Sikora und Contitech Bremsschlauchkontrolle per Röntgenstrahl

Redakteur: Peter Königsreuther

Die Contitech Schlauch GmbH in Korbach ist Spezialist für die Herstellung (Co-Extrusion) hochwertiger Bremsschläuche. Per Röntgenmessystem wird dort jetzt die Konzentrizität der aus mehreren Schichten bestehenden Produkte inline überprüft.

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Contitech stellt Bremsschläuche, die nicht nur aufgrund ihres Innenlebens von hoher Qualität sind, wie Sikora anmerkt. Contitech setzt zur zerstörungsfreien Qualitätskontrolle der flexibel-stabilen "Antibeschleunigungs-Hilfen" jetzt auf Röntgenmesssysteme von Sikora.
Contitech stellt Bremsschläuche, die nicht nur aufgrund ihres Innenlebens von hoher Qualität sind, wie Sikora anmerkt. Contitech setzt zur zerstörungsfreien Qualitätskontrolle der flexibel-stabilen "Antibeschleunigungs-Hilfen" jetzt auf Röntgenmesssysteme von Sikora.
(Bild: Sikora)

Die Anforderungen an die Qualität und Performance von Automobilschläuchen sind generell sehr hoch, betont Sikora. Ob Kraftstoff-, Öl- oder Bremsschläuche — sämtliche Spezifikationen müssten bereits während des Extrusionsvorgangs gesichert und eingehalten werden. Vor Jahren bereits schaute man sich bei Contitech nach einer Möglichkeit um, mit der die Produktionsprozesse im Hinblick auf die Qualitätskontrolle von Bremsschläuchen in der Fertigung weiter automatisierbar sind. Statt der am Markt gängigen Offline-Prüfungmethoden, für welche die Schläuche geschnitten und durch Kameras überprüft werden, setzte das Unternehmen dabei auf die kontinuierliche sowie zerstörungsfreie Prozesskontrolle per Sikora-Röntgenmessgeräten. „Bei Bremsschläuchen ist die Konzentrizität ein entscheidendes Qualitätsmerkmal“, sagt Jan Eric Theis, Leiter Plant Engineering Schläuche bei Contitech. Denn Bremsschläuche müssten über Verbindungselemente präzise an die Fahrwerkkomponenten gefügt werden. Das wird nur durch eine einwandfreie Konzentrizität gewährleistet, erklärt Theis.

40 km extrudierte Bremsschlauchlänge am Tag

Es gibt laut Sikora einige Messverfahren zur Qualitätskontrolle am Markt. Die Röntgentechnologie habe sich jedoch aufgrund ihrer Funktionalität als führend für die Messung von Gummischläuchen erwiesen. Konventionelle Techniken, wie Ultraschall nutzende Systeme, stoßen funktionsmäßig dabei an ihre Grenzen – beispielsweise weil die Signale der einzelnen Schichten im Gummischlauch größtenteils absorbiert und dadurch nicht eindeutig wiedergegeben werden. erklären die Sikora-Experten. Vor dem Einsatz der Sikora-Geräte wurde die Konzentrizität der Schläuche manuell nach der Fertigung kontrolliert. „Diese Art der Prüfung ist heute nicht mehr wettbewerbsfähig. Wir fertigen täglich circa 40 km Bremsschläuche. Das entspricht etwa 15 Mio. Meter Schlauch pro Jahr. Das steigende Produktionsvolumen gab den Anstoß, die Automatisierung unserer Produktion weiter voranzutreiben“, begründet Theis die Investition in die Rötgenmesstechnik. Heute könne der Hersteller durch den Einsatz der Röntgengeräte inline schnelll in die Produktion eingreifen, Exzentrizitäten des Schlauchs identifizieren und diese sowie deren Ursachen eliminieren.

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Messung erfolgt vor der Vulkanisation

Die Sikora-Röntgenmesssysteme werden bei Contitech vor der Vulkanisation zur finalen Qualitätskontrolle eingesetzt. heißt es. So stelle man sicher, dass das Endprodukt die geforderte Konzentrizität erfüllt. Weitere Geometrien wie den Durchmesser übernehmen Laser-Messsysteme in vorhergehenden Fertigungsschritten, so Contitech. Auch wenn die Röntgenmesssysteme zur Materialeinsparung beitragen könnten, setze Contitech den Fokus auf höchste Qualität. „Bremsschläuche sind Sicherheitsprodukte, dabei spielt die Konzentrizität eine übergeordnete Rolle“, so Theis. Es gebe aber auch noch andere Produktionsvorteile: „Bei einer Co-Extrusion wird beispielsweise die innere Schicht des Schlauchs etwas dicker aufgetragen, um sicherzustellen, dass diese tatsächlich zu 100 % vorhanden ist“, erläutert Peter Hügen, Vertriebsingenieur bei Sikora und direkter Ansprechpartner für Contitech. Mit den Röntgenmessgeräten werden beide Schichten präzise gemessen und visualisiert, sodass die innere Schicht auf eine minimale Dicke extrudiert werden kann, erklärt Hügen.

Manuelle Sichtkontrollen sind längst out

Nicht nur der Anspruch von Contitech nach höchster Qualität der Bremsschläuche habe zur Kooperation mit Sikora geführt. Denn auch internationale Normen geben die Richtlinien an Unternehmen und deren Produkte für Qualitätsstandards und Messmethoden vor, wie Contitech anmerkt. Heutzutage, heißt es, verlangen Kunden eine 100-%-Qualitätskontrolle und Wiederholgenauigkeit, die durch eine manuelle Sichtkontrolle nicht erzielt werden kann. „Unsere Kunden kennen unsere Qualitätsstrategie und wissen, dass wir Röntgentechnologie als festen Bestandteil in unserer Produktion einsetzen, um Premiumschläuche zu fertigen“, betont Theis.

Zur Einhaltung und Weiterentwicklung der Qualitätsstandards arbeitet Contitech mit Lieferanten wie Sikora an einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess. Beispielsweise habe Contitech aufgrund der Steigerung der Produktionsgeschwindigkeit für mehr Performance mit Sikora erfolgreich eine technische Lösung entwickelt, um die Abtastrate der Röntgenmesssysteme zu erhöhen und gleichzeitig die Qualitätsanforderungen zu erfüllen, so Theis.

Industrie 4.0 für die Bremsschlauchfertigung

Angebunden würden die Röntgenmesssysteme standardmäßig über Schnittstellen wie Profibus oder Profinet zur Produktionsdatenerfassung und -regelung an Prozessorsysteme und die Anlagensteuerung. Geplant wird bei Contitech – nicht zuletzt auch im Sinne von Industrie 4.0 – Anlagen und Systeme zukünftig über OPC UA an Maschinen- und Betriebsdatenerfassungssysteme anzuschließen. Dadurch würden die so vernetzten Betriebsmittel noch besser verbunden und relevante Daten dauerhaft archiviert. Auch bei diesem Thema arbeiten die beiden Spezialisten zusammen, um die Qualität der Bremsschläuche auch dabei während der Fertigung zu sichern, heißt es.

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