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Solarstromförderung BSW-Solar – Photovoltaikbranche gerät unter Druck

| Redakteur: Jürgen Schreier

Nach der Zustimmung des Bundesrats zu einer schnelleren Rückführung der Solarstromförderung warnt der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) vor einem spürbaren wirtschaftlichen Druck auf die Photovoltaik-Industrie.

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Rund 70% aller Hersteller von Solarmodulen weltweit lassen ihre Produkte im Kölner Testlabor der TÜV Rheinland Group auf Haltbarkeit und Energieeffizienz prüfen. Bild: TÜV Rheinland
Rund 70% aller Hersteller von Solarmodulen weltweit lassen ihre Produkte im Kölner Testlabor der TÜV Rheinland Group auf Haltbarkeit und Energieeffizienz prüfen. Bild: TÜV Rheinland
( Archiv: Vogel Business Media )

Auch der Bundesrat hat jetzt der deutlich schnelleren Absenkung der Solarstromförderung zugestimmt. Die beschlossene EEG-Novelle sieht bis zum 1. Januar 2011 in vier Schritten eine Rückführung der Solarstromförderung um bis zu 50 Prozentpunkte vor. Rückwirkend um 1. Juli 2010 werden die Fördersätze um bis zu 13% und zum 1. Oktober um weitere 3% reduziert. Zum 1. Januar 2011 folgt eine Rückführung der Zuschüsse um bis zu 13% und zum 1. Januar 2012 um weitere bis zu 21%. Die konkrete Höhe der Förderabsenkung wird sich am Marktwachstum orientieren.

Die Solarbranche hatte vor dem Hintergrund einer erfolgreichen Marktentwicklung in Deutschland bereits im Herbst 2009 schnellere Rückführung der Förderung angeboten. Die nun beschlossene Förderabsenkung war aber in den letzten Monaten vom Bundesverband Solarwirtschaft, vielen Energieexperten und der Mehrheit der Bundesländer wiederholt als zu hoch kritisiert worden. Der im Vermittlungsausschuss von Bundesrat und Bundestag erzielte Kompromiss brachte jedoch keine nennenswerten Nachbesserungen.

Deutschlands Solarindustrie muss Produktionskosten von Solarzellen schneller senken

Die vereinbarte dreimonatige Verschiebung von 3 Prozentpunkten des rückwirkend für den 1. Juli 2010 geplanten Einschnittes von 16% auf den 1. Oktober 2010 ist nach Einschätzung des BSW-Solar lediglich ein „kosmetischer Eingriff“, der für die deutsche Solarindustrie keinen nennenswerte Unterstützung im Rahmen der Herausforderung darstellt, auch in Zukunft nachhaltig Wertschöpfung in Deutschland betreiben zu können.

BSW-Geschäftsführer Carsten Körnig: „Um weiterhin eine hohe Nachfrage und den eigenen Marktanteil zu sichern, steht Deutschlands Solarindustrie nun vor der großen Herausforderung, die Kosten für die Produktion von Solarzellen und anderen Solarkomponenten noch schneller zu senken als in der Vergangenheit und gleichzeitig die Wirkungsgrade und Qualität der Produkte weiter zu steigern.“

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