbearbeitung zu bündeln und dem Kunden komplette Umhausungen für seine Maschinen und Anlagen anzubieten – von der Idee über die Konstruktion, Berechnung und Fertigung bis zur Abnahme und Montage.

Engineering arbeitet wieder mit Volldampf

Das Konzept ist aufgegangen, wenngleich das Unternehmen unter der aktuellen Krise genauso leidet wie seine Kunden. Die Umsätze waren 2009 rückläufig, doch inzwischen sieht man Licht am Ende des Tunnels, wie der für die Entwicklung verantwortliche Vorstand Henry Frintrop versichert: „Im Engineering arbeiten wir schon seit zwei, drei Monaten wieder mit Volldampf.“

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Mez Frintrop entwickelt und fertigt sowohl Verkleidungen für Werkzeugmaschinen als auch selbst tragende Umhausungen, die Arbeitsbereiche absichern, Arbeitsroboter abschotten oder als Schallschutz dienen. Die Abnehmer sitzen meist in der Nähe des Unternehmens, da Umhausungen sperrig und empfindlich und dadurch schwer zu transportieren sind. Namhafte Kunden sind die Werkzeugmaschinenbauer Index und Trumpf, das in der Solartechnik tätige Unternehmen Manz Automation oder der Hersteller von Lackieranlagen Dürr Systems.

Darüber hinaus fertigen die Blechspezialisten auch Kabinen, Schutzhauben und andere Komponenten für die Teleskopkrane vom Liebherr-Werk in Ehingen, ein historisch gewachsenes Standbein aus den Zeiten der Lohnfertigung, während die Ingenieure nach wie vor einige Bestandskunden im Fahrzeug- und Maschinenbau bei den reinen Entwicklungsprojekten unterstützen.

Umhausungen in kleinen Losgrößen

In Reutlingen-Gönningen, wo Mez Fritrop seinen Stammsitz hat, und an den Standorten in Kornwestheim und Spraitbach arbeiten derzeit 70 Mitarbeiter. Weitere 15 sind im Zweigwerk in Polen beschäftigt, in dem die Kabinen für Liebherr in größeren Stückzahlen produziert werden.

Die Umhausungssysteme werden in kleineren Losgrößen oder sogar in Losgröße eins hergestellt. Entsprechend hoch ist der Engineering-Aufwand, wie Frintrop erläutert: „Jede Umhausung ist anders, weil wir den Prozess berücksichtigen müssen, den wir verkleiden sollen. Je nachdem, ob sie wasser-, licht- oder schalldicht sein soll, gelten andere Normen und Sicherheitsvorschriften. Mit 15 Ingenieuren und Technikern sind wir so aufgestellt, dass wir in kurzer Zeit große Projekte realisieren und dabei auf die individuellen Kundenanforderungen eingehen können.“

CAD-Software unterstützt schnelle Entwicklung

Der wachsende Zeitdruck ist eine große Herausforderung bei der Entwicklung der Umhausungssysteme. Um die Lieferzeiten zu verkürzen, praktiziert Mez Frintrop ein konsequentes Concurrent Engineering: Noch bevor die komplette Umhausung fertig konstruiert ist, bestellen die Mitarbeiter in der Arbeitsvorbereitung schon das Material und beginnen mit der Fertigung der freigegebenen Baugruppen.

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